Die drei Einen und der zeitreisende Botschafter

Vor tausend Jahren

Und weiter geht die wilde Reise durch Raum und Zeit. Und immer noch haben wir Verstärkung aus der Skeptikerkaste für den grauen Rat: Hoaxilla hat uns wieder den Hoaxmaster ausgeliehen.
Wo waren wir? Achja: Die Babylon 5 Crew ist auf Babylon 4 und versucht, die Babylon 4 Crew zu überlisten. Was angesichts des hiesigen Kommandostabes nicht sehr schwierig sein dürfte.

Währenddessen hat Sheridan in der Zunkunft andere Sorgen: Er soll schließlich bald geköpft werden. Überraschenderweise wartet in der Zelle seine Frau, die irgendwas von ihrem Kind und schrecklichen Dingen spricht, die unbedingt verhindert werden müssen. Sheridan bringt sie erstmal durch einen gezielten Kuss zum Schweigen.
Doch Londo ist wie ausgewechselt und lässt Sheridan laufen. Kommt vom Saufen. Und wir sehen gleich mehrere Prophezeiungen, die hier erfüllt werden:
Das Auge, das nicht sehen kann,
der, der schon tot war
Vir wird Imperator statt des Imperators
Londo stellt sich seiner größten Furcht
Londo und G’Kar würgen sich zu Tode.

Wow. So viel Auflösung in so kurzer Zeit. Und so viele offene Fragen, die JMS damit wieder aufwirft. Er hats schon wieder getan!

Am Ende (oder besser: Kurz davor) ist alles geschafft: Station leer, Zeitsprunggerät installiert, kann los gehen. Aber da waren doch noch ein paar Fragen zu klären. Stellt sich raus: Auch wenn immer wer anders im Anzug gesteckt hat, war es doch immer der Eine. Denn ähnlich wie die katholische Kirche die Dreifaltigkeit erfunden hat, um ihr Panoptikum noch halbwegs als monotheistisch durchgehen zu lassen, hat JMS einen besonderen Kniff gefunden, um diverse Logiklöcher und die Handlung der ersten Staffel irgendwie in diese Folge zu stopfen: SOWOHL Sheridan, als auch Delenn UND Sinclair sind der Eine. Und jetzt kommst Du!

Was sollen wir sagen? Wir erinnern uns noch, wie uns beim Erstsehen die Kinnladen runtergefallen sind. Und eine 2 Jahre alte Folge, die mit einer komplett anderen Premisse gedreht wurde, irgendwie so in diesen Zeiteiler zu quetschen, dass die trotz neuer Entwicklungen in der Serie fast nahtlos da rein passt ist eine Meisterleistung. Wir ziehen den Hut und die volle Ladung Penisse aus unseren (nicht vorhandenen) Hosen:

6 von 6 Penisse

Die drei Einen und das geheimnisvolle Kriegerkästchen

Heute erreicht uns auf unserer Aussenstation auf Minbar ein geheimnissvolles Kästchen. Welches Geheimnis mag sich wohl in jenem Kästchen verbergen? Leute, wir brauchen kompetente Hilfe von jemandem, der sich mit dem Sagenumwobenen auskennt und sich sicher auf den geheimnisvollsten Pfaden bewegt.
Alexander Waschkau hat nicht nur die Bundeslade im Keller stehen (einfach einmal quer durchs Bernsteinzimmer hinten) sondern beschäftigt sich in Hoaxilla mit allerlei mystischen und urbanen Legenden, wenn er nicht grade eine total überbewertete Science-Fiction-Serie bespricht. (Oha, jetzt gibts bestimmt Schläge 🙂 ) So ganz nebenbei ist er auch noch ausgebildetet Psychologe, was ihn nicht nur die Lage versetzt, einen Podcast über Psychologie zu machen, sondern auch einen anderen Blick auf die Wiederkähr von Michael O‘Hare zu werfen, der ja – wie sich erst nach dessen Tod herausgestellt hat – wegen psychischer Probleme die Serie verlassen hatte. Um so schöner, dass der gute Sinclair in dieser Folge nochmal seinen offiziellen Schwanengesang leisten darf und sein Serien-Charakter einen würdevollen Abgang bekommt
Okay, wir haben Zeitstrahlen, wir haben Zathras, wir haben den Sektor, in der Babylon 4 verschwand, wir haben die Rückkehr von Sinclair. Kurz: Wir bekommen jetzt die Auflösung zur Folge „Verloren in der Zeit“. Und zwar als Doppelpack.
Die vierte Auflage der Station ist mitnichten in die Zukunft entführt worden, sondern in den letzten Schattenkrieg. Und zwar von niemand geringeren als unseren Helden von der aktuellen Station. Und weil sie das immer schon getan haben werden, müssen sie es auch diesmal wieder tun. Denn sonst würden die Schatten viel stärker aus dem letzten Krieg gekommen worden sein und die ganzen Anlage-Immobilien auf Proxima 3 wären nur noch die Hälfte wert. Oh. Und Babylon 5 würde zerstört. Und zwar schon nächste Woche Dienstag.
Werden unsere rackeren Recken den temporalen Terror tollkühn tilgen? Das erfährst Du in Teil 1 unserer Besprechung. Und die Peniswertung gibts dann in der kommenden Folge für das Doppelpack.

