Willkommen beim Grauen Rat - DEM deutschsprachigen Babylon 5 Podcast

Hier die neusten Episoden:

Heiß und fetzig – die kulinarische Conversation

Es ist noch Suppe da! Sagt der Mann, der die meiste Zeit der Babcon25 selbige nur durch Rauchschwaden von der Bande aus beobachten konnte: Küchenjunge Raphael

Der lässt sich heute in die Töpfe schauen und klärt auch das Myterium der vergangenen Folge auf, wo Koch und Köstlichkeiten sich so lange rumgetrieben haben, während die Helfer mit langen Mägen und hängenden Armen darauf warteten, das Essen ins Planetarium zu tragen: Woanders. 🙂

Kurz: Sascha und Raphael blicken gemeinsam zurück auf unsere Veranstaltung zu 25 Jahren Babylon 5, aber lassen auch unsere Ehrengäste zu Wort kommen. Es erwarten Dich Interviews mit

Dr. Andreas Schmidt vom Planetarium
Marion und Ralph Kruhm
Torsten Dewi
Michael Erdmann

Ausserdem schonmal ein kurzer Hinweis:

Am nikolaustag ab 20:15 gibt es die Staffelgala 2018

Das Ganze natürlich wieder im Stream des Podcastimperiums

Der Nikolaus packt Dir auch was in den Stiefel, denn wir haben anlässlich der Babcon noch das ein oder andere Goodie einsacken können, das wir auch gerne weitergeben.

Und nun viel Vergnügen und wir hören uns am Nikolaustag!

Mad Takes – jenseits der Donnerkuppel

Jetzt isser schon wieder rum, der Tag, auf den wir monatelang gewartet und wochenlang drauf hingearbeitet haben:

Ist Geschichte. Und was für eine! Mit Happy End, happy BesucherInnen und happy OrganisatorInnen. Wir könnten jetzt viel hier schreiben. Da wir das aber schon anderswo gemacht haben, verweisen wir einfach darauf.

Und eigentlich reden wir ja lieber. Denn wenn sich Podcaster in einem Planetarium treffen, werden erfahrungsgemäß die Aufnahmegeräte herumgereicht. Und so sind ein paar endorphingeladene Aufnahmen entstanden, die wir Dir natürlich nicht vorenthalten wollen.

Wir sind immer noch hin und weg von diesem Wochenende und können nicht oft genug Danke sagen an alle, die das möglich gemacht haben.

Wir haben mitbekommen, dass Einige vor Ort dann doch gerne noch eine Tasse oder ein VOTR-Sammelband gehabt hätte. Weil das Interesse am Tag so groß war würden wir nochmal eine Stiege Tassen anschaffen und auch die Druckerpresse nochmal anschmeissen lassen, falls sich da Abnehmer finden. Wir richten auf der Babcon-Seite einen kleinen „Shop“ ein in den kommenden Tagen und weisen dann auf den entsprechenden Kanälen darauf hin.

Und jetzt genug geschrieben, jetzt wird geredet. Wir hören uns spätestens bei der Staffelgala wieder!

Keine Vorlonenlampen für Schattenschlampen

Anna und die Wunderlampe

Wer kennt das nicht? Grade die erste Nacht mit der Neuen verbracht, steht plötzlich die Ex in der Tür und ist alles andere als tot. Es ist Anna, wie sie lallt und lebert. Bestätigt und besiegelt vom kompetentesten Arzt der Station. UND von Doctor Franklin.
Viel Zeit zum Grübeln hat Sheridan nicht, denn die Alte drückt im metaphorisch die Pistole auf die Brust: Entweder Du kommst mit nach Z’ha’dum oder….nicht! Dann geh ich eben wieder! Hui! Aber immerhin werden im Austausch ein paar Informationen über die schattige Heimatwelt in Aussicht gestellt.
Auf Z’Ha’dum angekommen gibts statt heißer Reibereien erstmal heißen Tee – und warme Worte, während der aufgewärmte Zausel-Einstein versucht, die Sache mit den Schatten zu relativieren.
Irgendwann hat John genug gehört und lässt die Bombe platzen. In mehrfacher Hinsicht. Erst mal verbal. Er weiß nämlich längst, dass Anna die letzten Jahre in einem Schattenschiff gesteckt hat und der Reboot der geistigen Festplatte mehr als mangelhaft war. Erst wird die Gang mit dieser Tatsache konfrontiert, anschließend mit dem Mündungsfeuer der Reservewaffe. Und so ganz nebenbei hat er ein paar hundert Megatonnen Sprengkraft an Bord seines Schiffes mitgeschmuggelt.
In einem letzten heroischen Akt lenkt Sheridan den weißen Stern voller Bomben in Richtung Planeten, ruft noch einmal laut „Machts gut, Ihr Trottel!“ und hüpft in ein zufällig bereitstehendes bodenloses Loch. Das war das vorletzte, was Anna in ihrem grade wieder gewonnen Leben gesehen hat. Das letzte war eine atomare Detonation.

