Kamerakind Kosh: Schatten im Bild

Heute geht die Post(mortem), denn ein lebender Toter besucht die Station. Ausserdem: Monster!

Aber der Reihe nach. Unser allseits nichtgeliebster Mr Morden ist wieder mal auf der Station und muss feststellen, dass Vir ihn nicht nur nicht mag, sondern ihn am liebsten aufgespießt sehen würde, was zu einer der ikonischten Szenen der Serie führt.
Aber der Stinkstiefel kann nicht lange seinen Stinkefinger genießen, denn beim zufälligen Aufräumen der Sachen seiner verstorbenen Frau stößt Sheridan zufällig auf das Bild von Morden. Und zwar, als zufällig gerade Garibaldi daneben steht, der sich zufällig an ihn erinnert und feststellt, das Morden zufällig gerade auf der Station ist. Vielleicht ein Zufall zuviel. Aber immerhin die Vorlage für ein Doctor Who bezogenes Meme
Sheridan fackelt nicht lange und läßt Morden von Garibaldis Mannen verhaften, die sich bei der Aktion erstaunlich kompetent anstellen. Von jetzt an gehts moralisch bergab mit Sheridan. Der will nämlich wissen, was genau mit seiner Frau passiert ist und warum die damals gestorben ist und Morden überlebt hat, obwohl beide auf dem gleichen Schiff waren.
Der verdächtige bleibt verdächtig gelassen, während Sheridan so langsam aber sicher in den Wahnsinn abdriftet und zwar so sehr, dass Susan übergriffig wird und Garibaldi(!) aus moralischen Gründen(!) das Handtuch schmeißt.

Erst ein Diavortrag von Kosh kann den Captain wieder einigermaßen zur Raison bringen. Und uns ins schwadronieren. Denn die Aussage von JMS, dass Kosh persönlich mit der Kamera auf der Lauer gelegen hat, um das Erwachen der Schatten zu filmen, scheint uns doch sehr aus der Luft gegriffen

Alles in allen eine Hammerfolge, die vieles von dem aufgreift, was schon seit Staffel 1 vorbereitet wird und für uns (also für die beiden, deren Eltern klug genug waren, einen VHS-Rekorder zu bedienen 🙂 ) war das damals ein echter Augenöffner, der uns gleichzeitig fast den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Eine Folge, die unheimlich wichtig ist zur charakterbildung von Sheridan (der jetzt vom Sunnyboy zum harten Hund wird) und Vir (der hier mal Zähne zeigt und vielleicht seinen Wunsch irgendwann erfüllt bekommt) mit vielleicht ein bißchen viel Exposition in Dialogform, das diesmal allerdings verschmerzbar ist. Nur darf man über einzelne Punkte und JMS Kommentare dazu nicht allzu intensiv nachdenken.

All das tut der Folge keinen Abbruch: Die spielt schon ganz oben mit in der Liga der Top-B5-Folgen. Wir vergeben