Von schlafenden Pferden und ausgeschlafenen Vorlonen

So. Zieht Eure Hosen an, wir erwarten Damenbesuch! Und das, obwohl Lady Adira in ihrer Zeit bevor sie Lady wurde, vermutlich schon eine Menge Jungs ohne Hose gesehen hat. Londo läßt jedenfalls die Rosensuite buchen und schickt Vir los, um Reizwäsche zu kaufen. Dumm nur: Mr Morden bekommt Wind von der Sache. Und der (also Mr Morden nicht der Wind) ist momentan nicht so gut auf Londo zu sprechen. Hat der doch nicht nur selbst alle Verbindungen zu Mr Morden und seinen schattigen Gesellen gekappt, sondern auch Lord Refa durch den berühmten Rheinischen Giftcocktail (wir erinnern uns: Die erste Komponente ist Kölsch, die zweite Altbier) duzu gebracht, eben jenes ebenfalls zu tun.
Und was macht ein Mr Morden, wenn er in einer Zwickmühle sitzt? Richtig! Seinem Namen alle Ehre. Erst erMORDEN wir also ein paar Wachleute, dann einen Giftkurier und schließlich die Angebetete von Londo Mollari. Nachdem wir also den ersten Teil der Folge einen himmelhochjauchzenden Londo erlebt haben, ist er nun logischerweise vom Tode betrübt und Mordens plan geht auf: Der Zausrige Centauri hält die abgelebte Angebetete für einen perfiden Plan des ruchlosen Refa und wendet sich wieder dem mordenden Morden zu.

Und da geht ja noch ein Mord auf dessen Gewissen. Aber der Reihe nach: Der gute Sheridan hat nämlich so seine Problemchen mit der ihm gestellten Aufgabe: dutzende völlig verfeindete und paranoide oder feige Rassen an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam gegen die Schatten zu kämpfen…DIE Jobbeschreibung hätte ihn eigentlich schon stutzig machen sollen. Stellt sich raus: Ist NOCH schwieriger als gedacht. Es braucht eben ein Signal. Mal was eigenes..was völlig anderes…ein frisches Gesicht! Das einzige, das ihm einfällt ist aber hinter einer ziemlich dicken Maske versteckt. Mit einer gehörigen Portion Starrsin obendrauf. Lange Rede kurzer Sinn: Der gute Kosh denkt nicht daran, sich in den Krieg einzumischen. Aber wer nix zu verlieren hat, der kann auch mal einer wandelnden Klobrille Fäkälbeleidigungen an den beschutzanzugten Hals werfen.
Kosh ist erstmal not amused und sogar kurz davor, unseren Captain zu Hack zu verarbeiten, erklärt sich dann aber doch bereit zu helfen und verschafft der Allianz i.G. den erhofften symbolischen Sieg. Mr Mordens Gesellen sind logischerweise nicht begeistert und erklären anhand Koshs Anzug mal ganz anschaulich, was eine Schnittmenge ist. Der sterbende Kosh projeziert sich nochmal als dessen Vater in die Träume von Sheridan. Und dann zack. Kosh tot, Ersatz ist bestellt, für das Schiff Rücksturz zur Sonne