Was sollen wir sagen? Obwohl die Folge einige Jährchen auf dem Buckel hat, steht sie noch wie eine eins. Selbst wenn gefühlt ein Drittel der Episode aus (teilweise neu gefilmten) Archivmaterial besteht. Weil es eben um Charaktere geht. Und deren Handlungen Konsequenzen haben. Sowas sucht man in anderen Serien *hust*Voyager*hust* beides vergebens. Und deshalb sehen wir hier eine Babylon 5 Folge, wie sie im Lehrbuch steht

Mary:
„So sollte nicht nur Babylon 5 sein, so sollte Fernsehen im allgemeinen sein!“

Wir hättens nicht besser formulieren können und vergeben deshalb:

6 von 6 Penisse

Damit endet die dritte Staffel mit einem Paukenschlag und wir verabschieden uns in die Winterpause. Allerdings noch nicht ganz. Es gibt noch eine Staffel-Abschlussgala. Da sind wir auf Deine Meinungen gespannt. Schick uns eine Mail oder lass einen Kommentar hier unterm Beitrag und sei dabei, wenn wir mit viel Alkohol und guter Laune ein bis sechs Blicke zurück auf die dritte Staffel werfen. Den Termin geben wir noch bekannt.

Ganz klar ist ein Termin: Am kommenden Samstag sehen wir uns bei der Babcon25 im Planetarium in Erkrath! Wir freuen uns!

Die Kernaussage im Nieselregen

Heißer Sex! Brüste und Penisse! All das gab es nicht bei der Timelash, der deutschen Doctor Who Convention in Kassel. Obwohl die ein oder andere Brust drohte, durch eine eng geschnürte Korsage aus der selbigen zu fallen.
Und so sitzen wir nun auf einer Bank vor dem Kasseler Kulturbahnhof und schauen Cosplayern beim Cosplayen zu und bekommen dabei Hunger. Wir nutzen also die eine Convention, um schonmal ein bißchen auf eine andere Convention zu blicken:
Auf die Babcon 25 – Unsere Jubiläumscon zum 25. Jubiläum der Serie

Mary, Alex und Sascha sind trotz der Kälte und Nieselregen heiß. Darauf, Dich zu sehen am 10. November im Planetarium in Erkrath. Was ist noch zu tun? Was gibt es zu Essen? Und was passiert da eigentlich im Planterarium? Wir wagen schonmal einen kleinen Blick voraus.

Dafür nutzte Sascha die Zeit und Gelegenheit, mit einem riesengroßen Babylon 5 Fan zu sprechen (und damit ist nicht Micha gemeint, der Sascha eine dicke Tüte mit B5 Fanzines in die Hand drückte, danke dafür!) nämlich
Claudia Kern
Sie ist nicht nur Übersetzerin und Autorin und Kolumnistin in diversen Nerd-Magazinen, sondern war auch zweimal am Babylon 5 Set zu Besuch. Darüber und über noch viel mehr redet sie im Interview mit Sascha. Stellt sich heraus: Die beiden haben sehr ähnliche Ansichten, auch was andere Serien betrifft. Vielen Dank Claudia, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Minbari, die auf Männer starren

Hm….wo fangen wir an, ach ja. Am besten am Ende. Sherdians totgeglaubte Frau sieht nämlich aus wie runderneuert. Von vorne wie von hinten ANNA. Pikant: Die (Ex?)Frau Sheridan kennt offenbar nicht nur den nie geänderten Türcode ihres (Ex?)Mannes, sondern platzt auch dummerweise genau in ein Schläferstündchen von John und Delenn. Die gute hat ihm nämlich eine gemeinsame Nacht versprochen, wenn er ein paar Schatten für sie aus dem Weg räumt. Quasi Proto-Bene Gesserit-Methoden, die wir hier bei den Minbari erleben.

