Die War-Room-Romanze und das falsche Spiel um den Gut-Centauri

Die War-Room-Romanze und das falsche Spiel um den Gut-Centauri

Wilkommen zu “Szenen einer Ehe”!

Mary:
“Ich glaube, es gibt bei Frauen so eine Art Plapperinstinkt. Nach dem Motto: Oh, ich glaube, mein Mann hat was, ich plapper jetzt mal drauf los, vielleicht antwortet er ja.”

Und mein Gott, kommen wir ins Plappern, denn wir haben uns lange nicht mehr gehört. Aber die gute Mary legt ein fulminantes Comeback im grauen Rat hin und erklärt, warum ihre Abwesenheit eigentlich ein Grund für Freude ist.

Sheridan dagegen hat weniger Grund zur Freude. Zum einen nervt ihn, dass er einfach nicht hinter die Taktik der Schatten kommt. Eigentlich würde er jetzt gerne im War-Room über das Problem grübeln, aber seine nochnichtganzFreundin kaut ihm währenddessen das Ohr ab…

Doppelkinn-Sheridan
“Schatz, wollen wir uns zusammen nochmal diesen Legende der Ranger Film angucken, in dem lediglich G’Kar eine schlecht in die “Handlung” gefriemelte Nebenrolle hat?”
Sherdian hat ja einiges an Minbari-Ritualen ertragen, aber bei diesen Aussichen, bleibt ihm die Luft weg

Ein Glück, dass seelischer Beistand an Bord ist: Kommen ein Rabbi, ein Hindu, ein Moslem und ein Reverent auf die Station. Und das Geld reicht nur für 2 Sprechrollen…

Sascha:
“Ein Buddist ist auch noch mit dabei?”
Mary:
“Ja, der steht ganz links in Orange”
Sascha:
“Also wenn das ein Zeuge Jehovas wäre, würde das passen: Dann stünde er nur debil lächelnd neben all den anderen. Und hielte einen Wachturm hoch.”

Stellt sich heraus: Die Geistlichen verbreiten nicht nur ihre jeweilige frohe Botschaft, sondern halten auch die Ohren offen für die Botschaften anderer. Dass die Kirchen aktiv den Widerstand gegen das Regime unterstützen ist eine tolle Idee vom atheistischen JMS. Leider sind Mary und Sascha beim (letzten) Abendmahl etwas abgelenkt. Die eine von den Lampen und der andere von der schicken Tischdeko auf dem nicht wirklich schicken Tisch.

Abendmahl mit Rosendahl

Mary:
“Das sieht echt aus wie ein alter Rittersaal. In der Billigversion.”

Doch im Gegensatz zur letzten Folge fischt JMS nicht im trüben Porno-Dialog Wasser, sondern schürft mit Reverend Will Dexter pures Dialog-Gold. Dass dieser bei seinem nächtlichen Lustwandeln ausgerechnet in das völlig unbewachte Büro des Stationskommandanten spaziert ergibt logigtechnisch vielleicht nicht unbedingt Sinn, aber tolle Gespräche über Liebe, Vertrauen und aufgeräumte Zimmer. Und für Sheridan (Mary würde sagen eeeeendlich) den nötigen Schubs in Richtung Delenn.

“Sie sollten wirklich mal Ihr Büro abschließen. Oh. Und Ihre Liebe zu Delenn eingestehen” – Wo ein Will ist, ist auch ein Weg.

Gemeinsam mit Delenn kommt man hinter den Plan der Schatten, die mit Absicht einen Sektor in Ruhe lassen, um dann dort mit voller Wucht zuzuschlagen. Halleluja! Diese Entdeckung muss gefeiert werden! Mit Nonnen und Kreuz!

Mary:
“Und während der Gospelchor ein Lied anstimmt, wird auf Narn Lord Refa geschlachtet. Was einer der schönsten….ich glaube, das kommt jetzt ein bißchen falsch rüber, oder?”

Was unsere nackte Frauenbeauftragte damit sagen will: Die Kirchenszene leitet eine der besten Momente der Fernsehgeschichte ein. Den wir hier einfach mal wirken lassen wollen:

Dass die Narn am Ende eher die Luft verprügeln muss man natürlich im Kontext der 90er Jahre sehen (Hallloooo, Lars! 😉 ) und würde heute vermutlich besser und blutiger inszeniert. Aber dass blutiger nicht immer besser ist, zeigen ja moderne Serien.

Aber wir kommen wir zu dieser Situation? Ganz einfach, liebe Kinder: Lord Refa kommt auf die Station und bekommt spitz, dass Londo eine Falle für G’Kar plant, um bei Hofe mehr Einfluß zu bekommen. Das will er natürlich für seine eigenen Pläne nutzen, hat aber offenbar nie Dune gelesen, sonst wüsste er, dass man einen Plan am besten in einem Plan versteckt. So kommt die Böse Überraschung, als sich Refa im Keller der Narn Palastes schon am Ziel seiner Träume sieht in Form eines Londo-Hologramms

Holo-Londo im Kari-Keller
Helft mir Obi Narn, Ihr seid meine letzte Hoffnung! Refa hat das Gefühl, dass irgendwer hier der Dumme ist, kann aber noch nicht so recht mit dem Finger drauf zeigen…

Stellt sich raus: Londo und G’Kar steckten von Anfang an unter einer Decke und nun ein Datenkristall mit verräterischen Informationen in Refas Jacke. Dumm gelaufen: Der Intrigant ist nicht nur selber das Opfer einer Intrige geworden, sondern jetzt auch ziemlich tot. Und sein Ruf am Hofe gleich mit. Und der Minister not amused

Aber immerhin haben wir doch noch ein Happy-End. Nämlich für Mary. Die kann nämlich endlich miterleben, wie sich Sheridan und Delenn in die Arme fallen.

Die Guteste war zwischenzeitlich nämlich fleißig und hat die Copy&Paste Funktion am CGI-Rechner entdeckt. So war es ihr mühelos möglich, aus einer Whitestar gleich dutzende, was sag ich, hunderte zu machen.

Sascha:
“Hier ist eine Flotte Kriegsschiffe. Jetzt küss mich! Romantik kann JMS.”

Und da ist noch so viel mehr passiert in dieser Folge. Eigentlich kann man fast jede Zeile und jedes Bild nehmen und einrahmen. Und das ist wörtlich zu nehmen:

Was den Bildaufbau betrifft ist die Folge 1A mit Sternchen. Und was sollen wir sagen? Die Story steht dem kein bißchen nach.

Mary: “Das ist so eine Folge der Superlative finde ich.”

Und da hat sie recht: Die Dialoge sind alle erste Sahne, die oben gesehene titelgebende Szene mit dem Tod des Intigranten ist grandios inszeniert und der Plan im Plan im Plan ist so großartig erdacht und ausgeführt, dass sich so manche halbnackte Drachenlady vor Scham hinterm eisernen Thron verstecken muss. It’s about the story, man! Wir vergeben deshalb die volle Punktzahl:

6 von 6 Penisse

War sonst noch was? Achja, der große Schöpfer persönlich hat Saschas Theorie bestätigt:

JMS zu Australien

Und nun den Atlas geschnappt und losgelegt. Doch das solltest Du Dir noch ansehen:

Folgende Podcaster waren an dieser Episode beteiligt:

avatar Mary
6 / 6
avatar Sascha
6 / 6

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