5 von 6 Centauripenissen

Aktenzeichen B5 ungedöst: Ivanova im Interview und der schleimende Senator

Willkommen zu einer spannenden Reportage von unserer Lieblingsstation. Die erstaunlicherweise keinen Presseoffizier beschäftigt, der lästige Interviewanfragen abwimmelt. Und schon steht das Kamerateam mit vom Föhrer persönlich unterzeichneten Drehgenehmigung auf der Luftschleusenmatte.
Eigentlich würde Ivanova diese mitsamt Inhalt gerne wieder nach draussen öffnen, konnte aber durch ein traumatisches Kindheitserlebnis, das Doctor Franklin mit traurigen Dackelaugen in die Kamera vorträgt, davon abgehalten werden. Apropos Dackelaugen: Zum einen haben wir ausgiebig über Marys Möpse diskutiert (das aber rausgeschnitten und exklusiv unseren Patronen zur Verfügung gestellt) und zum anderen wurde offenbar Ivanova als Wachhund an die Seite des Kamerateams gestellt und passt auf, dass sich niemand um Kopf und Kragen redet
Und so erleben wir eine Babylon 5 Episode, die erzählerisch und kameratechnisch deutlich aus der Reihe fällt. In Interviews erzählen unsere Protagonisten, was sie so motiveriert, bei dem was sie auf der Station denn eigentlich so machen. Falls sie überhaupt was machen.
Aber immerhin erhalten wir ein paar Informationen über Minbar. Dort ist es sehr frostig und deshalb klingen selbst Komplimente wie dahingehustetes Klingonisch. Zumindest in der religiösen Kaste. Denn, wer hätte das gedacht, Minbari haben nicht nur 3 Kasten sondern jede auch noch ihre eigene Sprache.
Apropos Kasten: Cyntia Talkman (die nicht Talkman heißt) hat zwar schon ein paar mehr oder weniger tolle Interviews (und eine vorgefertigte Meinung) im Kasten, aber was noch fehlt ist so ein richtiger Twist. Den liefern Narn und Centauri freihaus, indem sie sich erst gegenseitig mit Worten und anschließend ausserhalb der Station mit Strahlen um die Ohren hauen.
Und so darf jede(r) am Ende nochmal brav Fazit ziehen, ob sich so ein kostspieliges Abenteuer wie Babylon 5 für die Erde überhaupt lohnt, vom Dockarbeiter bis zum schleimigen Senator.

Und so erfahren wir in einer Reportage – die ja eigentlich die Station vorstellen soll – so ganz nebenbei eine Menge über die Erde, wie sie sich selber sieht und wie der neue Präsident so langsam die Welt so macht, wies ihm gefällt,
Erstaunlich, wie JMS vor mehr als 20 Jahren (!) nicht nur die Unterwanderung der Medien durch von Politikern gesteuerte Fakenews prophezeit hat, sondern auch technisch sowas von den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Nehmen wir nur mal das virtuelle Studio, das vor 2 Jahren vom ZDF als die hippe Neuerung seit der Erfindung des Nokia 2210 (das vermutlich beim ZDF immer noch standardmäßig eingesetzt wird) präsentiert hat. Nope! B5 did it!

Oder die kleinen Teile, die ständig durch die Luft schwirren und Bilder machen. „Kameradrohnen? Sowas von lächerlich! Sowas wird es NIE geben!“ So der neunmalkluge 90ger-Jahre-Sascha bei der Erstausstrahlung. Tja, auch das ist inzwischen völlig normal:

Tja, was sollen wir da noch sagen? Tolle Folge! Wir vergeben

4,5 von 6 Penisse

Schmutzige Sexspielchen und falsche Freunde

Hach, was eine schöne Folge, über Freundschaft, Loyalität und enttäuschte Erwartungen. Aber sie ist nur wegen einer einzigen Szene in die Analen(höhö) der Babylon 5 Geschichte eingegangen.
Naja. An der scheiden(höhö) sich die Geister. Die einen finden sie zum brüllen komisch, die anderen zum im Stuhlversinken peinlich. Spoiler: einer der beiden Podcaster gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Und da es derjenige ist, der die Shownotes schreibt, wird sie in dieser Besprechung nicht allzu gut wegkommen… 🙂
Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit einem gemütlichen Dia-Abend unter Feinden. G’Kar versucht verzweifelt, die Erde und Minbar (Minbar mit „N“, liebe PosterInnen der B5-Facebook-Gruppen, isses denn so schwer?!?) in den Narn-Centauri-Krieg zu ziehen, denn et sieht nicht gut aus für die Narren, die ja eigentlich eher Bauern als Kriegsherren waren und zwar Jahrzehntelang den Centauri gerne mal mit dem Säbel unter der Nase herumgefummelt haben, sich aber jetzt mehr als eine blutige derselbigen geholt haben. Nein, das sieht wirklich nicht gut aus. Und da hilft es auch nicht, daß sich die Narn auf der Station gegenseitig an die Gurgel gohn..äh..gehn.
G’Kars Machtstellung innerhalb der Narn gerät gefährlich ins Schwanken. Die habens nämlich satt, sich beim Feierabend-Brakiri dumme Sprüche von den Centauri anhören zu müssen. Das ist ja noch vieeeel schlimmer als bei den Kollegen an der Front, deren Schiffe untert Centauri-Beschuss in Massen platzen. Ihnen (also den Stations-Narn) platzt der Kragen und reißt der Geduldsfaden und sie erleutern einem Centauri mal ganz praktisch die Schnittmenge eines Körpers mithilfe eines formschönen Säbels. G’Kar reißt daraufhin der Geduldsfaden und er maßregelt seine Landsleute und erklärt ihnen, dass Stillhalten und Kooperation der Schlüssel zum Sieg sind, denn nur dann kommen die Menschen und Minbari mit zum Spielen in den Sandkasten. Dementsprechend vorfreudig geht er auch in sein Treffen mit Sheridan und Delenn, die aber nicht viel mehr machen können, als ein bißchen humanitäre (narnitäre?) Hilfe anzubieten und betreten ihr Gesicht abzuwenden
Londo dagegen plagen andere Sorgen: Sein plötzlicher Ruhm lockt Schmeißfliegen aller Kolör an und die Bittsteller stehen Schlange bis zum grauen Sektor um ihm um Gefallen diverserster Art zu bitten im Austausch gegen Drogen aller Art. Trotz der Aussicht auf Gratis-Tripps schwirrt dem armen Botschafter jetzt schon der Kopf.
Dabei wünscht sich Londo nichts sehnlicher als einen Drink. Aber keinen der üblichen 20, die er am Tag zu sich zu nehmen pflegt, sondern den einen ganz besonderen mit dem ganz besonderen Menschen. Ja, Menschen. Londo wünscht sich nichts sehnlicher als einen richtigen Freund und den vermutet er in Misterrr Garribaldi! Der sagt auch erst einem (alkohlfreien) Schlummertrunk zu, verschläft aber die Verabredung.
Am Ende finden sie doch noch zusammen. Und Obwohl Londo unserem Sicherheitschef inzwischen rechtschaffen unheimlich geworden ist, einigt man sich im Ende darauf, dass das Universum manchmal nach einen Freund verlangt. Und sei es nur ein Freund für kurze Zeit. Darauf einen Kurzen!
Susan hat derweil eher mit einem Langen ein Problem. Denn ein Botschafter-Pärchen winkt mit einer lukrativen Allianz für die Erde, kommt aber recht überheblich daher. Es hilft bei der Verständigung auch nicht unbedingt, dass der Lange sich beharrlich weigert, mit Menschen zu reden, die Drecksarbeit dem kleinen dicken überläßt und sich selber lieber Susans Unterwäsche widmet.
Und als wäre der Gag mit dem geklauten Negligee nicht schon lustig genug folgt nun auch noch oben zitiere Sexszene. Über die wir hier einfach mal das Mäntelchen des Schweigens hüllen. Apropos Mäntelchen. Der Botschafter hinterläßt Ivanova noch ein Abschiedsgeschenk:

Während sich der Comic-Relief Teil um Susans sexuelle Sensationen plakativ in den Vordergrund drängt hat die Folge doch erstaunlich viel Tiefgang zu bieten. Die Szenen um den einsamen Londo sind absolute Spitze und auf den Punkt geschrieben. Ein Mann, der was größeres werden wollte und nun merkt, dass ihm die Schuhe mindestens eine Nummer zu groß sind. Einfach toll. Ebenso G’Kars Klammern an jeden Strohalm und sein Nervenzusammenbruch im Gang nach dem Gespräch mit Sheridan und Delenn. Diese Folge hat einfach viel mehr zu bieten als die plakativen „Haha, Sex, höhö!“-Szenen, auf die sie leider zu oft reduziert wird.

Wäre diese peinliche Sexszene nicht gewesen, hätte die Folge locker im 5er Bereich mitspielen können, so gibts leider einen Schmuddelpunkt Abzug und wir einigen uns auf

