Gestochen scharfe Aussichten

Ist das der Anfang des dritten Zeitalters von Babylon 5? Amazon Prime hat (in den Staaten) die Serie endlich ins Programm aufgenommen, damit entdecken gerade alte und neue Fans die Serie (neu). Der große Schöpfer persönlich hat per Twitter darauf hingewiesen, dass es kein Problem wäre, eine fast-HD Fassung für wenig Geld zu machen. Nachdem er vorher darauf hingewiesen hat, dass mit den aktuellen Warner-Brothers-Leuten Null Chancen auf ein Reboot/Remake/Remaster bestehen.

Zum Glück kennen wir einen Experten. Oder besser gesagt: Er kennt uns. Und hat uns angeschrieben. Woraufhin wir ihn in die Sendung eingeladen haben. David ist CGI-Freelancer, arbeitet unter anderem für B5Books.com und hat frohe Botschaften mitgebracht:

„Es ist wirklich noch ne Menge da. Grade an Objekten ist noch sehr sehr viel da.“

„Geladen werden die Szenen in der Originalauflösung [..] Man kann aber ganz einfach bei der Auflösung einfach einen Klick rein und man hat es in HD“

„Es ist genug da um zumindest anzufangen.“

Klingt zu schön, um wahr zu sein, aber es stimmt. Es scheint doch mehr Material vorhanden zu sein, als uns jahrzehntelang Glauben gemacht wurde. Und so erfahren wir in einer knappen dreiviertelstunde eine Menge über 16:9, Texturen und die Hintergrundgeschichte über den Wechsel der Babylon 5 Effektemacher zu Voyager.

Beatrix „Crazy Eyes“ von Lyndisty in: Für eine Hand voll Narn

Hallo, Freunde von nackten Tatsachen und Penissen! Hier seid ihr heute noch richtiger als sonst schon. Denn heute wird es besonders nackt. Und die Penisse fliegen Euch heute nur so um die Ohren.
Es geht ja schon gut los: Die gute Ivanova betritt im Eva-Kostüm die Kommando-Zentrale. Puh, alles nur ein Traum. Gut, dass Sheridan in seiner Freizeit Wasser schüttelt, Zuckerkügelchen verteilt und ungebetene Traumanalysen durchführt. Und dank perfekter Küchenpsychologie kommt er dahinter, dass Ivanova einfach nur ein hoffnungsloses Leben hat. Deal with it.
Der gute Stationschef hat festgestellt, dass er in dieser Folge nicht viel zu tun haben wird und deshalb eine romantische Nebenhandlung mit Delenn gestartet. Seinen Mangel an Salz, Geschmack und Kochkünsten macht er dabei durch Humor und heldenhafte Korridor-Keilerein wett und hätte sich damit fast den verdienten Kuss..äh..nunja, verdient. Aber Susan muss ja unbedingt ungefragt per Bildschirm in die Szenerie platzen. Danke, Merkel!
Ivanova hat nämlich festgestellt, dass Narn verschwinden. Stellt sich heraus: Die Centauri haben offenbar noch nie was von Computersicherheit gehört und so konnte der gute Vir einen hochrangingen Centauri erfinden, der zweitausend Narn zu angeblichen Lagern geschickt hat, die dort aber nie angekommen sind. Offiziell tot (das freut Londo) inoffiziell allerdings untgergetaucht (das ärgert Londo). Und weil die Centauri offenbar wirklich noch nie was von Computersicherheit gehört haben, kann die gute Susan sich ohne Probleme ins System hacken und ihre schlechten Photoshop(oder besser: MS Paint)Künste einsetzen.
Aber Susan hat noch eine weitere Aufgabe, sie darf sich nämlich von Vir unser Bewertungssystem erklären lassen. Ihr wisst schon, das mit den 6 Penissen. Immerhin erkennt sie selber, dass sie als Beziehungsratgeberin eher mäßig begabt ist.