Was führt uns zu diesem Malheur? Nun, beginnen wir von vorne (ach, auf einmal!) Wir erinnern uns: Delenn und Sheridan hatten den Plan der Schatten ausbaldowert: Die haben in der Vergangenheit Flüchtlinge in einen gewissen Sektor getrieben und werden mit Sicherheit bald dort angreifen. Deshalb werden Susan und Marcus zum Erkunden vorgeschickt, während man bei den Ausserirdischen sehr geschickt um deren Beitrag für eine Angriffslflotte verhandelt.

Lange Rede kurzer Unsinn: Der Plan geht auf, die Flotte trifft noch rechtzeitig ein, um Susans Arsch zu retten und ein paar Schatten-Ärsche zu treten. Das ganze live kommentiert von Mehmet Sheridan und Delenn Töpperwien im modernen 3D Spottstudio.
Beim Abfiff wird allerdings schnell klar: Der Sieg war teuer erkauft: Wobei eine Verlustwuote von 2 zu 1 angesichts der bisher angedeuteten Omnipotenz dieser Schattenschiffe recht akzeptabel scheint. Allerdings ist allen Beteiligten recht schnell klar: Diese Schmach lassen die schattigen Gesellen nicht auf sich sitzen und holen eben die schärfste Waffe hervor, die man(n) sich vorstellen kann: Die Exfrau. Und damit wären wir wieder am Anfang.

Aber da war doch noch was mit nem anderen offenen „Handlungsstrang“ ach ja: Auch Doctor Franklin darf mit Kugeln spielen. „Er kommt bewaffnet mit moralischer Überlegenheit zu einer Messerstecherei.“
Und während der Doctor da vor sich hinblutet erscheint trifft er sich dann doch wie angekündigt selbst, sein Alter Ego ist allerdings alles andere als Freundlich. Es ist nämlich ehrlich. Und geigt seinem sterbenden Ich mal so richtig die Meinung.
Immerhin hat der eingebildete Tritt in den Allerwertesten auch therapeuthische Wirkung: Der angeschlagene Doc rappelt sich wieder hoch und rettet sich in die Arme von Sicherheitskräften.

Wir würden der Folge auch gerne eine höhere Wertung geben, aber erstaunlicherweise hat es „Walkabout“ geschafft, nachträglich diese Folge hier runterzuziehen. Schließlich hatten wir schon in jener Folge (über die wir eigentlich nie wieder sprechen wollten) eine richtungsändernde Schlacht gegen Schatten und eine B-Handlung mit Franklin. Es sieht also alles recht opulent und blutig aus, fühlt sich aber irgendwie an, wie schonmal da gewesen. Dieser Expositionsdump am Anfang der Folge stößt da nur noch mehr Keile in diese Kerbe.

Die Optik und Inszenierung der Raumkämpfe weiß dagegen auch fast 25 Jahre später immer noch zu gefallen, obwohl es fast ein bißchen schade ist, dass für den Projektionsraum das Budget für den Minbari-DJ gestrichen wurde. Aber es freut uns zu hören (haha) dass er einen neuen Job als Ansager für Bordinformationen bekommen hat.

Auch etwas merkwürdig: Wurde uns nicht folgenlang um die viel zu kleinen Minbari-Ohren gehauen, dass Susan an Bord der Whitestar unbedingt einen Dolmetscher braucht? Das war doch der ganze Sinn hinter Marcus. Und dann der sich plötzlich aufs Ohr hauen und seiner angebeteten noch ein paar genuschelte Minbari-Sätze ins selbige hauchen, die sie offensichtlich nicht versteht.