War sonst noch was? Achja: Tims Lieblingscharakter hat ein kleines Problem: Doctor Franklin setzt sich nach Feierabend nicht nur auf das gemütlich grünliche 90er Jahre Sofa, sondern auch gerne mal einen gute-Nacht-Schuss. Soll er, aber der anhaltende Mißbrauch von Aufputschmitteln und Erfrischungstüchern zeigt irgendwann Wirkung. Und zwar sosehr, dass auch unser merkbefreiter Sicherheitschef mitbekommen muss dass unser aufgeblasener Superdoc beinahe auch einen Patienten aufgeblasen hätte.
Aber auch Franklin selber hat die Dateisuche bemüht und der grün blinkende Cursor auf dem Display verrät: Jau, er ist abhängig. Und deshalb wird er jetzt abgängig und schmeisst nach einem letzten wehmütigen Blick auf seine Berufungsurkunde dem Chef seine eben erst erhaltende Uniform vor die Füße.

Tja. Franlin weg, Kosh Tot. Londo wieder in den Fängen der Schatten. Aber immerhin sind wir alle ein bißchen näher zusammengerückt.

Für eine Folge, die das Wort „Zwischenspiel“ im Titel hat, passiert verdammt viel. Und einfach mal einen der Hauptcharaktere um die Ecke bringen war in den 90ern schon ne Hausnummer. Haben wir schonmal erwähnt, dass George RRRRRRRRRRRRRRRRRRR Martin die Serie früher geguckt hat, bevor er seine berühmten Bücher geschrieben hat? Wir sagen ja nur so….

Und hatte man zuletzt ein bißchen Hoffnung, dass Londo erkannt hat, mit was für Leuten er sich da abgibt kommt jetzt der Schlag in die Magengrube. Ihm ist nach Adiras Tod alles egal und will die Welt nur noch brennen sehen. Also so, wie momentan 90% aller relativ frisch gewählten Staatsoberhäupter hier auf der Erde.

Wir sind schwer beeindruckt und vergeben

5 von 6 Centauripenissen

Auf Narn wird getafelt – wenn die Space-Post dreimal klingelt

König Artus kommt auf die Station. Mit Mantel und Schwert. Und eigentlich ziehen auch alle gleich den richtigen Schluß: Der Typ hat nicht nur ein Schwert, sondern vor allem einen an der Klatsche. Aber als richtiger Brite muss sich Marcus natürlich beugen. Also verbeugen. Wenn sein historischer König vorbeikommt. Immerhin: der gute Artus tut ja einiges Gutes auf der Station. Er setzt zum Beispiel verstorbene Ehemänner ins richtige Bild. Er mag ja leicht schrullig sein, aber er kämpft immerhin für eine gute Sache. Und er kann sogar einen gestandenen Narn unter den Tisch trinken. Natürlich, nachdem er ihn zum Ritter geschlagen hat.

Nur der „gute“ Doctor muss mal wieder den Spielverderber..äh..spielen. Er hat nämlich rausgefunden, dass Artus verdammt gut versichert ist und macht ihn zur Chefsache. Und wie das mit Chefärzten und gut versicherten Patienten so ist: Da wird solange gebohrt und untersucht, bis sich was finden läßt, das eine teuere Behandlung rechtfertigt. Und weil er als Chirurg natürlich das Feingefühl einer Haubitze hat, ist das Ergebnis von Stephens Psychositzung ein seelisches Wrack:
Stellt sich nämlich raus: Artus ist mitnichten König, sondern Schütze-Arsch. Und zwar der Schütze, der den entscheidenden Schuß abgegeben hat, der den Krieg zwischen den Menschen und Minbari ausgelöst hat. Kein Wunder, dass David (so heißt er wirklich) ganz schönen seelischen Balast mit sich rumschleppt. Praktischerweise in Form seines Schwertes. Aber dank angewandter Küchenpsychologie von Franklin, kann die symbolisierte Schuld auf jemand anders abgewälzt werden: Dank Delenn ist David wieder wie neu-neu geboren und wird fortan den Narn-Wiederstand unterstützen und mit roten Rittern Tafeln. Oder so ähnlich.

