Wat hamwer gelacht auf der Beerdigung

Eigentlich sind wir aus dem Lachen gar nicht mehr rausgekommen, denn Beerdigungen gab es einige im Verlauf dieser Folge. Aber dem Reihern nach: Es beginnt schon lebenslustig mit einem toten Markab, dessen Doctor von unserem Doctor am Totenscheinausfüllen gehindert wird. Denn gleich 4 tote Markab in den letzten 3 Tagen?
Bei diesem neuen Virus guckt Franklin ziemlich in die Röhre, denn die Markab reden da nicht gerne drüber. Denn nur unreine Randgruppen stecken sich damit an. Normalen Leuten mit normalem Lebenswandel kann sowas nicht passieren. Woran erinnert uns das blos?
Während die Wissenschaftler fieberhaft (höhö) an einer Lösung des Problems arbeiten, ergehen sich die Politiker im Moralkeulenschwingen und verodnen gegen den Ärtzlichen Rat die Selbstisolation. Und als wäre das nicht schlimm genug, hat Delenn sich auch noch in den Kopf gesetzt, gute Samariterin zu spielen, sich mit den Markab einsperren zu lassen und sie mit religösen Ammenmärchen zu quälen. Lenier kommt übrigens mit. Ob er will, oder nicht.

Franklin kommt so am Ende natürlich auf die Lösung, was die Krankheit auslöst, wie sie verhindert werden kann und deutlich zu spät. Da steht er mit seinen Phiolen nun reichlich entsetzt inmitten toter Markab, die galaxisweis den Löffel abgegeben haben. Über 2 Milliarden Tote. Nimm das, Game of Thrones! Anfänger!

Tja, was soll man zu dieser Folge sagen? Gut, dass das nervige Kind tot ist. Aber das ist bei JMS ja quasi schon obligatorisch. Die Kür ist es natürlich, die Zuschauenden ziemlich lange in dem Glauben zu lassen, dass Franklin schon im letzten Moment das Heilmittel finden wird und das Opfer seines Kahlschädelkollegen nicht umsonst gewesen ist. Pustekuchen! Der Moment, in dem das Rettungsteam die Schotten öffnet und sich Bergen von Leichen gegenüber sieht ist einfach phantastisch. Auf eine zugegeben perverse Art und Weise. Einfach mal eine komplette Rasse, die über 2 Staffeln lang aufgebaut wurde, über die Weltraumklinge springen zu lassen…DAS sind so Momente, die man anderen Schreiberlingen rechts und links um die Spitzohren hauen möchte um ihnen zu zeigen, wie mans richtig macht. Es ist nämlich nicht Rasse Pickelfresse, die am Anfang der Folge durch ein Wurmloch gespuckt wurde, von der wir vorher nie was gehört haben und nie wieder hören werden. Nein, die Markab waren ein deutlich sicht- und spürbarer Teil der Bevölkerung auf der Station. Und – das ist kein Spoiler – sie werden auch hin und wieder noch erwähnt werden.

Puh, ein längeres Fazit als sonst, aber irgendwie müssen wir die abartig hohe Wertung von Globuli-Tim für eine Franklinfolge ja erklären. Dank dieser kommen wir auf eine Gesamtnote von

5 von 6 Centauripenissen

Ein Duett unter Palmen

Heute bestreitet der Hauptcharakter die Nebenhandlung, die schnell erzählt ist. Garibaldi erzählt seinem Chef von einem geheimnisvollen grauen Sektor, in dem manchmal ganze Decks verschwinden sollen. Ach nee, von ganzen Decks war doch keine Rede. Keine Ahnung, wie wir darauf kommen. Egal. Sheridan war früher offenbar begeisterter Geocacher und macht sich sofort auf die Suche. Im grauen Sektor findet er aber keine Dose, sondern nur einen toten Markab (ein Zeichen für die kommende Folge?), der ihn mit einem Energiewesen ansteckt, das ab sofort im Captain wohnt und ihn mit schlecht animierten Visionen quält.
Aber unser Captain ist zwar auf den Kopf gefallen, aber nicht blöd, zählt 1 und 1 zusammen und bringt das Energiewesen nach Hause: In Sektor 14, da wo mal eine Station namens Babylon 4 verschwunden war. Die Ganze Story dient offensichtlich nur der Lückenbüßerei und dazu, den neuen Captain mit Babylon 4 und Sektor 14 vertraut zu machen. Aber immerhin, wir haben noch eine Einsatzbesprechung in gemütlicher Umgebung mit gemütlichen Klamotten.