4 von 6 Penissen

Im Hyperraum hört Dich niemand stöhnen

Zum Glück. Denn gestöhnt wurde viel bei der Aufnahme. Und zwar nicht vor Lust, sondern eher vor Frust.
Gregor: „Das ist alles so beliebig“
Sascha: „Ja, in der Tat“
Tim: „Wir sind schon direkt richtig positiv, nicht?“
Aber der größte Stinker dieser Folge ist wohl eindeutig „Stinky“, oder wie Sascha ihn gerne nennt: „Tim Curry für ganz Arme“ Denn ähnlich wie sein großes Vorbild trägt Stinky ein permanentes debiles Grinsen spazieren, im Gegensatz zu seinem großen Vorbild allerdings egal ob es zu Situation passt oder nicht. Was in manchen Szenen zu einem Grinswettbewerb zwischen den beiden Captains ausartet
Also machen wir die Sache kurz und schmerzlos: Stinky ist ein „alter“ Mentor von Sheridan und kommt auf die Station um Proviant zu tanken und Sheridan ein schlechtes Gewissen zu machen. Denn die echten Abenteuer, die erlebt man ja nur „da draussen“ und unser Captain Nichtsinclair (hehe) ist eben nicht Sinclair und nicht zum Sesselpuper geboren. Der Angesprochene bekommt daraufhin Selbstzweifel und läßt seinen sonst so ordentlichen Schreibtisch regelrecht verlottern. Schlümm!
Nachdem er also lange genug auf der Station rumgenervt hat, macht er sich auf den Weg in den Hyperraum. Weil…deshalb. Und dann explodiert der Antrieb. Weil….Technobabbel. Und die Cortez droht im Hyperraum verloren zu gehen. Weil…is so.
Sheridan kann dann doch noch erst den Tag und dann seinen Freund retten, aber leider nicht das Leben des Quotenschwarzen, dessen baldiger Tod nach drei Zeilen Dialog extrem offensichtlich ins Gesicht geschrieben war…
Am Ende hat Sheridan seinen Seelenfrieden gefunden und offenbar auch den Papierkorb in seinem Büro und sein Schreibtisch ist plakativ aufgeräumt. Was uns auch gleich nochmal verbal um die Ohren gehauen wird, damit es auch der Zuschauer kapiert, der zwischenzeitlich mal weggenickt ist.
Ungefähr ebenso subtil wird die Frage in den Raum geworfen, ob da irgendwas im Hyperraum existiert. Spoiler: Ja!
War sonst noch was: Achja, in einer „lustigen“ Nebenhandlung verordnet Doctor Franklin dem Führungsstab eine Diät.
Am Ende können wir froh sein, beim Griff in die Hose nicht vollends mit leeren Händen dazustehen und vergeben – mit viel gutem Willen! –

1,5 von 6 Penisse

…und seine Waffe war noch kalt

Leute, heute wirds besinnlich! Denn pünktlich zum Weihnachtsfest präsentiert uns JMS den wohl unromantischsten Heiratsantrag des Universums.

Davon abgesehen ist die heutige Folge ein Achterwerk der Gefühle und eine Feuerbahnfahrt an tollen Szenen und Dialogen. Also nicht nur die Podcastfolge, sondern auch die Episode, über die wir sprechen. Um da vorweg zu greifen, das Ende der Staffel ist für uns das bisherige Highlight und – auch wenn böse Zungen das behaupten mögen – nicht nur, weil es die (fast) letzte Folge mit olle Holzklotz Sinclair ist. Im Gegenteil. Der ist uns inzwischen irgendwie richtig ans Herz gewachsen. Und offenbar auch seiner Jojo-Freundin, die ihm den Heiratsantrag zwischen Chipstüte und Fernbedienung nicht übel nimmt
Doch das junge Glück währt nur kurz, denn beim romantischen Verlobungsessen mit Freunden bekommt Garbibaldi einen Anruf. Kurz zuvor ist einer von Michaels Informanten dramaturgisch geschickt in die Szenerie gewankt und Klischeehaft in den Armen des Sicherheitschefs versorben. Nich ohne vorher noch von einem mysterösen Plan zu faseln, dass jemand umgebracht werden soll.
Am Ende führen ihn die Spuren zu drei fiesen Möppen (oder Möpsen?) und ins Verderben, denn es stellt sich heraus, dass Garibaldis Stellvertreter tief drin steckt in der Verschwörung um – Achtung spoiler! – den Präsidenten zu töten. Und so explodiert zuerst der Schuß des Verräters in Garibaldis Rücken und kurz darauf des Präsidenten Maschine in der Umlaufbahn von IO.
Sinclair hatte sich zum Jahreswechsel zwar ein bißchen Feuerwerk gewünscht, aber DAS war dann doch ein bißchen übertrieben. Kein Wunder, dass der Commander – obwohl er in der Bar sitzt – nicht unbedingt in Feierlaune ist. Da helfen ihm auch die aufmunternden Worte unseres Party-Volonen nicht weiter, der Sinclair daran erinnert, dass er irgendwas vergessen hat
Richtig! Delenn wollte Sinclair ja eigentlich in die dunklen Geheimnisse ihrer Vergangenheit einweihen, aber wer Damen warten läßt muss die Konsequenzen tragen
Londo hat Ärger ohne Ende: Die Narn nehmen ihm einen wichtigen Quadranten weg und seine Regierung seinen letzten Rest von Würde. Da kommt der Anruf des geheimnisvollen Mr Morden genau zur rechten Zeit. Der schlägt nämlich vor, sich beider Probleme anzunehmen. Dazu bedarf es lediglich eines kleinen Versteckspiels im stationseigenen Heckenlabyrinth. Londo weiß zwar, dass große Gefallen zu hohen Kosten kommen aber läßt sich am Ende auf den Deal ein, wohlwissend, dass er ohnehin in keinen Spiegel mehr gucken kann. Dass durch seine Entscheidung allerdings 10.000 Narn ausgelöscht wurden, damit hätte er nicht gerechnet (sagt er jedenfalls)