Alex:
„Ich hätte lieber 45 Minuten lang dem Postmann zugeguckt als König Artus.“

Der Postmann ist sowas wie der heimliche Star der Episode. Denn er läßt Garibaldi mal so richtig auflaufen. Also erst in der Schlange vorm Schalter und dann nochmal, als er dran ist. Stellt sich raus: Das Lossagen von der Erde hat mehr Konsequenzen, als man dachte: Die Post hat das Porto erhöht. Aber nicht mit unserem Sicherheitschef! Der weigert sich standhaft zu zahlen und bricht lieber des nächstens in die Postfiliale ein, nur um vom Postmann dabei erwischt zu werden. Es wirkt also erst so, als habe das Unternehmen mit dem fliegenden Briefumschlag im Logo den Kampf gewonnen, aber Garibaldi hakt dann dochnochmal knallhart nach, wer denn eigentlich nach der Unabhängigkeit von der Erde den schicken Laden finanziert.

Selten gingen die Meinungen in diesem Podcast so sehr auseinander wie bei dieser Folge. Die Sache mit der Artus-Sage ist natürlich extrem ausgelutscht (Hätte JMS eben DOCH mal den ollen Barbarossa aus dem Kyffhäuser genommen) kriegt aber einen gewissen Spin, da die Vorlonen ja dafür bekannt sind, irgendwelche Personen aus der Zeit zu pflücken, um sie anderswo einzusetzen. Die stylischen Traumsequenzen lassen allerdings recht schnell erahnen, dass es mit dem König der Briten doch noch was anderes auf sich hat. Die Kameratechnik und Musik weiß zu gefallen, aber der Kitsch kommt eben nicht bei jedem an. Und wenn der eine die Folge über- und der andere unterdurchschnittlich findet, dann kommt am Ende eben nur was durchschnittliches bei raus:

3 / 6 Penisse

Gestochen scharfe Aussichten

Ist das der Anfang des dritten Zeitalters von Babylon 5? Amazon Prime hat (in den Staaten) die Serie endlich ins Programm aufgenommen, damit entdecken gerade alte und neue Fans die Serie (neu). Der große Schöpfer persönlich hat per Twitter darauf hingewiesen, dass es kein Problem wäre, eine fast-HD Fassung für wenig Geld zu machen. Nachdem er vorher darauf hingewiesen hat, dass mit den aktuellen Warner-Brothers-Leuten Null Chancen auf ein Reboot/Remake/Remaster bestehen.

Zum Glück kennen wir einen Experten. Oder besser gesagt: Er kennt uns. Und hat uns angeschrieben. Woraufhin wir ihn in die Sendung eingeladen haben. David ist CGI-Freelancer, arbeitet unter anderem für B5Books.com und hat frohe Botschaften mitgebracht:

„Es ist wirklich noch ne Menge da. Grade an Objekten ist noch sehr sehr viel da.“

„Geladen werden die Szenen in der Originalauflösung [..] Man kann aber ganz einfach bei der Auflösung einfach einen Klick rein und man hat es in HD“

„Es ist genug da um zumindest anzufangen.“

Klingt zu schön, um wahr zu sein, aber es stimmt. Es scheint doch mehr Material vorhanden zu sein, als uns jahrzehntelang Glauben gemacht wurde. Und so erfahren wir in einer knappen dreiviertelstunde eine Menge über 16:9, Texturen und die Hintergrundgeschichte über den Wechsel der Babylon 5 Effektemacher zu Voyager.

