Willkommen beim Grauen Rat - DEM deutschsprachigen Babylon 5 Podcast

Hier die neusten Episoden:

Destination: Babylon 5

Wenn im Ruhrgebiet eine Star Trek Convention veranstaltet wird? Was macht dann der gemeine Fiver? Er legt sich ins Zeug. Oder ganz entspannt mit einem „Babylon 5“ T-Shirt mitten in die Messe. Wir haben natürlich auch unseren besten Mann gefragt. Leider hatte der keine Zeit, also haben wir Raphael geschickt.
Also nicht unser Raphael, aber irgendwie schon. Normalerweise ist dieser Raphael in Hannover beheimatet und beglückt uns nicht nur als treuer Hörer, sondern auch mit dem Poppschutz-Podcast. Und er war sofort bereit, sein Aufnahmegerät in die Dienste des grauen Rates zu stellen. Und er hat tatsächlich nicht nur recht viele Fiver zwischen den Trekkies getroffen, sondern sogar einige Leute, die was mit dem grauen Rat anfangen können. (Zwei davon, die vermutlich gerne was mit dem grauen Rat anfangen würden, wenn wir Raphaels Andeutungen richtig verstanden haben). Komm mit auf einen spannenden Reisebericht voller illustrer Gestalten und Wortakrobatik!

Lady Mozarella in: Ein Zombi-Imperator hängt am Thronsaalseil

Zuhörenden aus dem Polizeistaat Bayern brauchen wir ja nicht zu erklären, wie einfach verrückte Regierungschefs Menschen- und Grundrechte aushebeln können. Nachdem also dank Fakenews, geschürter Paranoia und Fremdenhass das Kriegsrecht auf der Erde ausgerufen wurde, gehts auf der nicht mehr ganz so guten alten blauen Kugel rund. Da fliegt nämlich so manche Kugel. In Köpfe von Regimegegner zum Beispiel.
Nightwatch erhält die Kontrolle über die Stationssicherheit. An now, my watch begins! Und die Mitglieder der Sicherheit haben nun die Wahl: Entweder mit den Wölfen heulen oder stempeln gehen. Garibaldi entscheidet sich für den riesengroßen Stempel, randaliert damit vor versammelter Mannschaft und versucht, noch den ein oder anderen auf seine Seite zu ziehen.

Unter Umständen hat Sherdian aber auch den Ausweg aus der Geschichte gefunden. Stellt sich heraus: Dass ein Ministerium der Polizei Befehle erteilt, geht ja mal gar nicht. Das muss vom Militär kommen. Hm..mit dieser Erklärung haben wir so unsere Probleme. Und zwar jeder seine eigenen. Raphael findet es zum einen schwierig, dass auf der Station offenbar alle Gespräche mitgeschnitten werden und niemand einen offensichtlich illegalen Befehl früher als solchen erkennt. Sascha ist (als Vertreter der vierten Gewalt *lach*) ein großer Verfechter der Gewaltenteilung und findet, dass die Polizei auf der Station nicht dem Militär unterstehen sollte. Dann könnte ein Heimat- und Innenminsterium tatsächlich solche Dienstanweisungen erteilen. Ob sie verfassungsgemäß sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt, gell, Herr Söder?

Jedenfalls kann man die Nightwatch-Bande, die inzwischen richtig schön klischeemäßig Schlagstockschwingend auf dem Zoccalo „Für Frieden gesorgt“ hat mit einer Finte in einen Frachtraum locken, sie dort einsperren und ihnen mal die Gesetzeslage erklären. Woraufhin unser Klischee-Nazi ein langes Gesicht macht. War wohl nix mit der avisierten Machtübernahme. Und den Job als Sicherheitsleute machen jetzt Billiglöhner aus dem Ausland.