Der Auftritt von Anna Sheridan war natürlich ein Hammer und reißt die Wertung nochmal nach oben. Wir vergeben deshalb

4 von 6 Centauripenissen

Die War-Room-Romanze und das falsche Spiel um den Gut-Centauri

Sheridan hat wenig Grund zur Freude. Zum einen nervt ihn, dass er einfach nicht hinter die Taktik der Schatten kommt. Eigentlich würde er jetzt gerne im War-Room über das Problem grübeln, aber seine nochnichtganzFreundin kaut ihm währenddessen das Ohr ab.
Ein Glück, dass seelischer Beistand an Bord ist: Kommen ein Rabbi, ein Hindu, ein Moslem und ein Reverent auf die Station. Stellt sich heraus: Die Geistlichen verbreiten nicht nur ihre jeweilige frohe Botschaft, sondern halten auch die Ohren offen für die Botschaften anderer. Dass die Kirchen aktiv den Widerstand gegen das Regime unterstützen ist eine tolle Idee vom atheistischen JMS. Leider sind Mary und Sascha beim (letzten) Abendmahl etwas abgelenkt. Die eine von den Lampen und der andere von der schicken Tischdeko auf dem nicht wirklich schicken Tisch.

Doch im Gegensatz zur letzten Folge fischt JMS nicht im trüben Porno-Dialog Wasser, sondern schürft mit Reverend Will Dexter pures Dialog-Gold. Dass dieser bei seinem nächtlichen Lustwandeln ausgerechnet in das völlig unbewachte Büro des Stationskommandanten spaziert ergibt logigtechnisch vielleicht nicht unbedingt Sinn, aber tolle Gespräche über Liebe, Vertrauen und aufgeräumte Zimmer. Und für Sheridan (Mary würde sagen eeeeendlich) den nötigen Schubs in Richtung Delenn.
Gemeinsam mit Delenn kommt man hinter den Plan der Schatten, die mit Absicht einen Sektor in Ruhe lassen, um dann dort mit voller Wucht zuzuschlagen. Halleluja! Diese Entdeckung muss gefeiert werden! Mit Nonnen und Kreuz!

Aber wir kommen wir zu dieser Situation? Ganz einfach, liebe Kinder: Lord Refa kommt auf die Station und bekommt spitz, dass Londo eine Falle für G’Kar plant, um bei Hofe mehr Einfluß zu bekommen. Das will er natürlich für seine eigenen Pläne nutzen, hat aber offenbar nie Dune gelesen, sonst wüsste er, dass man einen Plan am besten in einem Plan versteckt. So kommt die Böse Überraschung, als sich Refa im Keller der Narn Palastes schon am Ziel seiner Träume sieht in Form eines Londo-Hologramms.

Stellt sich raus: Londo und G’Kar steckten von Anfang an unter einer Decke und nun ein Datenkristall mit verräterischen Informationen in Refas Jacke. Dumm gelaufen: Der Intrigant ist nicht nur selber das Opfer einer Intrige geworden, sondern jetzt auch ziemlich tot. Und sein Ruf am Hofe gleich mit. Und der Minister not amused

Aber immerhin haben wir doch noch ein Happy-End. Nämlich für Mary. Die kann nämlich endlich miterleben, wie sich Sheridan und Delenn in die Arme fallen.

Die Guteste war zwischenzeitlich nämlich fleißig und hat die Copy&Paste Funktion am CGI-Rechner entdeckt. So war es ihr mühelos möglich, aus einer Whitestar gleich dutzende, was sag ich, hunderte zu machen.

Mary: „Das ist so eine Folge der Superlative finde ich.“

Und da hat sie recht: Die Dialoge sind alle erste Sahne, die oben gesehene titelgebende Szene mit dem Tod des Intigranten ist grandios inszeniert und der Plan im Plan im Plan ist so großartig erdacht und ausgeführt, dass sich so manche halbnackte Drachenlady vor Scham hinterm eisernen Thron verstecken muss. It’s about the story, man! Wir vergeben deshalb die volle Punktzahl:

6 von 6 Penisse

Comic Relief im Küchenstudio

Man kennt ihn vom Poppschutz-Podcast, der dritten Macht oder als Jadablinkts bei twitter. Und jetzt ist er zur Zeit auf Podcaster-Tour und irgendwie kurz vor der polnischen Grenze gelandet. Quasi wie dereinst Zathras unter Saschas Küchentisch materialisiert. Also bekommt er gleich ein Headset aufgedrückt, denn es hat sich ein bißchen was an Hausmeisterei angesammelt.
Unser Neu-Hörer Lars ist nicht nur der ungekrönte König der Kommentarspalten, sondern hat uns auch diverse Audio-Botschaften zukommen lassen. Und weil der Lars nicht nur schneller als jeder Babylon 5 Computer die Datenraten von Disketten und Datenkristallen ausrechnen kann, sondern auch eine vollständige Sammlung Babylon 5 Comics besitzt, hat er uns auch gleich eine Besprechung zum ersten „Band“ geschickt:
„In Darkness find me“

Stellt sich heraus: Es ist genau jener Comic, von der Sascha vor dem Einspieler sprach. 🙂

Wie dem auch sei: Wir freuen uns auf weitere Einspieler und Feedback. Nicht nur von Lars 🙂

Sowas von den Zarg gezogen

Hallo, Freunde der seichten Unterhaltung! Wir steigen heute ganz tief hinab auf der Niveauleiter. Und das liegt nicht nur an unserem Gast-Kommentator. Der gute André lag uns schon lange in den Ohren, dass er unbedingt eine Folge mit uns besprechen will. Und damit er ja nie wieder kommen möchte, haben wir ihm die Folge aufgedrängt, die weithin als DIE schlechteste Folge der Serie gilt. Und man hört, wie dem Erstseher das ein oder andere Fragezeichen über den Kopf erscheint.

Machen wirs kurz: Ein Carl Winslow-Double ist wie vom Stationsboden verschwunden (wir als Zuschauer wissen natürlich, dass er genauer gesagt IM Stationsboden verschwunden ist.
Garibaldi macht erstmal eine Stationsvorarbeiterin rund und sich dann nagelbettkauend auf die Suche nach einem Stockwerk, das niemand vermisst, ausser er selbst. Spoiler: Er findet es.

André:
„Dann trifft er auf ne Bauchrednerfigur, die ihn anspuckt. Und als er dann wieder aufwacht ist da Freddy Krüger mit seinen Freunden.“

Stimmt. Erschreckenderweise passiert genau das. Und Freddy Krüger spricht zu der Hand. Stellt sich raus: Tief im Bauch der Station haust ein Kult, der sich von den Fäkalien der restlichen Stationsbewohner ernährt und nicht nur Sch… im Bauch hat, sondern auch im Kopf.
Der Gipfel der Peinlichkeit: Der Kult hat sich nicht nur unglaublich viel Mühe gegeben, ihr Level zu verstecken, sondern verbindet das Leveln auf die nächsthöre Ebene mit einer Begegnung mit dem grausamsten Gummimonster seit 80er Jahre „Doctor Who“. Wir präsentieren: Den ZARG!
Aber Garibaldi macht auf dicke Hose, zaubert die Patronen aus selbiger und kann Kirk-like den Zarg mit einer selbstgebauten Dampfröhren-Wumme erlegen. Ist so bescheuert, wie es klingt.

Delenn hat dagegen eine Beförderung in Aussicht: Nach Sinclairs Abheben soll sie seine Ranger erben. Alles knorke, wenn die knochige Kriegerkaste nicht was dagegen hätte. Also wird Marcus von Lennier in einem Anflug von Hintertriebenheit vorgeschickt, um gefühlt stundenlang gegen Neroon zu kämpfen, während Rattteng aus dem Playboy vorliest und Adam Baldwin andächtig im Hintergrund lauscht.
Am Ende erkennt Neroon, dass Marcus zwar für Delenn sterben würde, aber nicht für ihn und nach ein paar flachen Witzen am Krankenbett ist die Sache erledigt.

Damit ist alles gesagt. Im Grunde kann man die Folge streichen und in der nächsten kurz erwähnen, dass Delenn die neue Power-Rangerin ist, was der Kriegerkaste nicht gefällt, und feddisch. Die Grau17-Story funktioniert entgegen JMSens Äußerungen nicht mal auf dem Papier. Murks. Wurgs.

