Minbari, die auf Männer starren

Hm….wo fangen wir an, ach ja. Am besten am Ende. Sherdians totgeglaubte Frau sieht nämlich aus wie runderneuert

Anna Sheridan in der Tür
“Ha! Ich wusste, dass Johns Türcode 12345 lautet. Das ist nämlich unser Hochzeitstag” Anna hat nicht nur erstaunlich kühle Sprüche auf Lager sondern weit auch, wie man einen Auftritt hinlegt, der aus dem Türrahmen fällt.

Alex:
“Der Tod hat ihr gut getan. Sie sieht jetzt nicht mehr aus wie Tasha Yars Schwester.”

Von vorne wie von hinten ANNA. Pikant: Die (Ex?)Frau Sheridan kennt offenbar nicht nur den nie geänderten Türcode ihres (Ex?)Mannes, sondern platzt auch dummerweise genau in ein Schläferstündchen von John und Delenn. Die gute hat ihm nämlich eine gemeinsame Nacht versprochen, wenn er ein paar Schatten für sie aus dem Weg räumt. Quasi Proto-Bene Gesserit-Methoden, die wir hier bei den Minbari erleben.

Alex:
“Ich finde das hat was von: Man ist erst dann richtig in einer Beziehung, wenn man sich gegenseitig beim kacken zugucken kann.”

Da kommt man sich grade näher und die Alte steht in der Tür. Da entfährt dem Zuschauer ein erstauntes “Waaas?”, dem Captain entgleisen die Gesichtszüge und der Liebhaberin entgleitet die Schneekugel

Delenn mit Schneekugel
“Ich sehe eine Dreierbeziehung” allerdings noch etwas unscharf, denn das Bild ist irgendwie voller Schnee

Was führt uns zu diesem Malheur? Nun, beginnen wir von vorne (ach, auf einmal!) Wir erinnern uns: Delenn und Sheridan hatten den Plan der Schatten ausbaldowert: Die haben in der Vergangenheit Flüchtlinge in einen gewissen Sektor getrieben und werden mit Sicherheit bald dort angreifen. Deshalb werden Susan und Marcus zum Erkunden vorgeschickt, während man bei den Ausserirdischen sehr geschickt um deren Beitrag für eine Angriffslflotte verhandelt. Da wundert sich der Vorlone und der Drasi muss sich an den Kopf fassen

Drazi im Ratssaal
“Hier sitz ich nun ich armer Tor und komm mir ziemlich einsam vor. Die andren haben mich verlassen, sie wollten dringend Essen fassen”

Aber schließlich tut der Nischel vom ständigen Nicken weh, denn die Liga der blockfreien Welten stimmt dem recht kruden Plan der Rebellen zu

Alex:
“Wir geben Euch die Schiffe, aber Ihr wisst hoffentlich was Ihr da macht! Und der Gesichtsausdruck von Delenn sagt: Nein.”

Lange Rede kurzer Unsinn: Der Plan geht auf, die Flotte trifft noch rechtzeitig ein, um Susans Arsch zu retten und ein paar Schatten-Ärsche zu treten. Das ganze live kommentiert von Mehmet Sheridan und Delenn Töpperwien im modernen 3D Spottstudio

Delenn und Sheridan im Projektionsraum
Wir wussten ja, dass Delenn ein Faible für Powerpoint-Präsentationen hat, aber da hat sich technisch nochmal ordentlich aufgerüstet

Beim Abfiff wird allerdings schnell klar: Der Sieg war teuer erkauft: Wobei eine Verlustwuote von 2 zu 1 angesichts der bisher angedeuteten Omnipotenz dieser Schattenschiffe recht akzeptabel scheint. Allerdings ist allen Beteiligten recht schnell klar: Diese Schmach lassen die schattigen Gesellen nicht auf sich sitzen und holen eben die schärfste Waffe hervor, die man(n) sich vorstellen kann: Die Exfrau. Und damit wären wir wieder am Anfang.

Aber da war doch noch was mit nem anderen offenen “Handlungsstrang” ach ja: Auch Doctor Franklin darf mit Kugeln spielen

Franklin mit Ball
Was will uns dieses Bild sagen? Vielleicht, dass die Nebenhandlung mit dem regimetreuen Ehepaar in Down below vielleicht ziemlich balla balla ist….

Und kurz drauf kommt er auch zum Stich. Oder wie Alex sagt:

“Er kommt bewaffnet mit moralischer Überlegenheit zu einer Messerstecherei.”

Da ist recht schnell klar wie das ausgeht. Nämlich blutig.