In einer Nebenhandlung:

Die Ex-Frau des Ex-Imperators kommt auf Londos Wunsch hin auf die Station. Unter dem Vorwand die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Centauri zu beobachten. Aber eigentlich will er von der alten Schachtel ja doch nur Karten gelegt bekommen. Stellt sich heraus: Londo hat schon einige Gelegenheiten verspielt, seine Seele zu retten, kriegt aber noch drei Bonus-Karten mit auf den Weg. Wir fragen uns, was sich hinter den gemachten Andeutungen wohl versteckt. Keine Andeutung sondern eine klare Ankündigung ist allerdings die Botschaft, dass sowohl Londo als auch Vir mal als Imperator auf dem Thron sitzen werden, nur die genaue Reihenfolge und wer als estes den Löffel abgeben muss, darüber schweigen Dame und Zukunft. Und unsere Lieblingscentauri rutschen etwas unbehaglich auf dem Sofa hin und her

Ein Problem gelöst, drei neue aufgemacht. Und über allem schwebt die Frage: Wie will man da um alles in der Welt wieder rauskommen. Man kann es an ellen Ecken und Enden dieser Folge riechen, sehen und hören: Wir befinden uns – wie der Name der Folge schon verrät – an einem Wendepunkt. Ab hier gehts nicht mehr zurück, es muss jetzt was passieren und das Damoklesschwert über den Köpfen unserer Protagonisten wird immer größer und schwerer.

Ein paar kleine handwerkliche Dinge trüben allerdings den Gesamteindruck und auch die ganze Geschichte mit der Kommandokette („Das ist die Kette, mit der ich Sie schlagen werde, bis sie mein Kommando befolgen!“) ist aus deutscher Sicht schwer nachvollziehbar, auch wenn wir uns ja gerne darauf berufen, nur Befehle befolgt zu haben. Auch die plötzliche stationsweite Panik, als das Kriegsrecht ausgerufen wird, ist irgendwie so ein amerikanisches Ding.

Auch, weil man hier deutlich weniger subtil vorgegangen ist, wie in der Vorfolge (es grenzte teilweise schon an #superschwellig) können wir nicht ganz die Höchstnote vergeben, respektieren aber die Bedeutung dieser Folge für die gesamte Serie und vergeben

5 von 6 Centauripenissen

Und ja, das Zitat über Lügen, Pläne und Wahrheiten stammt aus „Dune Messiah“ und nicht „Children of Dune“.

Der selbstgebastelte Sheridan im Schatten des Minbari-DJ

Nach einigen Folgen (also von der Serie nicht von uns) die eher langsam und/oder gar langweilig daherkamen, hat JMS im Drehbuch-Schreibmaschinen-Automatikgetriebe den S-Gang entdeckt und eingelegt.

Stellt sich heraus: Die Erde (und speziell das Psicorps) arbeitet schon seit einigen Jahren mit den Schatten zusammen. Nachdem die Erde damals(tm) ein gefundenes Schattenschiff seinen unrechtsmäßigen Besitzern zurückgegeben hat, denkt man diesmal nicht daran. Schließlich scheinen die schattigen Gesellen dermaßen viele Schiffe allein in unserem Sonnensystem verbuddelt zu haben, das eins mehr oder weniger bestimmt nicht auffällt. Das auf IO will man jedenfalls mit einem systemtreuen Fanatiker bestücken und Sheridan will das um jeden Preuss verhindern.
Also schnappt man sich kurzerhand die Whitestar und bastelt sich einen Plan zurecht, um Sheridans Abwesenheit zu vertuschen.

Ausgeschlafen erreicht man schließlich die Jupiter-Umlaufbahn, in der man aber nur noch per Audio-Übertragung (aus Kostengründen) die Monsterwerdung des Schattenschiffes aus der Ferne belauschen kann. Tja, dumm gelaufen. Also lenkt Sheridan erst die Aufmerksamkeit des irre um sich schießenden Schattenschifs auf die Whitestar, um selbe anschließend in der Atmosphäre des Jupiters zu versenken. Glück gehabt, der Plan geht auf und das Schattenschiff unter.

Ende gut, alles Mist: Die Erde nimmt Sheridans Spontanbesuch mit einem Alienschiff im Erdsektor nicht auf die leichte Schulter und kündigt härtere Maßnahmen an. Schließlich macht die Lügenpresse den weissen Stern für die Vernichtung der Psicorps-Basis verantwortlich. Tja, dumm, wenn das Entlastungs-Beweisstück als kleine schattige Bröckchen in der Jupiteratmosphäre herumkrumpelt.

Keine guten Aussichten für unsere Verschwörertruppe, die von aussen und innen immer mehr unter Druck gerät. Denn wir wissen noch nicht, für welche Seite der gute Zack sich entscheiden wird.

Wieder mal können wir nur sämtliche Hüte ziehen, die wir tragen (und da gibt es einige) und vergeben die Traumnote

6 von 6 Penisse

Casting in starlight

Logo Babcon

Wir sagten es ja schon mehrfacht:

2018 wird ein tolles Jahr für Fiver in Deutschland!