Aber bleiben wir in gemütlichen Quartieren!

Gregor:
„Ich bin immer gerne in Londos Quartier. Das ist Dekadenz auf kleinem Raum“

Naja, erst legen wir noch eine kleine Operndarbietung im Flur vor dem Quartier ein:

Das Duett wird aber bald jäh gestört, denn ein alter Freund von Londo mischt sich von hinten die harmonische Männergruppe. Urzo hat nämlich Probleme zu Hause. Die müssen bei ein bis 50 leckeren Brivari geklärt werden.
Londo vergisst allerdings, seinen alten Kumpel nach Details zu fragen und wendet sich ausgerechnet an den MenschCentauri, der jenem die ganze Sch…ande eingebrockt hat. Wir kriegen heraus: Refa kocht sein eigenes Süppchen auf Centauri Prime und geht dabei über Leichen. Und eine weitere wird sich gleich dazugesellen. Denn Urzo fordert seinen Fecht- und Zechkumpanen zum Duell auf Leben und Tod.

Alles in allem eine sehr durchwachsene Folge. Man könnte auch sagen: ein zweischneidiges Schwert, höhö. Auf der einen Seite die total generische „Der Captain ist bessesen“ Handlung und auf der anderen zwei unserer Lieblingscharaktere im Duett und Duell. Wobei diese Geschichte mit Kampf auf Leben und Tod und Meine Ehre ist größer als Deine inzwischen ganz schön – Achtung! – totgeritten ist. Und so schaffen es selbst Londo und Vir nicht, die Folge über den Durchschnitt zu hieven und wir vergeben

3 von 6 Penissen

Kamerakind Kosh: Schatten im Bild

Heute geht die Post(mortem), denn ein lebender Toter besucht die Station. Ausserdem: Monster!

Aber der Reihe nach. Unser allseits nichtgeliebster Mr Morden ist wieder mal auf der Station und muss feststellen, dass Vir ihn nicht nur nicht mag, sondern ihn am liebsten aufgespießt sehen würde, was zu einer der ikonischten Szenen der Serie führt.
Aber der Stinkstiefel kann nicht lange seinen Stinkefinger genießen, denn beim zufälligen Aufräumen der Sachen seiner verstorbenen Frau stößt Sheridan zufällig auf das Bild von Morden. Und zwar, als zufällig gerade Garibaldi daneben steht, der sich zufällig an ihn erinnert und feststellt, das Morden zufällig gerade auf der Station ist. Vielleicht ein Zufall zuviel. Aber immerhin die Vorlage für ein Doctor Who bezogenes Meme
Sheridan fackelt nicht lange und läßt Morden von Garibaldis Mannen verhaften, die sich bei der Aktion erstaunlich kompetent anstellen. Von jetzt an gehts moralisch bergab mit Sheridan. Der will nämlich wissen, was genau mit seiner Frau passiert ist und warum die damals gestorben ist und Morden überlebt hat, obwohl beide auf dem gleichen Schiff waren.
Der verdächtige bleibt verdächtig gelassen, während Sheridan so langsam aber sicher in den Wahnsinn abdriftet und zwar so sehr, dass Susan übergriffig wird und Garibaldi(!) aus moralischen Gründen(!) das Handtuch schmeißt.