Beatrix „Crazy Eyes“ von Lyndisty in: Für eine Hand voll Narn

Hallo, Freunde von nackten Tatsachen und Penissen! Hier seid ihr heute noch richtiger als sonst schon. Denn heute wird es besonders nackt. Und die Penisse fliegen Euch heute nur so um die Ohren.
Es geht ja schon gut los: Die gute Ivanova betritt im Eva-Kostüm die Kommando-Zentrale. Puh, alles nur ein Traum. Gut, dass Sheridan in seiner Freizeit Wasser schüttelt, Zuckerkügelchen verteilt und ungebetene Traumanalysen durchführt. Und dank perfekter Küchenpsychologie kommt er dahinter, dass Ivanova einfach nur ein hoffnungsloses Leben hat. Deal with it.
Der gute Stationschef hat festgestellt, dass er in dieser Folge nicht viel zu tun haben wird und deshalb eine romantische Nebenhandlung mit Delenn gestartet. Seinen Mangel an Salz, Geschmack und Kochkünsten macht er dabei durch Humor und heldenhafte Korridor-Keilerein wett und hätte sich damit fast den verdienten Kuss..äh..nunja, verdient. Aber Susan muss ja unbedingt ungefragt per Bildschirm in die Szenerie platzen. Danke, Merkel!
Ivanova hat nämlich festgestellt, dass Narn verschwinden. Stellt sich heraus: Die Centauri haben offenbar noch nie was von Computersicherheit gehört und so konnte der gute Vir einen hochrangingen Centauri erfinden, der zweitausend Narn zu angeblichen Lagern geschickt hat, die dort aber nie angekommen sind. Offiziell tot (das freut Londo) inoffiziell allerdings untgergetaucht (das ärgert Londo). Und weil die Centauri offenbar wirklich noch nie was von Computersicherheit gehört haben, kann die gute Susan sich ohne Probleme ins System hacken und ihre schlechten Photoshop(oder besser: MS Paint)Künste einsetzen.
Aber Susan hat noch eine weitere Aufgabe, sie darf sich nämlich von Vir unser Bewertungssystem erklären lassen. Ihr wisst schon, das mit den 6 Penissen. Immerhin erkennt sie selber, dass sie als Beziehungsratgeberin eher mäßig begabt ist.

Aber wozu braucht Vir überhaupt kompetente Coitalberatung? Nun, ganz einfach. Stellt sich heraus: Er ist verheiratet. Mit einer Centauri-Lady deren Küsse mehrere kleine Städte auslöschen könnten. Eine Frau, die man einfach küssen muss. Damit sie endlich den Mund hält. Denn irgendwie wirkt sie so, wie aus einem schlechten Shakespeare Stück gefallen. Sehr klettig inklusive merkwürdiger Liebesschwüre

Gregor:
„Was sagt sie? ‚Deine starken Arme sind meine Grenze‘ “
Alex:
„Ich käme mir verarscht vor, wenn meine Frau das zu mir sagt.“
Gregor:
„Ich mir auch. Also wenn ich nicht so faul wär, ich würde dann gehen.“

Aus dem „aussen Hui, innen hohl“ wird allerdings recht schnell ein „aussen hui, innen Massenmörderin“. Stellt sich raus: Crazy Eyes Lyndisty ist die uneheliche Tochter von Doctoro Megeli und war schon an der ein oder anderen „Säuberungsaktion“ auf dem Narn-Heimatplaneten beschäftigt. Beim Anblick brenndener Dörfer und Kadavaern ist ihr nicht nur eine Sicherung durchgebrannt. Denn während andere Damen ihren Angebeteten höchstens mal ein Deo schenken (natürlich ohne Hintergedanken) hat Lyndisty einen hübsch verpackten Narn vorbereitet, inklusive Messer zum abstechen. Als Beweis ihrer Liebe. Das kommt eigentlich bei jedem Mann an:

Gregor:
„Also spätestens da hätte man doch bei Tinder nach links gewischt…“

DA kann jeder Ehemann gut schlafen! Aber am Ende hat sich das mit der Hochzeit ohnehin fast erledigt, denn die Narn-Schieberei fliegt auf der gute Vir von seinem Posten als Botschafter auf Minbar. Und Londo ist not amused. Aber der ist ohnehin sackig, dass er sich in seiner Freizeit als Kammerjäger beschäftigen muss

Diese Folge schreit förmlich dannach, einzelne Szenen als animierte Gifs zu verwenden. Und hey: Wir bekommen die Szene, die uns seit Folge 1 als Erklär-Vir begleitet. Nach der ganzen Ballerei und Entführerei der letzten Folgen tut ein bißchen Spaß auch ganz gut. Wenn man mal vom Narn-Massenmord absieht. Es ist ein bißchen wie Luft holen, bevor wir uns wieder dem Schattenkrieg und der Erde widmen. Und solche Momente sollte man genießen, sagt Sheridan selber.