Und zwar, weil wir dafür sorgen!

Um das 25jährige Jubiläum der Serie zu Feiern, veranstalten wir eine kleine Convention

Am 10. November

14-18 Uhr

Planetarium Erkrath

Alle Infos zu Gästen, Location und Programm findest Du auf der Homepage zum Event:

https://babcon-event.de

Finanziert werden soll das ganze über Crowdfunding, weil wir nur Platz für 45 „zahlende Gäste“ haben und die Karten sonst zu teuer würden.

Wir werden Dich auf dem Laufenden halten, was die weitere Planung betrifft und vor allen Dingen, wann das Crowdfunding startet.

Und natürlich gibts alle Infos auch hier freundlich zusammengefasst zum Nachhören in unseren live on tape

Casting in starlight

Wir machen es heute mal wie die BBC und kündigen eine Ankündigung an.Was hat es mit dieser ominösen Mini-Convention im November auf sich?Was passiert da? Wie komm ich an Karten?Ein paar der Fragen wollen wir beantworten. Und zwar in einer Livesendung.Am Montag, 9.Aprilab 21 UhrAuf dem Livekanal des Podcastimperiums.

Mit dem medizinischen Kampfstab in die Fresse

Aliens übenehmen die Crew! Nagut. Nur irgendwelche Typen von Down below, die eigentlich niemand vermisst. Ausser unser neuer Freund Marcus, der diese Episode als Vehikel nutzt, um neben etwas mehr Bartwuchs auch etwas mehr Charakter zu bekommen. Er ist also nicht nur clever, schlagkräftig, sondern auch hilfsbereit.
Nun wächst zusammen, was zusammen gehört und nachdem Garibaldi Duncant abelehnt hat, bildet Marcus eben mit Franklin ein Team. Das durch eine recht löchrige Handlung, seltsame Zufälle und sinnlos auftauchende Tunnel stolpert. DAS ist tatsächlich das dämlichste, was wir je bei Babylon 5 gesehen haben: Ein geheimer Tunnel!
Nach einer sinnlosen Verhaftung und einer völlig sinnfreien Flucht kommt es zu einer noch unsinnigeren Erklärung: Die Parasiten sind keine Parasiten, sondern Symbionten und wollen eigentlich was gutes: Seit Jahrtausenden verpflanzen sie sich in Freiwillige, um Wissen anzuhäufen und zu bewahren.
Das ist so absurd, dass selbst unsere Helden diese Mär nicht glauben wollen. Erst, als Duncan seinen Passagier abschmeisst und die gleiche Geschichte nochmal erzählt („erzählt die gleich Geschichte nochmal! Okay! Die gleiche Geschichte nochmal!“) einigt man sich darauf, den Schmarrn zu glauben und die Vindrini fortan zu unterstützen. Dummerweise sind Menschen nur Einweg-Symbiontenträger und der arme Duncan ist wieder alt und gebrechlich.

Kommen wir nun zum erfreulichen Teil der Handlung: Tech #2 hat nicht nur einen Namen bekommen, sondern wird endlich auch befördert!

Aber: Der neue Rang bedeutet auch, dass Corwin ein nützliches neues Mitglied der Verschwörerclique um Sheridan werden könnte. Der befiehlt seiner ersten Offizierin deshalb, den Jungen möglichst unauffällig auszuhorchen. Wir wissen nicht, dass Ivanova unter auffällig versteht, jedenfalls lädt sie den völlig eingeschüchterten Corwin gleich mal zu sich ins Quartier ein. Was in einer Verwechslungs-Geschichte mündet, die zwar ein bißchen was von deutschen 70ger Jahre Filmen hat, aber großartige Szenen hervorbringt.
Leider vergeigt Corwin erst den Auftritt mit den Blumen und dann auch noch das sehr ungelenk geführte Ausfragungsgespräch mit seiner Chefin. Tja. Muss er wieder dreibeinig auf der Brücke stehen. Ich habe heute keine Rose für Dich. Oder doch?