Erst ein Diavortrag von Kosh kann den Captain wieder einigermaßen zur Raison bringen. Und uns ins schwadronieren. Denn die Aussage von JMS, dass Kosh persönlich mit der Kamera auf der Lauer gelegen hat, um das Erwachen der Schatten zu filmen, scheint uns doch sehr aus der Luft gegriffen

Alles in allen eine Hammerfolge, die vieles von dem aufgreift, was schon seit Staffel 1 vorbereitet wird und für uns (also für die beiden, deren Eltern klug genug waren, einen VHS-Rekorder zu bedienen 🙂 ) war das damals ein echter Augenöffner, der uns gleichzeitig fast den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Eine Folge, die unheimlich wichtig ist zur charakterbildung von Sheridan (der jetzt vom Sunnyboy zum harten Hund wird) und Vir (der hier mal Zähne zeigt und vielleicht seinen Wunsch irgendwann erfüllt bekommt) mit vielleicht ein bißchen viel Exposition in Dialogform, das diesmal allerdings verschmerzbar ist. Nur darf man über einzelne Punkte und JMS Kommentare dazu nicht allzu intensiv nachdenken.

All das tut der Folge keinen Abbruch: Die spielt schon ganz oben mit in der Liga der Top-B5-Folgen. Wir vergeben

5 von 6 Centauripenissen

Aktenzeichen B5 ungedöst: Ivanova im Interview und der schleimende Senator

Willkommen zu einer spannenden Reportage von unserer Lieblingsstation. Die erstaunlicherweise keinen Presseoffizier beschäftigt, der lästige Interviewanfragen abwimmelt. Und schon steht das Kamerateam mit vom Föhrer persönlich unterzeichneten Drehgenehmigung auf der Luftschleusenmatte.
Eigentlich würde Ivanova diese mitsamt Inhalt gerne wieder nach draussen öffnen, konnte aber durch ein traumatisches Kindheitserlebnis, das Doctor Franklin mit traurigen Dackelaugen in die Kamera vorträgt, davon abgehalten werden. Apropos Dackelaugen: Zum einen haben wir ausgiebig über Marys Möpse diskutiert (das aber rausgeschnitten und exklusiv unseren Patronen zur Verfügung gestellt) und zum anderen wurde offenbar Ivanova als Wachhund an die Seite des Kamerateams gestellt und passt auf, dass sich niemand um Kopf und Kragen redet
Und so erleben wir eine Babylon 5 Episode, die erzählerisch und kameratechnisch deutlich aus der Reihe fällt. In Interviews erzählen unsere Protagonisten, was sie so motiveriert, bei dem was sie auf der Station denn eigentlich so machen. Falls sie überhaupt was machen.
Aber immerhin erhalten wir ein paar Informationen über Minbar. Dort ist es sehr frostig und deshalb klingen selbst Komplimente wie dahingehustetes Klingonisch. Zumindest in der religiösen Kaste. Denn, wer hätte das gedacht, Minbari haben nicht nur 3 Kasten sondern jede auch noch ihre eigene Sprache.
Apropos Kasten: Cyntia Talkman (die nicht Talkman heißt) hat zwar schon ein paar mehr oder weniger tolle Interviews (und eine vorgefertigte Meinung) im Kasten, aber was noch fehlt ist so ein richtiger Twist. Den liefern Narn und Centauri freihaus, indem sie sich erst gegenseitig mit Worten und anschließend ausserhalb der Station mit Strahlen um die Ohren hauen.
Und so darf jede(r) am Ende nochmal brav Fazit ziehen, ob sich so ein kostspieliges Abenteuer wie Babylon 5 für die Erde überhaupt lohnt, vom Dockarbeiter bis zum schleimigen Senator.

Und so erfahren wir in einer Reportage – die ja eigentlich die Station vorstellen soll – so ganz nebenbei eine Menge über die Erde, wie sie sich selber sieht und wie der neue Präsident so langsam die Welt so macht, wies ihm gefällt,
Erstaunlich, wie JMS vor mehr als 20 Jahren (!) nicht nur die Unterwanderung der Medien durch von Politikern gesteuerte Fakenews prophezeit hat, sondern auch technisch sowas von den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Nehmen wir nur mal das virtuelle Studio, das vor 2 Jahren vom ZDF als die hippe Neuerung seit der Erfindung des Nokia 2210 (das vermutlich beim ZDF immer noch standardmäßig eingesetzt wird) präsentiert hat. Nope! B5 did it!