Am Ende also: Prösiedent tot, Garibaldi fast tot, Londo auf der dunklen Seite der Macht, G’Kar weg und Delenn im Kokon und Sinclair etwas ratlos…

Wir sagen: Hut ab! Babylon 5 zeigt spätestens mit dieser Episode wo der Neelix den Most holen könnte, wenn er denn ein paar mehr Eier in der Hose hätte. Und davon hat JMS offenbar mehr als genug: In einer Folge einfach eben mal das über eine Staffel sorgsam (und detailreich) aufgebaute Universum komplett über den Haufen zu werfen – und zwar so, dass es dem Zuschauer NICHT egal ist – das ist sowas von modernem TV der 2010er Jahre, dass man der Folge nicht anmerkt, dass sie fast 25 Jahre auf dem Buckel hat.

Die Latte (höhö) hängt jedenfalls hoch für die kommende Staffel und wir holen nur, weil wir wissen, was noch kommt, nicht komplatt alles raus, was die Centauri-Anatomie zu bieten hat und vergeben:

5 von 6 Centauripenissen

Ein Nazi springt im Dreieck

Haten wir eigentlich schon eine Folge, in der zwei zwielichte Typen auf die Station kommen und sich als Weltraum-Nazis entpuppen? Nein, wir hatten nicht eine Folge, wir hatten schon mehrere! Und so reihen sich unsere Antagonisten der Woche nahtlos ein.
Die geben sich zwar als harmlosse Waffenhändler aus, aber nachdem sie 2 Tage lang total offensichtlich Fragen über den Kommandostab gestellt haben, merkt Garibaldi sofort, dass das etwas im Busch ist.
Die Zwielichtigen Zivilisten stellen sich bald als nicht minder mißratene Militärs heraus und Garibaldi ein. Als zwar als willfähigen Gehilfen, der allerdings weder willens noch fähig ist. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls stellt sich bald heraus: Narbenfresse will Commander werden anstelle des Commanders und dabei räumt er seine Konkurrenten notfalls mit seinem telaptischen WauWau aus dem Weg. Was Ivanova gewisse Alpträume bereitet:
Wer schlecht träumt, kann gut trinken und deshalb verbringt Susan den Rest der Folge in der Bar und kloppt sich einen Drink nach den anderen in- und einen tölpelhaften Verehrer nach dem anderen auf den Kopp.
Sinclair hat sich inzwischen einen Kopp gemacht, welches Schlupfloch er diesmal ausnutzen kann, um sich dem Vorwurf zu entziehen, er würde ständig irgendwelche Schlupflöcher ausnutzen und bereitet sich auf den großen Starr-Contest mit Hackfresse Hitler vor.
Durch geschickte Manipluation des einen und Provokation des anderen kann unser Commander NichtSheridan den Tag und seinen Allerwertesten retten. Ente gut, alles blut.
Die Folge ist ein Zwittewesen aus guten Dialogen, Interessanter Kameraführung und coolen Onelinern auf der einen Seite und auf der anderen mit plumpen Anspielungen, extrem schlechtem Schauspiel und offensichtlich zwischen Garage und Pausenraum hingerotzdem Drehbuch.
Trotzdem haben wir schon Schlechteres gesehen und vergeben
2,5 von 6 Penissen