Rosen gedeihen ja am besten auf Mist, wie man sagt. Und so reißt der doch platte Humor die Wertung radikal nach oben, denn der Rest ist eigentlich ein Totalabsturz: Das Vorgehen der Vindrini macht absolut überhaupt keinen Sinn und von dem Tunnel und der Fluchtszene aus der nichtabgeschlossenen Zelle wollen wir erst gar nicht anfangen. Mit viel Augen zudrücken und Käfern im Rücken geben wir

3 von 6 Penissen

Der schlechteste Drogendealer des Universums

Das Ganze hat ja mit Telepathie zu tun und das bedeutet: Auftritt unseres Lieblings-Antagonisten, der auch gleich mal bekannt gibt, dass alles in Gefahr ist: Die Station. die Erde und das Psicorps. Und zwar in dieser Reihenfolge.

Alex;
„Eine Ankündigung in Bester Manier. Den Witz haben wir glaub ich noch nie gemacht.“

Da man ja grade Stationsführungsseitig ein bißchen Dreck am Stecken hat und man Gefahr läuft, dass die schöne kleine Verschwörung auffliegen könnte, wenn ein Telepath zufällig in den Gehirnwindungen des Personals rumstochert, hat man auf den Besuch natürlich so gar keine Böcke. Und zwar so wenig, dass die gute Susan gleich mal einen Mordversuch startet, der im letzten Moment von ihrem Chef vereitelt wird. Denn der hat, mit Delenns Hilfe, ein paar Minbari-Telepathen aus dem Ärmel geschüttelt. Für Susan sogar eine weibliche. Da braucht Bester gleich mal ein Beruhigungsmittel.

Das Zeug sorgt dafür, dass Bester für einige Zeit seine Telepathischen Fähigkeiten verliert, aber seine anderen Eigenschaften behält: Nämlich arrogant durch die Gegend zu laufen und Garibaldi auf den Sack zu gehen. Aber wir sind uns nicht sicher, ob Garibaldi ohne Besters Hilfe in der Lage gewesen wäre, den Drogendealer und seine Gang zu schnappen.

G’kar wandelt in Londos Geist und entdeckt dessen dunkelsten Geheimnisse.

Heraus kommt eine Episode, die zwar viel mit Drogen zu tun hat, aber Franklins Drogenmißbrauch erstaunlicherweise nicht thematisiert. Dafür wird so ganz nebenbei ne Menge in die Handlung eingewoben, was später nochmal wichtig werden wird. Quasi eine Arc-Episode im arglosen Gewand. G’Kars Erleuchtung und die vorhergehende Szene mit Londo sind wieder mal toll gespielt und Bester zuzusehen macht immer wieder Spaß. Ausserdem konnten wir uns herrlichst über diverse Synchronfehler aufregen. Wir freuen uns, dass unser Penis-Patron wieder an Bord ist und vergeben

4,5 von 6 Penissen

Die nackte Heimatbeauftragte auf der Suche nach dem Hakenkreuz

Oha. Die Folge ist vermutlich nichts für Zartbesaitete. Schädelvermessung, Hitler-Imitationen und Nasenbeutler – man merkt, das Raphael wieder mit an Bord ist – diesmal von Anfang an.

Aber sämtliche Auschweife und Anwandlungen sind gerechtfertigt, denn die heutige Folge versprüht süßlich braunen Naziduft aus allen Poren. Zumindest, was die B-Handlung betrifft. Auftritt Frau mit dem unmerkbaren Namen:
Alex:
„Ich hab die auf meinen Notizen Propaganda-Bitch genannt.“

Wie auch immer. Sie weiß, wie man einen eindrucksvollen Auftritt hinlegt. Erst bitcht sie den armen Zack voll, der sich als spürbar untervögelter Nightwatcharmbindenträger zumindest leichte Hoffnungen auf einen Stich bei seiner Vorgesetzten gemacht hat, dann aber deutlich abgebügelt und anschließend von Sheridan aus dem Raum gefschickt wird. Der nach Ansicht der Probaganda-Beauftragten deutlich zu wenig Hakenkreuze aufweist. Einen politischen Offizier kann Sheridan als Leiter einer Verschwörungruppe gegen die Regierung UND Anführer einer geheimen paramilitärischer Truppe nun so gar nicht brauchen. Zumal er sich grade auf die Suche nach den Allerersten machen wollte.

Jetzt muss Ivannova also runter auf den Planeten und Sheridans Platz einnehmen, doch halt, der ist ja schon besetzt.
Auf ihrem Trip entdeckt die Gute nicht nur einige der Allerersten (und ein paar Schatten, aber die spielen später keine Rolle mehr), sondern auch den Beweis, dass Morden gerne mordet (der Witz wird NIE alt!). In dem Fall den Präsidenten. Damit der Vizepräsident Präsident werden kann anstelle des Präsidenten. Das will sie Sheridan natürlich sofort unter die Nase reiben, aber der muss sich inzwischen mit nackten Tatsachen herumschlagen.