Oder die kleinen Teile, die ständig durch die Luft schwirren und Bilder machen. „Kameradrohnen? Sowas von lächerlich! Sowas wird es NIE geben!“ So der neunmalkluge 90ger-Jahre-Sascha bei der Erstausstrahlung. Tja, auch das ist inzwischen völlig normal:

Tja, was sollen wir da noch sagen? Tolle Folge! Wir vergeben

4,5 von 6 Penisse

Der zeternde Centauri und die attributlose Anwältin im Schrank

Ihr kennt das: Ihr geht nichtsahnend durch einen Korridor und werdet aus heiterem Himmel von einem Minbari angegriffen, den ihr glücklicherweise mit einem zufällig herumliegenden Blaster schachmatt setzen könnt. Das passiert UNS jedenfalls genauso fast jeden Tag und kommt uns daher auch gaaar nicht verdächtig eingefädelt vor.

Willkommen zu einer weiteren Folge von
Garibaldi ermittelt!

Heute:
Garibaldis Chef John hat ein Problem: Soll er doch völlig grundlos einen wehrlosen Minbari erschossen haben. Mit einer angeblich zufällig herumliegenden Waffe. Alle Indizien sprechen gegen ihn: Die Spuren am Tatort, die Zeugenaussagen und die eher unglaubwürdig klingende Tatbeschreibung des Beschuldigten. Zu allem Überfluss mischt sich der fleißige aber auch geheimnisvolle Botschaftsattache Lennier in Garibaldis Ermittlungen ein! Wird es ihm trotzdem gelingen, Johns Unschuld zu beweisen?
Doch tatsächlich wiegt sich der Hauptbelastungszeugen dermaßen in Sicherheit, dass er den Fehler jedes Superschurken macht: Er erzählt noch einmal Brühwarm seinen kompletten Plan, während die Zuschauenden schon ahnen, dass sich irgendwo ein Aufnahmegerät verbirgt. Bzw in unserem Fall die komplette Stationsbesatzung in Lenniers Schrank (i shit yo not, my friend!)

Alex:
„Wie aber auch einfach alle Beteiligten aus diesem Schrank rauskommen:
Sheridan, Garibaldi, Delenn, die Anwältin, sind alle mit dabei.“
Sascha:
„Botschafter Kosh…“
Alex:
„Es hätte mich nicht gewundert, wenn die alle rausgekommen wären
und dann wäre noch Botschafter Kosh rausgerollt.“
Gregor:
„Pass auf: Und 6 Clowns! Aber Kosh wäre echt gut gewesen“
Sascha:
“ ‚Was machen Sie denn hier?‘ – ‚Ich bin schon immer hier gewesen‘ “
Gregor:
“ ‚Kann ich ein neues Quartier haben?‘ – ‚Nein.‘ “

Apropos Kosh: Der hat sich in der letzten Folge ja bereit erklärt (wenn wir ihn richtig verstanden haben, so genau weiß man das nie) Sheridans Lehrer zu werden. Und weil er ein strenger Lehrer ist, läßt er ein: „Ich weiß nicht, ob ich morgen noch meinen Posten habe, weil ich unter Mordanklage stehe.“ nicht als Ausrede gelten.
Gegen Vorlage des Dienstausweises erhält der Captain eine Kostprobe gregorianischen Gossen-Gospels. Genial. Vielleicht nicht ganz der Augenblick perfekter Schönheit, den Kosh ihm versprochen hat, aber immerhin ganz nett und vor allem: Unerwartet.