1 / 6 Penisse

Stellt sich aber raus: André hätte sich diese sagenumwobene Folge NOCH schlechter vorgestellt und ist nun neugierig auf den Rest der Serie. Vielleicht auch mal eine gute Methode, Erstseher mit Babylon 5 vertraut zu machen. Wer diese Folge übersteht, ist bereit für die wirklich guten Folgen.

Ulrich, der lila Vorlone und die blutige Schattenbremse

Herzlich wilkommen zu einer Folge, vor der sogar die Protagonisten am liebsten flüchten wollen. Bis auf Lyta, die extra vorbeikommt, um uns eine Kostprobiere ihres schauspielerischen Untalents zu demonstrieren. Ihr erster Aufritt auf der Krankenstation veranlasst unseren Stationkommandanten, das Weite zu suchen und der Station wortwörtlich aufs Dach zu steigen.
Leider haben die Aussenaufnahmen vor dem Vorspann so dermaßen ins Budget geschlagen, dass für ein Andockmanöver und ein elegantes Veralssen des Schiffs kein Geld mehr da war. Der gute Kosh 2 (in Fachkreisen Ulrich genannt) rollt deshalb hinter einem generischen Hochregal hervor, um sein konspiratives Begrüßungstreffen mit Susan und John zu halten. Streng geheim.
Dass unter der neuen Haube jetzt auch ein ganz anderer Wind weht zeigt sich gleich bei der ersten Begegnung zwischen Lyta und Ulrich. Der geht nämlich ganz schön grob mit der guten um.

Die darf auch gleich noch ein bißchen mehr von ihrem „Können“ zeigen, denn Sheridan will die Theorie, dass Telepathen den Schattenschiffen schaden könnten in einem Feldversuch testen. Ums kurz zu machen (ungefähr so kurz wie in der Folge, wo diese eigentlich fundamentale Entdeckung mal so nebenbei abgehandelt wird): Klappt. Nur dummerweise kommen noch mehr Schattenschiffe, um dieses Forschungsergebnis unter den Teppich zu schießen. Doch dank einiger Backup-Telepathen und einer kleinen Flotte, angeführt von G’Kar kann man den ersten Sieg über die Schatten erringen! Das könnte DER Turningpoint der Serie sein, wenn er nicht so belanglos erzählt worden würde.

Und wir fragen uns weiterhin: Warum ist das eine Nebenhandlung? Denn den Rest der Folge verbringen wir bei *seufz* Doctor Franklin. In einer Bar. Mit einer drogenabhängigen Sängerin. Die singt. In einen Leuchtdildo. Und wer jetzt denkt: Naja, ein bißchen Musik, was kann daran schlimm sein? Laß Dir sagen: Gefühlt besteht die Hälfte der Folge aus Musik. Und zwar vom Chef selbstgeschrieben. Dazu Dialoge, bei denen man brechen könnte. Apropos brechen: Kurz nach dem GV bricht der Arzt wieder durch und Franklin belehrt seine durchgenagelte, dass sie gefälligst nicht soviel saufen soll. Diese wiederum verlangt im Gegenzug nach Drogen. Das hätte Franklin ein klitzekleines Warnzeichen sein können. Statt dessen pennt er nochmal ein und wacht ohne Frau und ohne Kreditkarte auf. Depp. Aber: Cathlyn ist mitnichten ein Junkie, sondern einfach nur todkrank und braucht die Drogen gegen ihre Schmerzen.
Ende vom (G)lied: Die Trulla bittet Franklin, die letzten Wochen bei ihr zu bleiben. Und der Arsch wandert weiter. Als gebrochener Mann. Also kameratechnisch. Denn neben der schmalzigen Musik wird Franklin auch noch durch schmierige Gläser in mehreren Facetten gefilmt.

Fazit:

Babylon 5 goes Baywatch. Folgen, die gefühlt zur Hälfte aus Musikvideos bestehen, kennen wir normalerweise nur von Malibu Beach. Keine Ahnung, was JMS geritten hat, diesem absolut belanglosen Handlungsstrang so dermaßen viel Prominenz und Zeit einzuräumen. Zumal er Franklin absolut kein Stück voranbringt. Und diese Dialoge!