Aber das soll uns ja nicht von der Handlung ablenken. Erzählen wir den Strang noch zu Ende: Die nackte Propagandabeauftragte muss unbefriedigt wieder zurück nach Hause, weil das belastende Video vom intriganten Präsidenten inzwischen geleakt ist und sie zu hause mit eisernem Besen durchkehren muss. Denn bald weht auf der Erde ein anderer Wind und dann müssen sich einige Leute warm anziehen. Was sie der versammelten AFD-Ortsgruppe auch nochmal vor der Abreise recht #superschwellig verklickert

Susan macht inzwischen auch die Abreise. Sie macht sich mit Marcus auf zum Ameisenplaneten, um mit den Allerersten zu reden. Die erweisen sich allerdings als eher wortkarg. Doch Susan wäre nicht Susan, wenn sie nicht einen Weg finden würde, die uralten hochentwickelten Holzköppe zum Mitmachen zu überreden, indem sie psychounlogisch vorgeht

War sonst noch was? Achja: Garibaldi hat einiges zu erdulden in dieser Folge. Erst kaut ihm Zack das eine Ohr ab, weil seine Uniform nicht richtig sitzt (darüber hatte sich Jeff Conawy tatsächlich mehrfach beim Dreh beschwert, so dass die Produzenten das einfach in ein Script eingebaut haben), dann kaut G’kar am anderen Ohr weiter, weil er in den geheimen Zirkel aufgenommen werden will. Nur um dann nachts um zwei – Zeugen Jehovas like – mit der heiligen Schrift auf der Matte zu stehen.

Eine vollgepackte Episode, die zwar extrem spaßig daher kommt, aber trotzdem ne Menge Zeug zum Nachdenken mitbringt. Das Gespräch zwischen der (noch nicht)nackten Propaganda-Bitch und Sheridan fliegt zum Beispiel zur Zeit durch einschlägige Facebookseiten. Man kann Probleme eben einfach lösen, indem man die Definition des Problemes ändern. Ein toller Monolog, der wieder mal die Frage aufwirft, ob sich heutige Politiker die Serie einfach als Nachschlagewerk zur Hand genommen haben. Susans Allerersten-Verarsche ist vielleicht ein bißchen billig, aber vermutlich wächst das Ego auch mit der Macht. John Schuck als Draal ist gewohnt großartig und wir hätten gerne noch mehr von ihm gesehen.

Insgesamt wieder ein tolles Beispiel wie sehr „Babylon 5“ seiner Zeit vorraus war. Und wir vergeben unisono

5 von 6 Centauripenissen

Sorge Dich nicht, benutze das Hyperraumsprungtor!

Nanu? Eine Folge so völlig, ausserhalb der Reihe? Das hat einen Grund: Heute auf den Tag, am 22.2.1993 flimmerte der Babylon 5 Pilotfilm über die Röhrenfernseher der 90ger.

Den 25. Geburtstag von Babylon 5 wollen wir mit einer kleinen Sondersendung ehren. Dazu haben wir einen Mann eingeladen, der eigentlich vor allem durch seine Star Trek Geschichten bekannt sein dürfte, wenn er nicht grade über Sagen aus der Eifel schreibt oder über die Gehversuche seines Vaters im Internet.

Christian Humberg

hat nicht nur die erste offiziell lizensierte deutsche Star Trek Romanserie verfasst, sondern – wie er uns verrät – einige Konzepte für Babylon 5 Geschichten in der Schublade, allerdings wenig Hoffnung, die irgendwo veröffentlichen zu können.

Denn Christians Herz schlägt für Babylon 5. Beweise? Gern. Hier ein paar Zitate:

„Ich streichle meine Babylon 5 DVDs bis heute gern.“

„Ich glaube, niemand auf der Welt ist ein Byron Fan“

„In Babylon 5 musst Du Dich ein Stück weit reinarbeiten. Wie in einen großen, guten Roman.“

„Moderne Erfolgsprodutionen wie Game of Thrones [..] stehen allesamt – und sei es nur ein bisschen – auf dem Fundament dieser kleinen, zeitlebens immer halb von der Absetzung bedrohten Produktion aus den 1990gern.“

Und letztendlich war „Babylon 5“ auch ausschlaggebend für Christians Studienortwahl. Darüber – und über noch viel mehr – plaudert er eine knappe Stunde lang mit Sascha. Zwei (ex)Eifler, die sich über das Dasein als SciFi Nerds in der Provinz unterhalten.