Sascha:
“Naja, son Stich in den Bauch, dass kann tatsächlich schnell tödlich enden”
Alex:
“Ja, da sind diverse Dinge drin, die man nicht ankratzen sollte”
Sascha:
“Das weiß auch Dr Franklin als Arzt.”
Alex:
“Und er stellt die messerscharfe Diagnose gleich: This is not good.”

Und während der Doctor da vor sich hinblutet erscheint trifft er sich dann doch wie angekündigt selbst, sein Alter Ego ist allerdings alles andere als Freundlich. Es ist nämlich ehrlich. Und geigt seinem sterbenden Ich mal so richtig die Meinung.

Franklin trifft sich selbst
“Und rot steht Dir gar nicht!” – Hand auf Schmerz. Auch als Holodoc findet Franklin immer die richtig schmerzhaften Worte.

Immerhin hat der eingebildete Tritt in den Allerwertesten auch therapeuthische Wirkung: Der angeschlagene Doc rappelt sich wieder hoch und rettet sich in die Arme von Sicherheitskräften, nachdem er offensichtlich noch ein paar Stockwerke Turbolift gefahren ist, um möglichst öffentlichkeitswirksam auf dem Zoccalo zusammenzubrechen. Und noch etwas wundert uns: Dass es tatsächlich eine erkleckliche Anzahl Menschen gibt, die nicht erkennen, dass nicht die echte Führungscrew an der Trage des haluzinierenden Doctors mitrennt, sondern eben eine eingebildete.

Alex
“Die Tatsache, dass der Mann seit ca 40 Minuten sich selbst gesehen hat, hätte ihnen ein kleiner Hinweis sein können…”

Der echte Sheridan kommt später auf der Krankenstation vorbei und bringt, neben der Reaktivierung des Chefarzt-Postens, noch schnell ein paar Kalendersprüche von “Küchenspychologie 2260” mit

Sherdian spricht mit der Hand
“Und das hier ist die Faust, die ich ihnen in den Allerwertesten ramme, wenn Sie nochmal auf die Idee kommen, Ihren Posten für pseudoreligiösen Hokuspokus zu verlassen!”

Was war noch? Achja: Runde 2 in der Slapstick-Reihe: Menschen, die nicht mit Minbari-Betten klarkommen.

Susan auf der Liege
Und wir sagen noch: Die Minbari trollen die Erdlinge und tragen heimlich Klettschlafanzüge

Immerhin: Ivanova zeigt Eigenintiative und Ideenreichtum. Und:

Gregor:
“Sie rutscht mit Würde”

Wir würden der Folge auch gerne eine höhere Wertung geben, aber erstaunlicherweise hat es “Walkabout” geschafft, nachträglich diese Folge hier runterzuziehen. Schließlich hatten wir schon in jener Folge (über die wir eigentlich nie wieder sprechen wollten) eine richtungsändernde Schlacht gegen Schatten und eine B-Handlung mit Franklin. Es sieht also alles recht opulent und blutig aus, fühlt sich aber irgendwie an, wie schonmal da gewesen. Dieser Expositionsdump am Anfang der Folge stößt da nur noch mehr Keile in diese Kerbe. Und dazu das Gefühl, dass dieser ganze Walkabout am Ende eigentlich kaum was gebracht hat.

Alex:
“Also es ermüdet mich. Ich war jetzt an nem Punkt wo ich gesagt hab: Okay, ich weiß, dass der verblutet, ich würde jetzt gerne die Raumschlacht sehen, die sah gut aus!”

Die Optik und Inszenierung der Raumkämpfe weiß dagegen auch fast 25 Jahre später immer noch zu gefallen, obwohl es fast ein bißchen schade ist, dass für den Projektionsraum das Budget für den Minbari-DJ gestrichen wurde. Aber es freut uns zu hören (haha) dass er einen neuen Job als Ansager für Bordinformationen bekommen hat.

Auch etwas merkwürdig: Wurde uns nicht folgenlang um die viel zu kleinen Minbari-Ohren gehauen, dass Susan an Bord der Whitestar unbedingt einen Dolmetscher braucht? Das war doch der ganze Sinn hinter Marcus. Und dann der sich plötzlich aufs Ohr hauen und seiner angebeteten noch ein paar genuschelte Minbari-Sätze ins selbige hauchen, die sie offensichtlich nicht versteht.

Der Auftritt von Anna Sheridan war natürlich ein Hammer und reißt die Wertung nochmal nach oben. Wir vergeben deshalb

Und das ist noch interessant:

Folgende Podcaster waren an dieser Episode beteiligt:

avatar Gregor
4 / 6
avatar Alex
4,5 / 6
avatar Sascha
4 / 6

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