Der andere Handlungsstrang ist deutlich interessanter: Man hat eine Waffe gegen die Schatten! Aber merkwürdigerweise reichen dann doch ein Narn-Schiff und der weiße Stern, um auch ohne Telepathen ein Schiff zu zerstören. Warum dann der ganze Aufwand? Da baut man sich etwas auf, um 5 Minuten später wieder alles mit dem Hintern einzureißen.

Was zu gefallen weiß sind die tollen Außenaufnahmen vor dem Vorspann und zum Teil auch die Szenen um den neuen Vorlonen-Botschafter. Man ahnt schon, dass mit dem nicht alles eitel Sonnenschein sein wird. Auch wenn der gute Captain da ziemlich begriffstutzig wirkt, wenn er Kosh zum dritten Mal nach seinem richtigen Namen fragt.

Die (hier gar nicht angesprochene) Nebenhandlung um das Narn-Schiff hat tolle Dialoge, aber irgendwie haben wir das Gefühl, dass G’kar eigentlich schon weiter sein müsste und sich ein bißchen zu sehr vom Narn-Captain auf der Nase rumtanzen lässt.

Am Ende kommt aber eine klar unterdurchschnittliche Folge bei raus und wir vergeben

2,5 von 6 Penissen

Die drei Einen und der zeitreisende Botschafter

Vor tausend Jahren

Und weiter geht die wilde Reise durch Raum und Zeit. Und immer noch haben wir Verstärkung aus der Skeptikerkaste für den grauen Rat: Hoaxilla hat uns wieder den Hoaxmaster ausgeliehen.
Wo waren wir? Achja: Die Babylon 5 Crew ist auf Babylon 4 und versucht, die Babylon 4 Crew zu überlisten. Was angesichts des hiesigen Kommandostabes nicht sehr schwierig sein dürfte.

Währenddessen hat Sheridan in der Zunkunft andere Sorgen: Er soll schließlich bald geköpft werden. Überraschenderweise wartet in der Zelle seine Frau, die irgendwas von ihrem Kind und schrecklichen Dingen spricht, die unbedingt verhindert werden müssen. Sheridan bringt sie erstmal durch einen gezielten Kuss zum Schweigen.
Doch Londo ist wie ausgewechselt und lässt Sheridan laufen. Kommt vom Saufen. Und wir sehen gleich mehrere Prophezeiungen, die hier erfüllt werden:
Das Auge, das nicht sehen kann,
der, der schon tot war
Vir wird Imperator statt des Imperators
Londo stellt sich seiner größten Furcht
Londo und G’Kar würgen sich zu Tode.

Wow. So viel Auflösung in so kurzer Zeit. Und so viele offene Fragen, die JMS damit wieder aufwirft. Er hats schon wieder getan!

Am Ende (oder besser: Kurz davor) ist alles geschafft: Station leer, Zeitsprunggerät installiert, kann los gehen. Aber da waren doch noch ein paar Fragen zu klären. Stellt sich raus: Auch wenn immer wer anders im Anzug gesteckt hat, war es doch immer der Eine. Denn ähnlich wie die katholische Kirche die Dreifaltigkeit erfunden hat, um ihr Panoptikum noch halbwegs als monotheistisch durchgehen zu lassen, hat JMS einen besonderen Kniff gefunden, um diverse Logiklöcher und die Handlung der ersten Staffel irgendwie in diese Folge zu stopfen: SOWOHL Sheridan, als auch Delenn UND Sinclair sind der Eine. Und jetzt kommst Du!

Was sollen wir sagen? Wir erinnern uns noch, wie uns beim Erstsehen die Kinnladen runtergefallen sind. Und eine 2 Jahre alte Folge, die mit einer komplett anderen Premisse gedreht wurde, irgendwie so in diesen Zeiteiler zu quetschen, dass die trotz neuer Entwicklungen in der Serie fast nahtlos da rein passt ist eine Meisterleistung. Wir ziehen den Hut und die volle Ladung Penisse aus unseren (nicht vorhandenen) Hosen:

6 von 6 Penisse