Unerwartet kommt auch ein Anruf für unseren Lieblings-Centauri-Botschafts-Assistenten. Zu Hause hat man nämlich erkannt, dass – ob Londos neuer Macht – der Posten als Centauri-Botschafts-Assistent auf Babylon 5 vielleicht doch nicht ganz so unbedeutend ist, wie man dachte und will dort jemanden einsetzen, der diese Rolle ausfüllen kann (und dabei reden wir hier noch nichtmal vom „Strich in der Landschaft“-Vir aus Staffel 4) Aber nur über Londos Leiche! Und Virs Schnappsleiche
Und wie wir es von unserem Lieblingsgespann kennen, entspinnen sich einfach wunderschön gespielte und ebenso gut geschriebene Szenen

Sascha:
„Weite Teile des Drehbuches kann man auf Leinwand drucken und
ins Wohnzimmer hängen, was die Dialoge betrifft.“

Als wäre die Sorge um seinen Assistenten (und Freund) nicht schon Kummer genug für Londo muss er ausserdem feststellen, dass er kastriert wurde. Moralisch. Von einer Puppe. Offenbar legt man bei den Centauri größten Wert auf die anatomisch korrekte Darstellung von Puppen. Was vermutlich für interessante Szenen und Gespräche im Centauri-Kinderzimmer sorgen dürfte. Apropos Kinderzimmer. Wir fühlen uns wie im selbigen:
Auf der Station hat nämlich ein Babylon 5 Fanshop eröffnet und auch unsere Freunde aus dem Aliensektor hauen hier nicht nur ihr Geld auf den Kopp.

Die Premisse, dass Minbari niemals nie lügen wirkt doch ziemlich an den nicht vorhandenen Haaren herbeigezogen. Und die Tatsache, dass Sheridan diese Mär tatsächich bedingungslos zu schlucken scheint

Gregor:
„Du darfst niemals lügen! Niemals!….es sei denn es geht um die Ehre.
… oder Gerechtigkeit….oder unangenehme Situationen…
oder Einladungen, auf die Du keinen Bock hast.“
Alex:
„Das heißt Wenn eine Minbarifrau fragt: ‚Seh ich in dem Kleid fett aus?‘
Dann dürfen Minbari lügen, weil das wär ja sonst ehrverletzend.“´
Sascha:
„Ich muss weg. Der…Botschafter hat angerufen!“

Zumal wir ja im Verlauf der Serie schon mindestens einen lügenden Minbari gesehen haben. Ohne, dass er sich anschließend rituell ausgepeitscht hätte. Dieses ständige gequatsche von Ehre und Familienclans hat uns ausserdem unangenehmst an die Klingonenfolgen bei Star Trek erinnert, die ein halbwegs interessantes Konzept dermaßen zu tode geritten haben, dass selbst unser Gagh nur noch müde zuckt. Gut, das kann man Babylon 5 eigentlich fairerweise nicht anlasten, weil es deutlich vor der 20ten DS9 Folge über die verlorene Ehre der Worferina B. gedreht wurde. Aber wir machen es trotzdem. 🙂

Die unfreiwillig komische Auflösung des Plots mit der Schrankparty hat das ganze natürlich rausgerissen. Auch wenn wir uns immer noch fragen, was denn jetzt die Nummer mit der Anwältin eigentlich sollte, die exakt Null zur Handlung beigetragen hat. Aber wir haben unsere Lieblings-Na’Toth-Darstellerin nochmal wiedergesehen, immerhin.

Zum Glück passiert in der Folge noch so dermaßen viel anderes (4 Handlungsstränge in einer Folge, macht das erstmal nach, andere Serien aus den 90gern!) dass wir uns geistig nicht lange mit Minbari-Mimositäten rumquälen müssen sondern uns voll und ganz auf den Rest konzentrieren können. Und der ist groß-ar-tig. Super geschrieben, super gespielt und selbst die billigen Gags zünden immer noch. Und wir sagen nur: Maskenszene!