Das Problem ist halt nur: Es ist alles relativ belanglos. Und es fühlt sich auch etwas unausgegoren an. Unsere peniblen Podcaster vergeben deshalb

3 von 6 Penissen

Völlig losgesagt, von der Erde

Wir wussten ja alle, dass die Ruhigstellung der Nightwatch-Stasi-SA nur eine Temporäre Maßnahme war, aber es sieht so aus, als würden die Rebellen auf ziemlich verlorenem Posten stehen. Und sie haben sich ausgerechnet Babylon 5 als Zufluchtsort ausgesucht.
Die Erde hat die Faxen dicke und schickt ein paar Truppen, um auf der Station für Zucht und Ordnung zu sorgen. Und das geht am besten ohne die alte Kommandocrew, die sich schonmal auf Wasser Brot und gesiebte Luft freuen darf.

Sheridan bleibt also keine andere Wahl, als erst einen dramatischen Vertigo hinzulegen und dann eine ebenso dramatische Umfrage unter seinen Führungskräften durchzuführen. Heraus kommt ein Wahlergebnis, wie man es sonst nur aus totalitären Regimen kennt, in denen Meinungsfreiheit klein geschrieben wird wie zB Nordkorea oder CSU-Parteitagen: 100% Zustimmung zu Kriegskurs. Es werden also schnell die Waffen ausgepackt und Draals Holographisches Projektionssystem, um die Rede des großen Vorsitzenden den gewissen Hauch Dramatik zu verleihen.
Immerhin findet der Captain noch Zeit, sich von seinem Vater zu verabschieden. Und von Susan, die korrekterweise einwirft, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn wenigstens EINER der Führungsoffiziere mit an vorderster Front kämpfen würde. Es entbrennt nun ein Raumkampf, der alles in den Schatten(Höhö) stellt, was in 90er Jahre im TV zu sehen war. Überall wuseln Jäger, auf der Station muss sich Garibaldi gegen einrückende Soldaten stellen und die Japanische Gastdarstellerin besinnt sich ihrer Wurzeln und startet einen Kamikaze-Angriff mit ihrem brennenden Schiff

Delenn kommt auf der Minbari-Kavallerie angeritten und rettet den zarten Hintern ihres Nochnichtgeliebten, der sich gerade der zweiten Welle Erdschiffen gegenüber sieht. Am Ende gibt es zwar Applaus für den Captain, aber eben auch die Aussage, dass jetzt NICHT alles Friede Freue Eierschaukeln ist, sondern uns zB Sabotageakte ins Haus stehen.

Hut ab! Diese Serie hat ja schon öfters gezeigt, dass sie mehr Eier hat, als in den Deltaquadranten passen würden. Und vor allen Dingen, dass jede Handlung Konsequenzen nach sich zieht. Und statt wie in anderen Serien nach einem kleinen Disput (mit tausenden Toten) wieder zur Tagesordnung überzugehen und auf wundersame Art und Weise den Status Quo wieder herzustellen, kann man ahnen, dasss Babylon 5 ab diesem Dreiteiler spürbar in eine andere Richtung marschieren wird. Um G’Kar zu zitieren: „Veränderung wird immer unter Schmerzen geboren“.

Und tatsächlich erfindet sich „Babylon 5“ in diesen drei Folgen neu. Die Prämisse ändert sich. Der „Dream given form“ ist endgültig geplatzt und an seine Stelle tritt nun etwas anderes. Und weil JMS in den Staffeln davor unglaublich tolle Aufbauarbeit geleistet hat, ist uns das auch nicht egal, sondern wir fühlen mit den Charakteren mit.