Darauf ein Schluck Currywurst!

Bevor es mit den anderen Ratsmitgliedern – nicht in den Ratskeller – aber in ein anderes sehr empfehlenswertes Düsseldorfer Restaurant geht, haben sich Raphael und Sascha zwei Mikros gepackt und arbeiten die angefallene Hörerpost ab. Ganz besonders freuen wir uns, wieder von Michael Erdmann zu hören (und das ist wörtlich zu nehmen), der offenbar ganz zufrieden mit seinem Auftritt bei uns im Cast ist.
Zufrieden ist nicht das Wort der Wahl, wenn es um die Getränkeversorgung im Verlauf des Castes geht. Raphael hat nämlich weder Kosten noch Mühen geschäumt und jenen Currywurst-Energydrink besorgt, der schön öfter in unserer Sendung angesprochen wurde. Das Resultat ist, sagen wir, ernüchternd und wir haben 3 Tage und vieeeel Guinnes gebraucht, um den üblen Nachgeschmack von unseren Gaumen zu spülen. Trotzdem – oder vielleicht deswegen – waren wir extrem gut gelaunt und schweifen deshalb das ein- oder andere Mal auch ein wenig ab. In einer Sendung, in der Klaus Backhaus einen Auftritt hat, werden natürlich auch jede Menge andere Podcasts geplugged (wie der Fachmann sagt) und noch viel schamloser machen wir Werbung für unsere anderen Projekte abseits des Rates.

Ein Mädelsabend mit Folgen

Ein Glück! Unsere Suche nach einer Frauenbeauftragten war erfolgreich! Mary wird ab sofort unser Team vertärken und hat auch gleich ihren ersten Einsatz. Und wir sind froh über eine weibliche Sicht der Dinge und noch froher, dass diese sich in weiten Teilen mit der unsrigen deckt.
Denn in dieser Folge wird es – anders als es Titel vielleicht vermuten läßt – romantisch. „Schleimbacke“ ist ein Verflossener der guten Susan und steht plötzlich wieder vor selbiger. Und greift tiiiiiieeeeef in die Trickkiste, um seine Angebetete um den Finger zu wickeln. Ha! Aber das ist nur die Nebenhandlung. Denn nach einem Mädelsabend mit Pyjamas, alkohlfreien Mixgetränken und pseudophilosophischen Hipstergesprächen gehen bei einer guten alten Freundin von Delenn schnell die Lichter aus. Dummerweise nicht metaphorisch gesehen, sondern im ansonsten hell iluminierten Flur des Botschaftersektors. Eine Gruppe Erdpartisanen drücken ihr dabei ungefragt nicht nur ihre Meinung, sondern auch ein Brandeisen auf.
Um herauszufinden, wer hinter den zahlreichen Anschlägen auf Ausserirdische steckt – von denen wir zwar viel erzählt bekommen, aber kaum etwas sehen – schmiedet Garibaldi einen raffinierten Plan. Obwohl….Eigentlich ist es nur Schleimbackes Eitelkeit zu verdanken, dass unser cleverer Sicherheitschef mehr oder weniger zufällig entdeckt, dass jener der Obernazi ist. Den raffinierten Plan hat nämlich Sinclair. Wir wissen ja bereits aus vergangenen Folgen, dass er nicht nur Kampfpilot, Zweikämpfer UND Kommandant ist. Nein! Supersinclair ist in seiner freizeit nämlich auch noch ein begnadeter Schauspieler! (*hust*) Und so schafft er es durch plakatives Raushauen von Nazisprüchen das Vertrauen des Oberschurken zu gewinnen. Nach einem kleinen Schaulaufen durch die Station werden Oberschleimnazi Malcom und seine Schergen gen Erde verfrachtet und wir machen drei Hakenkreuze, dass dieser Teil der Handlung endlich vorbei ist.