Und nun holt den (alkoholfreien) Sekt raus, wir wollen mit Euch auf unsere Lieblingsserie anstoßen! Und zwar auch gerne off-Air: Es gibt einige Neuigkeiten, was Deine Novemberplanung betrifft.

Spock Junior sagt: Jeder nur ein magnetisches Kreuz!

Kommen wir nun zu einem Gleichnis gar biblischen Ausmaßes: Wir lernen Bruder Edward (ohne Scherenhände) kennen und mögen, denn er ist einfach eine Seele von Mensch, wie uns hier recht superschwellig um die Ohren gehauen wird. Stellt sich aber heraus: Die Seele ist gar nicht seine. Sondern gehört Edward 2.0, der neu auf die geistige Festplatte aufgespielt wurde, weil sich die erste Version des geistigen Betriebssystems sagen wir als etwas unrund erwiesen hat.
Stellt sich (für uns schon relativ früh und offensichtlich) heraus: Der gute Edward war früher mal der böse James, der in billigen Kulissen diverse Frauen gemeuchelt hat. Deshalb hat man sein Gedächtnis gelöscht und ihm eine neue Persona verpasst. Was wiederum den Familien seiner Opfer so gar nicht passt. Weil ihrer Ansicht nach der Mörder noch frei rumläuft. Sie haben also weder Kosten noch Centauri-Telepathen gescheut, um in Edward erst die Erinnerung an sein frühes LasterLeben zu wecken und dann als durchgeknallte Racheengel vorm Mönch zu stehen.
Tja, da hängt er nun, der Edward und weil das Rote Kreuz auf der Station deutlich uneffektiver ist, als das von seinen Häschern eiligst improvisierte, macht er in den Armen von Bruder Theo seinen letzten Atemzug. In der Gewissheit, dass er die Kraft hatte, sich seinem Schicksal zu stellen. Und ebenfalls in dem Wissen, dass er nun sowohl die Sünden seines aktuellen als auch seines vorherigen Lebens büßen konnte. Und sein Mörder? Den ereilt – welch Überraschung – die gleiche Strafe wie sein Opfer und kommt als nicht minder creepy guckender (diesmal aus anderen Gründen) Mönch verwandelt zurück auf die Station, was Sheridans große Worte von Vergebung ein wenig auf die Probe stellt.

Lyta hat erst ne Weile an der Grenze der Vorlonen und dann bei den Vorlonen abgehangen und hat neben einer gesundheitlichen Generalüberholung eine Honoraranstellung als freie Mitarbeiterin des Botschafts abgestaubt. Das und die Tatsache, dass vorher noch niemand einfach so zu den Vorlonen spaziert und wieder zurückgekommen ist, macht Garibaldi natürlich stutzig.
Welch ein Glück, dass sie grade auf die Station zurück gekehrt war, um an der Aufklärung des Falls mitzuwirken. Hätte sie auch dem Erste-Hilfe-Team vielleicht gesagt, wo Edward ist, und nicht nur Garibaldi, hätte man den Mönch natürlich vielleicht noch retten können. Aber wir wollen nicht päpstlicher sein, als der Papst.

Auch diese Folge fühlt sich irgendwie merkwürdig an, punktet aber dadurch, dass hier moralische Themen zwar angerissen werden, es aber am Ende nicht die „Guckt mal Kinder, DAS ist die richtige Meinung“ Lösung gab, sondern man sich als Zuschauer durchaus seine eigenen Gedanken machen darf und muss. Kritikpunkte gibt es allerdings für die zeitweise belanglose Regie. Da hätten wir uns bei dem Namen etwas Anderes erwartet.

Davon ab und trotz des ziemlich überstürzten Endes machen wir keine drei Kreuze, dass die Folge endlich vorbei ist, sondern hätten uns im Gegenteil etwas mehr Zeit gewünscht, um die Apekte der Folge mehr zur Wirkung zu bringen. Aber auch so hinterlässt die Episode drei zufriedene Ratsmitglieder, die insgesamt

4 von 6 Penissen