Das bebilderte Mars-Hörbuch

Zwei hosenlose Herren sitzen in ihren Podcasterzimmern und schwitzen. Als wären sie selbst auf jenem roten Planeten, auf den es den guten Garibaldi verschlagen hat. Aber der hat ja wenigstens eine Röhre, um “Film noire”-artige Monologe zu führen. So sehr es uns freut, dass auch mal Garibaldi ein Voice-Over machen darf, setzt es dem Exposiotios-Dump vor dem Vorspann den schmutzigen Detektiv-Hut auf, denn es folgt direkt auf Susans Podcast, der übrigens auch ein cleverer Schachzug war, um in wenigen Minuten viel zu erzählen, was man viel lieber gesehen hätte.

Sascha:
“Während ich mich noch freute, dass wir die Voice overs los sind, schalten wir zum Mars. Zu einem Voice-Over!”
Raphael:
“Zum gefühlt längsten Voice-Over der Seriengeschichte”

Und so wie die Folge begonnen hat, geht sie auch weiter. Meistens sitzen oder stehen 2 Menschen in einen Raum und unterhalten sich. Sheridan wird sogar nur per Video-Schalte dazu geholt.

Sheridan auf dem Monitor
“Merkwürdig, er blinkt immer ja…” Leicht verdientes Geld für Bruxe Boxleitner. Er braucht sich für 2/3 seiner Auftritte in dieser Folge nichtmal eine Hose anziehen. Und sieht dafür aus, wie ein Admiral aus Star Wars

Versteh uns nicht falsch. Es ist unglaublich wichtig und auch meistens gut, was hier gesagt wird. Es wird aber vor allem genau das. Gesagt.

Raphael:
“Es ist eine der wenigen Folgen, die komplett ohne Bearbeitung als Hörbuch funktionieren würde.”

Michael bekommt immerhin seinen neuen Arbeitgeber zu Gesicht, der in einer unglaublich hübschen Kulisse wohnt. Die auch bestimmt nicht der umgebaute War Room ist. Und irgendwie kommt Raphael auch dieses riesengemälde bekannt vor

Garibaldi vor Bild
Garibaldi ist im Bilde. Und er freut sich ganz besonders, dass er Tegan nur sehen, aber nicht hören muss. Ab nach Heathrow!

Stellt sich raus: Mr Edgars (den wir aus unerfindlichen Gründen ständig “Mr. Edwards” nennen) ist ein böser Großindustrieller, dem die politische Marionette Clark ein wenig bis deutlich aus den Händen geglitten ist und aus steuerlichen Gründen mindestens 6 Monate im Jahr auf dem Mars verbringen muss, wo er sich importierten Orangensaft kredenzen läßt, damit er beim Telepathenquälen nicht so einen trockenen Hals bekommt. Garibaldi bekommt schon einen Hals, wenn er nur an Telepathen denkt. Dazu muss er nicht einmal mitten in der Nacht mit einer nichtfüreinesprechrollebezahlten Telepathin in einen Raum gesperrt werden.

Apropos Telepathen: Auch Franklin experimentiert in Sheridans Auftrag so ein bißchen an denen herum. Glücklicherweise kann er dabei auf seinen altbewährten Schneider CPC zurückgreifen. Den mit 3″ Diskette statt Datasette.

Franklins Rechner
Jetzt mit Locomotive Basic 1.2! Und das Spiel “Roland on the Stims” gabs kostenlos als Beigabe dabei. Da konnte Franklin nicht widerstehen.

Glücklicherweise kommt aber auch “zufällig” Lyta in das hochgeheime Experiment gestolpert. Wie praktisch und ü-ber-haupt nicht lediglich aus drehbuchtechnischen Gründen, weil sie genau da sein muss, damit die Story weitergeht. Dank der Kraft der 15 Psi-Kräfte kann sie den Cottbuser Oberbürgermeister erwecken.

Der Cottbuser Oberbürgermeister
Eben noch im Tiefschlaf jetzt schon auf unserer Showbühne. Okay, der Bart fehlt. Aber ne gewisse Ähnlichkeit ist da, oder?
Quelle: Nicola [CC BY-SA 4.0]
So sehr der bleiche Kerl durch seine Optik besticht, wird die Szene doch unfreiwillig komisch, als er sich  nicht entscheidenkann, ob er sich um- oder uns ein Ständchen bringen will.

Telepathenkaraoke
“My heart won’t go ooooohoooon!” Manchmal muss ein Arzt in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen. Zum Beispiel, diesen Teilnehmer des Krankenhauskaraokes blitzschnell von der Bühne zu ziehen.

Lyta hat sich derweil heimlich verkrümelt und kann nur durch eine wackelige Kamerafahrt wieder eingeholt werden.

Raphael:
“Er rennt ihr hinterher und sagt: ‘bitte bitte hilf mir!’ und sie sagt ‘nä!’ und er sagt ‘bitte bitte!’ und sie sagt ‘okay'”

Apropos okay: Finden wir die Folge okay, nay, oder doch hey?

Da schwanken wir ehrlich gesagt ein bißchen

Raphael:
“Es ist eine Folge, die uns unglaublich viel vermittelt. Fast schon zuviel für die Art und Weise, wie sie es tut.”

Sascha:
“Es gibt so einige Momente in dieser Folge, wo ich Tränen gelacht habe, aber aus den falschen Gründen.”

Es gibt wieder einige Dialoge, die wir am liebsten mit Cartagias Scherenschnitt-Schere ausschneiden und einrahmen würden. Allerdings ist der Pluspunkt auch gleichzeitig der Minuspunkt. Denn es gibt einfach zu viele davon. Also Dialoge. Es werden unglaublich kluge und wichtige Sachen gesagt. Aber sie werden eben gesagt. Wir hätten uns gewünscht, dass wenigestens etwas davon gezeigt worden wäre. Und so wird gleichsam wie Garibaldi auch der/die Zuschauende jäh aus dem Dämmerschlaf gerissen, als die einzige Actionszene einsetzt und nach 12 Sekunden schon wieder vorbei ist. Ja, die Staffel musste gestrafft werden und das Gezeigte ist vermutlich eine Notlösung, aber wir können leider nicht mehr als

3,5 von 6 Penissen

vergeben.

Und das solltest Du Dir noch angucken:

Folgende Podcaster waren an dieser Episode beteiligt:

avatar Raphael
3,5 / 6
avatar Sascha
3,5 / 6

Wenn Ihr mögt, schmeißt uns doch was in den Hut:

Der graue Rat bei Patreon

Alex , Gregor , Mary , Raphael , Sascha , Tim