Wir können deshalb nicht anders und vergeben

6 von 6 Penisse

Destination: Babylon 5

Wenn im Ruhrgebiet eine Star Trek Convention veranstaltet wird? Was macht dann der gemeine Fiver? Er legt sich ins Zeug. Oder ganz entspannt mit einem „Babylon 5“ T-Shirt mitten in die Messe. Wir haben natürlich auch unseren besten Mann gefragt. Leider hatte der keine Zeit, also haben wir Raphael geschickt.
Also nicht unser Raphael, aber irgendwie schon. Normalerweise ist dieser Raphael in Hannover beheimatet und beglückt uns nicht nur als treuer Hörer, sondern auch mit dem Poppschutz-Podcast. Und er war sofort bereit, sein Aufnahmegerät in die Dienste des grauen Rates zu stellen. Und er hat tatsächlich nicht nur recht viele Fiver zwischen den Trekkies getroffen, sondern sogar einige Leute, die was mit dem grauen Rat anfangen können. (Zwei davon, die vermutlich gerne was mit dem grauen Rat anfangen würden, wenn wir Raphaels Andeutungen richtig verstanden haben). Komm mit auf einen spannenden Reisebericht voller illustrer Gestalten und Wortakrobatik!

Lady Mozarella in: Ein Zombi-Imperator hängt am Thronsaalseil

Zuhörenden aus dem Polizeistaat Bayern brauchen wir ja nicht zu erklären, wie einfach verrückte Regierungschefs Menschen- und Grundrechte aushebeln können. Nachdem also dank Fakenews, geschürter Paranoia und Fremdenhass das Kriegsrecht auf der Erde ausgerufen wurde, gehts auf der nicht mehr ganz so guten alten blauen Kugel rund. Da fliegt nämlich so manche Kugel. In Köpfe von Regimegegner zum Beispiel.
Nightwatch erhält die Kontrolle über die Stationssicherheit. An now, my watch begins! Und die Mitglieder der Sicherheit haben nun die Wahl: Entweder mit den Wölfen heulen oder stempeln gehen. Garibaldi entscheidet sich für den riesengroßen Stempel, randaliert damit vor versammelter Mannschaft und versucht, noch den ein oder anderen auf seine Seite zu ziehen.

Unter Umständen hat Sherdian aber auch den Ausweg aus der Geschichte gefunden. Stellt sich heraus: Dass ein Ministerium der Polizei Befehle erteilt, geht ja mal gar nicht. Das muss vom Militär kommen. Hm..mit dieser Erklärung haben wir so unsere Probleme. Und zwar jeder seine eigenen. Raphael findet es zum einen schwierig, dass auf der Station offenbar alle Gespräche mitgeschnitten werden und niemand einen offensichtlich illegalen Befehl früher als solchen erkennt. Sascha ist (als Vertreter der vierten Gewalt *lach*) ein großer Verfechter der Gewaltenteilung und findet, dass die Polizei auf der Station nicht dem Militär unterstehen sollte. Dann könnte ein Heimat- und Innenminsterium tatsächlich solche Dienstanweisungen erteilen. Ob sie verfassungsgemäß sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt, gell, Herr Söder?

Jedenfalls kann man die Nightwatch-Bande, die inzwischen richtig schön klischeemäßig Schlagstockschwingend auf dem Zoccalo „Für Frieden gesorgt“ hat mit einer Finte in einen Frachtraum locken, sie dort einsperren und ihnen mal die Gesetzeslage erklären. Woraufhin unser Klischee-Nazi ein langes Gesicht macht. War wohl nix mit der avisierten Machtübernahme. Und den Job als Sicherheitsleute machen jetzt Billiglöhner aus dem Ausland.

In einer Nebenhandlung:

Die Ex-Frau des Ex-Imperators kommt auf Londos Wunsch hin auf die Station. Unter dem Vorwand die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Centauri zu beobachten. Aber eigentlich will er von der alten Schachtel ja doch nur Karten gelegt bekommen. Stellt sich heraus: Londo hat schon einige Gelegenheiten verspielt, seine Seele zu retten, kriegt aber noch drei Bonus-Karten mit auf den Weg. Wir fragen uns, was sich hinter den gemachten Andeutungen wohl versteckt. Keine Andeutung sondern eine klare Ankündigung ist allerdings die Botschaft, dass sowohl Londo als auch Vir mal als Imperator auf dem Thron sitzen werden, nur die genaue Reihenfolge und wer als estes den Löffel abgeben muss, darüber schweigen Dame und Zukunft. Und unsere Lieblingscentauri rutschen etwas unbehaglich auf dem Sofa hin und her