Im Gegensatz zu DC Fontana versteht Peter David, wie man ein Drehbuch für Babylon 5 schreibt. Bleibt uns nur zu sagen: Wir wollen mehr B5-Merch und vergeben fast unisono

4 von 6 Penissen

Knight of the Penis

Es kommt uns wie gestern vor, dass wir auf Tims Terasse gesessen haben, mit einem Astra in der Hand und an Würsten gezuzelt haben, weil es kein Rauchwerk gab, obschon der Gastgeber einer guten kubanischen gegenüber nicht abgeneigt ist, wie man hört. Aber der gute Tim geht lieber auf andererleuts Terasse quarzen und hat uns (also den grauen Rat) beim Raucherbalkon angemeldet. Die haben drüben nämlich die inzwischen 4. Night of the pods organisiert.
Das Konzept: Jede halbe Stunde betritt ein anderer Podcast den Raucherbalkon, um ein wenig vom selbigen zu winken und den jubelnden Massen ihr Projekt vorzustellen. Und weil Gregor auf Tims Terasse gefehlt hat, haben beide diese Aufgabe für den Rat übernommen und den Balkon an die Grenzen der statischen Belastbarkeit gebracht. Aber hör selbst.
Wir sagen dem einen der Organisatoren ein herzhaftes Danke und für den anderen, der immer über Babylon 5 ablästert, gibts einen unpersönlichen kalten Händedruck. 🙂
Deshalb müssen wir leider einen Penis abziehen aber vergeben dem Raucherbalkon trotzdem die Fast-Höchstwertung: 5 von 6 Penissen

Der Arsch von Präsident

Hui, willkommen zu einer weiteren Folge von

Garibaldi ermittelt!

Heute: Ein wichtiger Zeuge versteckt sich auf der Station, der Beweise hat, daß der Präsident seine Finger in der Ermordung seines Vorgängers hatte. Kann er den verdächtigen vor seinen hochqualifizierten Sicherheitsleuten finden, die er eigenhändig ausgebildet hat?

Die Antwort: Ja.

Kommen wir aber mal zum Namensgebenden. Der Arzt der Präsidenten war nämlich schon Arzt, als der noch noch kein Präsident war, sondern dessen Stellvertreter. Wir erinnern uns: Herr Clark (nicht Kent!) erkrankte erstaunlich passend an einer Grippe und musste die EarthForce1 leider verlassen, glücklicherweise nur wenige Stunden, bevor die sich in der Umlaufbahn von IO in ihre Bestandteile auflöste. Soviel Glück kam uns damals schon suspekt vor. Und die Aufnahmen des Docs belegen: Pustekuchen! Der Präsident war kerngesund. Das könnte dem natürlich die Karriere versauen, deshalb will er die Beweise und deren Inhaber gleich mit loswerden. Und schickt den kompetentschärfsten Mitarbeiter, den er hat. Agent Dingenskirchen ist zwar scharf, aber nicht besonders sinnig, deshalb ist es Sheridan ein Leichtes, den Sonderermittler ständig an der Nase herumzuführen.

Nun geht alles Schlag auf Schlag (hehe) der Doc (also der alte) wird von Klischeegangstern entführt, die von der Regierung ein bißchen Geld haben wollen.
Auf mysteriöse Art und Weise (ein seeeeeeeeehr gesprächiger Hehler?) haben Garibaldi und Franklin inzwischen auch rausbekommen wo der Gesuchte sich aufhält und hauen (hehe) ihn da raus. Datenkristall UND Doctor gerettet, aber noch nicht der Tag. Denn der Agent hat nach intensivem Nachdenken herausbekommen, dass die Station ja Sensoren hat, die man benutzen könnte. Heißt: Doctor Jakobs muss weg. Aber wohin. Glücklicherweise stellt sich der Agent weiterhin so dermaßen dämlich an, dass man den guten Doctor direkt vor seiner Nase von der Station schmuggeln kann, nämlich eingepackt in schlechte CGI. Agent Dingeskirchen guckt derweil in die Röhre und Dumm aus der Wäsche.