Soweit zum unangenehmen Teil der Folge, der – uns völlig unverständlich – irgendwie der Haupthandlungsstrang geworden ist. Gefällt uns doch die eigentliche Nebenhandlung deutschlich besser: Londos kleine Eheberatung – inklusive Tanzsschule. Der erklärt einem naiven Centauripärchen nämlich, dass eine Ehe nichts, aber auch gar nichts, mit Liebe zu tun hat (eine Aussage, von der wir uns an dieser Stelle deutlich distanzieren wollen!) und der Status über alles geht – um nach einem Selbstgespräch über zu enge Schuhe seine Meinung komplett über den Haufen zu werfen und sich als Kuppler zu betätigen. Ein Handlungsstrang, bei denen beide unserer Herzen vor Freude springen. Selbst nach aussen hart gesotten wirkende Podcaster entpuppen sich dabei als kleine Romantiker.

Aber auch das kann die Folge nicht retten und so fährt sie schlaffe 2,5 von 6 Centauripenisse ein:

2,5 von 6 Penissen

Tödlicher Telepathen-Terror

Wir bekommen Besuch. Vom Psi-Corps. Genauer gesagt von zwei zwielichtig zwinkernden Zivilfahndern des Corps. Pavel Checkov hat vernommen, dass es angeblich einen noch inkompetenteren Sicherheitschef als ihn geben soll und hat sich sofort ingognito nach Babylon 5 begeben. Getarnt als hochstufiger Psi-Polizist. Und so schleichen Alfred Bester und seine Gehülfin im ständigen Wechsel in den Köpfen diverser Leute und auf der Station herum, um einen entflohenen Telepathen zu suchen. Wenn sie nicht gerade Babys überm Feuer jonglieren. Denn der Versuch, einen Telepathen ohne langwieriges grinden direkt leveln zu lassen (mann, wir haben den Jargon der jungen Leute echt noch drauf!) ging, nunja, nicht direkt nach hinten, sondern eher zu weit nach vorne los. Am Ende winkt uns Jason Engelsgleich als Polygonmasse aus dem Computer entgegen und schenkt Talia zum Abschied noch ein Level up. Und mit diesem Anti-Höhepunkt könnte die Folge jetzt eigentlich vorbei sein und die Wertung im niedrigen Einserbereich dahindümpeln. Doch da war noch was. Genau! Sinclairs Freundin, deren Namen wir uns wohl nie merken werden, macht sich auf den Sprung (höhö), um in einem verlassenen Sektor ein Sprungtor bauen zu lassen. Oder so ähnlich. Aber nach einem Kontakt mit einer Weltraumqualle fühlt sich ihr Raumschiff seltsam antriebslos und droht auf den Planeten zu stürzen. G’Kar rettet nicht nur Schiff und Pilotin sondern auch die Folge mit einem tollen Monolog über die Wunder des Universums. Und dank G’Kars Einführung in die kleine Space-Ameisenkunde fährt diese Folge dann doch noch mit Ach und Krach: 2,5 / 6 Centauripenissen

Die Jagd nach dem rosaroten Datenkristall vom SpaceNil

In der heutigen Folge von Undercoverboss:
Jeff Sinclair ist ein Chef, der gerne mal anpackt. Gibt es ein Problem, greift er schnell zu harten Worten. Und wenn die nicht reichen zu Starfury und Blaster. Aber was halten die illegalen Prostituierten im braunen Sektor von unserem Commander? Um das herauszufinden hat er sich verkleidet – und geht dahin, wo es wehtut – vor allem dem Zuschauer. Eigentlich sind Story, B und C Handlung alle ziemlich belanglos. Doch der Ton macht die Musik und die gefällt allen Castern ausgesprochen gut. Und so kassiert die Folge am Ende stolze 4 von 6 Centauri-Penissen. Womit sie sich die verdient hat? Hört selbst.