Ein Problem gelöst, drei neue aufgemacht. Und über allem schwebt die Frage: Wie will man da um alles in der Welt wieder rauskommen. Man kann es an ellen Ecken und Enden dieser Folge riechen, sehen und hören: Wir befinden uns – wie der Name der Folge schon verrät – an einem Wendepunkt. Ab hier gehts nicht mehr zurück, es muss jetzt was passieren und das Damoklesschwert über den Köpfen unserer Protagonisten wird immer größer und schwerer.

Ein paar kleine handwerkliche Dinge trüben allerdings den Gesamteindruck und auch die ganze Geschichte mit der Kommandokette („Das ist die Kette, mit der ich Sie schlagen werde, bis sie mein Kommando befolgen!“) ist aus deutscher Sicht schwer nachvollziehbar, auch wenn wir uns ja gerne darauf berufen, nur Befehle befolgt zu haben. Auch die plötzliche stationsweite Panik, als das Kriegsrecht ausgerufen wird, ist irgendwie so ein amerikanisches Ding.

Auch, weil man hier deutlich weniger subtil vorgegangen ist, wie in der Vorfolge (es grenzte teilweise schon an #superschwellig) können wir nicht ganz die Höchstnote vergeben, respektieren aber die Bedeutung dieser Folge für die gesamte Serie und vergeben

5 von 6 Centauripenissen

Und ja, das Zitat über Lügen, Pläne und Wahrheiten stammt aus „Dune Messiah“ und nicht „Children of Dune“.

Der selbstgebastelte Sheridan im Schatten des Minbari-DJ

Nach einigen Folgen (also von der Serie nicht von uns) die eher langsam und/oder gar langweilig daherkamen, hat JMS im Drehbuch-Schreibmaschinen-Automatikgetriebe den S-Gang entdeckt und eingelegt.

Stellt sich heraus: Die Erde (und speziell das Psicorps) arbeitet schon seit einigen Jahren mit den Schatten zusammen. Nachdem die Erde damals(tm) ein gefundenes Schattenschiff seinen unrechtsmäßigen Besitzern zurückgegeben hat, denkt man diesmal nicht daran. Schließlich scheinen die schattigen Gesellen dermaßen viele Schiffe allein in unserem Sonnensystem verbuddelt zu haben, das eins mehr oder weniger bestimmt nicht auffällt. Das auf IO will man jedenfalls mit einem systemtreuen Fanatiker bestücken und Sheridan will das um jeden Preuss verhindern.
Also schnappt man sich kurzerhand die Whitestar und bastelt sich einen Plan zurecht, um Sheridans Abwesenheit zu vertuschen.

Ausgeschlafen erreicht man schließlich die Jupiter-Umlaufbahn, in der man aber nur noch per Audio-Übertragung (aus Kostengründen) die Monsterwerdung des Schattenschiffes aus der Ferne belauschen kann. Tja, dumm gelaufen. Also lenkt Sheridan erst die Aufmerksamkeit des irre um sich schießenden Schattenschifs auf die Whitestar, um selbe anschließend in der Atmosphäre des Jupiters zu versenken. Glück gehabt, der Plan geht auf und das Schattenschiff unter.

Ende gut, alles Mist: Die Erde nimmt Sheridans Spontanbesuch mit einem Alienschiff im Erdsektor nicht auf die leichte Schulter und kündigt härtere Maßnahmen an. Schließlich macht die Lügenpresse den weissen Stern für die Vernichtung der Psicorps-Basis verantwortlich. Tja, dumm, wenn das Entlastungs-Beweisstück als kleine schattige Bröckchen in der Jupiteratmosphäre herumkrumpelt.

Keine guten Aussichten für unsere Verschwörertruppe, die von aussen und innen immer mehr unter Druck gerät. Denn wir wissen noch nicht, für welche Seite der gute Zack sich entscheiden wird.

Wieder mal können wir nur sämtliche Hüte ziehen, die wir tragen (und da gibt es einige) und vergeben die Traumnote

6 von 6 Penisse