Und wir? Nunja, wir sind alles andere als begeistert von dieser Handlung, die einzig und allein funktioniert, weil sich wirklich JEDER in dieser Folge un-glaub-lich dämlich anstellt. Aber so dämlich, dass es schon wieder Spaß macht. Die inkompetentesten Beamten kombiniert mit der schlechtesten Tarnung des Universums (und zwar im Dreierpack) sorgen für so viele Lacher, dass die Folge in der Gesamtwertung vermutlich besser wegkommt, als sie es eigentlich verdient. Wir vergeben

3 von 6 Penissen

Was erwartet Dich noch? Zahlreiche Referenzen zu Star Trek und klassischem Doctor Who.

Hoch die Tasse auf Tims Terasse

Lange hat die Gerüchteküche gewobert und gewabert und es wurde in sozialen Netzwerken und auch auch in Bussen und Bahnen der (Serien)Republik gemunkelt und gemutmaßt: Was hat es mit diesem ominösen Sommergrillen auf sich, das im Zusammenhang mit dem grauen Rat immer wieder hinter vorgehaltenen Tentakeln erwähnt wird?

Tim hat den Fehler gemacht, im Gruppenchat von seiner neuen Terasse zu erzählen und nach nur wenigen Wochen erklärte er sich auch schon bereit, dort das Sommerfest des grauen Rates auszutragen.
Raphael und Gregor waren leider verhindert und wir gezwungen, ihre Rationen an Fleisch und Astra mit zu konsumieren. Glücklicherweise hat uns der gute Felo ein wenig unter die Arme geholfen und den Abend dokumentiert. Zum Beispiel, wie 4 Ratsmitglieder versuchen, einen Pavillon in schwindelerregender Höhe am Geländer zu befestigen
Und richtige Podcaster hören nicht auf zu Podcasten, wenn die Veranstaltung beendet ist und so haben Mary und Felo ihren jeweiligen Nachhauseweg dukumentiert.
Begleite uns auf eine akustische Sauftour durch 2,5 Städte. Und immer daran denken:

Alex:
„Wenn einen ein Penis überrascht, kann man sich auch mal verschlucken.“

Der Graue Rat geht interstellar

Nun wächst zusammen, was zusammen gehört. Wir bekamen die Anfrage, ob wir es uns vorstellen könnten, regelmäßig in einem Internetradio gesendet zu werden. Aber nicht irgendeinem Internetradio. Der Name kam uns irgendwie bekannt vor. Na, das passt ja wie Topf auf Deckel haben wir uns gedacht und nach reiflicher Überlegung bei unserem Sommergrillen die Sache … Read moreDer Graue Rat geht interstellar

Schmutzige Sexspielchen und falsche Freunde

Hach, was eine schöne Folge, über Freundschaft, Loyalität und enttäuschte Erwartungen. Aber sie ist nur wegen einer einzigen Szene in die Analen(höhö) der Babylon 5 Geschichte eingegangen.
Naja. An der scheiden(höhö) sich die Geister. Die einen finden sie zum brüllen komisch, die anderen zum im Stuhlversinken peinlich. Spoiler: einer der beiden Podcaster gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Und da es derjenige ist, der die Shownotes schreibt, wird sie in dieser Besprechung nicht allzu gut wegkommen… 🙂
Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit einem gemütlichen Dia-Abend unter Feinden. G’Kar versucht verzweifelt, die Erde und Minbar (Minbar mit „N“, liebe PosterInnen der B5-Facebook-Gruppen, isses denn so schwer?!?) in den Narn-Centauri-Krieg zu ziehen, denn et sieht nicht gut aus für die Narren, die ja eigentlich eher Bauern als Kriegsherren waren und zwar Jahrzehntelang den Centauri gerne mal mit dem Säbel unter der Nase herumgefummelt haben, sich aber jetzt mehr als eine blutige derselbigen geholt haben. Nein, das sieht wirklich nicht gut aus. Und da hilft es auch nicht, daß sich die Narn auf der Station gegenseitig an die Gurgel gohn..äh..gehn.
G’Kars Machtstellung innerhalb der Narn gerät gefährlich ins Schwanken. Die habens nämlich satt, sich beim Feierabend-Brakiri dumme Sprüche von den Centauri anhören zu müssen. Das ist ja noch vieeeel schlimmer als bei den Kollegen an der Front, deren Schiffe untert Centauri-Beschuss in Massen platzen. Ihnen (also den Stations-Narn) platzt der Kragen und reißt der Geduldsfaden und sie erleutern einem Centauri mal ganz praktisch die Schnittmenge eines Körpers mithilfe eines formschönen Säbels. G’Kar reißt daraufhin der Geduldsfaden und er maßregelt seine Landsleute und erklärt ihnen, dass Stillhalten und Kooperation der Schlüssel zum Sieg sind, denn nur dann kommen die Menschen und Minbari mit zum Spielen in den Sandkasten. Dementsprechend vorfreudig geht er auch in sein Treffen mit Sheridan und Delenn, die aber nicht viel mehr machen können, als ein bißchen humanitäre (narnitäre?) Hilfe anzubieten und betreten ihr Gesicht abzuwenden
Londo dagegen plagen andere Sorgen: Sein plötzlicher Ruhm lockt Schmeißfliegen aller Kolör an und die Bittsteller stehen Schlange bis zum grauen Sektor um ihm um Gefallen diverserster Art zu bitten im Austausch gegen Drogen aller Art. Trotz der Aussicht auf Gratis-Tripps schwirrt dem armen Botschafter jetzt schon der Kopf.
Dabei wünscht sich Londo nichts sehnlicher als einen Drink. Aber keinen der üblichen 20, die er am Tag zu sich zu nehmen pflegt, sondern den einen ganz besonderen mit dem ganz besonderen Menschen. Ja, Menschen. Londo wünscht sich nichts sehnlicher als einen richtigen Freund und den vermutet er in Misterrr Garribaldi! Der sagt auch erst einem (alkohlfreien) Schlummertrunk zu, verschläft aber die Verabredung.
Am Ende finden sie doch noch zusammen. Und Obwohl Londo unserem Sicherheitschef inzwischen rechtschaffen unheimlich geworden ist, einigt man sich im Ende darauf, dass das Universum manchmal nach einen Freund verlangt. Und sei es nur ein Freund für kurze Zeit. Darauf einen Kurzen!
Susan hat derweil eher mit einem Langen ein Problem. Denn ein Botschafter-Pärchen winkt mit einer lukrativen Allianz für die Erde, kommt aber recht überheblich daher. Es hilft bei der Verständigung auch nicht unbedingt, dass der Lange sich beharrlich weigert, mit Menschen zu reden, die Drecksarbeit dem kleinen dicken überläßt und sich selber lieber Susans Unterwäsche widmet.
Und als wäre der Gag mit dem geklauten Negligee nicht schon lustig genug folgt nun auch noch oben zitiere Sexszene. Über die wir hier einfach mal das Mäntelchen des Schweigens hüllen. Apropos Mäntelchen. Der Botschafter hinterläßt Ivanova noch ein Abschiedsgeschenk:

Während sich der Comic-Relief Teil um Susans sexuelle Sensationen plakativ in den Vordergrund drängt hat die Folge doch erstaunlich viel Tiefgang zu bieten. Die Szenen um den einsamen Londo sind absolute Spitze und auf den Punkt geschrieben. Ein Mann, der was größeres werden wollte und nun merkt, dass ihm die Schuhe mindestens eine Nummer zu groß sind. Einfach toll. Ebenso G’Kars Klammern an jeden Strohalm und sein Nervenzusammenbruch im Gang nach dem Gespräch mit Sheridan und Delenn. Diese Folge hat einfach viel mehr zu bieten als die plakativen „Haha, Sex, höhö!“-Szenen, auf die sie leider zu oft reduziert wird.

Wäre diese peinliche Sexszene nicht gewesen, hätte die Folge locker im 5er Bereich mitspielen können, so gibts leider einen Schmuddelpunkt Abzug und wir einigen uns auf

4 von 6 Penissen