Aber wozu braucht Vir überhaupt kompetente Coitalberatung? Nun, ganz einfach. Stellt sich heraus: Er ist verheiratet. Mit einer Centauri-Lady deren Küsse mehrere kleine Städte auslöschen könnten. Eine Frau, die man einfach küssen muss. Damit sie endlich den Mund hält. Denn irgendwie wirkt sie so, wie aus einem schlechten Shakespeare Stück gefallen. Sehr klettig inklusive merkwürdiger Liebesschwüre

Gregor:
„Was sagt sie? ‚Deine starken Arme sind meine Grenze‘ “
Alex:
„Ich käme mir verarscht vor, wenn meine Frau das zu mir sagt.“
Gregor:
„Ich mir auch. Also wenn ich nicht so faul wär, ich würde dann gehen.“

Aus dem „aussen Hui, innen hohl“ wird allerdings recht schnell ein „aussen hui, innen Massenmörderin“. Stellt sich raus: Crazy Eyes Lyndisty ist die uneheliche Tochter von Doctoro Megeli und war schon an der ein oder anderen „Säuberungsaktion“ auf dem Narn-Heimatplaneten beschäftigt. Beim Anblick brenndener Dörfer und Kadavaern ist ihr nicht nur eine Sicherung durchgebrannt. Denn während andere Damen ihren Angebeteten höchstens mal ein Deo schenken (natürlich ohne Hintergedanken) hat Lyndisty einen hübsch verpackten Narn vorbereitet, inklusive Messer zum abstechen. Als Beweis ihrer Liebe. Das kommt eigentlich bei jedem Mann an:

Gregor:
„Also spätestens da hätte man doch bei Tinder nach links gewischt…“

DA kann jeder Ehemann gut schlafen! Aber am Ende hat sich das mit der Hochzeit ohnehin fast erledigt, denn die Narn-Schieberei fliegt auf der gute Vir von seinem Posten als Botschafter auf Minbar. Und Londo ist not amused. Aber der ist ohnehin sackig, dass er sich in seiner Freizeit als Kammerjäger beschäftigen muss

Diese Folge schreit förmlich dannach, einzelne Szenen als animierte Gifs zu verwenden. Und hey: Wir bekommen die Szene, die uns seit Folge 1 als Erklär-Vir begleitet. Nach der ganzen Ballerei und Entführerei der letzten Folgen tut ein bißchen Spaß auch ganz gut. Wenn man mal vom Narn-Massenmord absieht. Es ist ein bißchen wie Luft holen, bevor wir uns wieder dem Schattenkrieg und der Erde widmen. Und solche Momente sollte man genießen, sagt Sheridan selber.

Das Problem ist halt nur: Es ist alles relativ belanglos. Und es fühlt sich auch etwas unausgegoren an. Unsere peniblen Podcaster vergeben deshalb

3 von 6 Penissen

Niveautief zum Bergfest

Einmal musste es soweit sein: Wir haben die Mitte der Serie erreicht. Ab jetzt ist das Ende näher als der Anfang. Zum Bergfest haben sich deshalb 5/6 der Ratsmitglieder eingefunden, um gemeinsam das Bergfest zu feiern.

Wir hätten uns lediglich gewünscht, dass die zu diesem Anlass zu besprechende Folge. Etwas besser gewesen wäre. Obwohl: Die Amerikaner lieben sie. Aber das muss ja nix heißen. Wir sind – ohne da zuviel vorweggreifen zu wollen – eher weniger begeistert. Vor allem die Nightwatch-Truppe weiß nicht so recht zu überzeugen.
Aber nicht nur die Optik, sondern auch die Taktik ist nunja, speziell. Der Plan: Wir entführen Delenn, schieben ihr Verschwinden Sheridan in die Schuhe, damit die Minbari wütend abahauen und dann holen wir uns die Station zurück. Haben das alle verstanden?
Der Entführungsplan geht jedenfall voll in die Hose: Am Ende kann Sheridan Delenn befreien, dem Bösen die Fresse polieren und Delenn seine Liebe gestehen.
Delenns Krankenhaus-Aufenthalt wird auch gleich genutzt, um die (von mehreren Protagonisten) verhasste Nebenhandlung um die Wiedergeburtszeremonie abzuhandeln. Stellt sich heraus: Alle haben so ihr Päckchen zu tragen und fühlen sich am Ende wie neu geboren.
Und noch eine seltsame Nebenhandlung hat ihren Weg in die Folge gefunden: Der Stationscomputer wird mit neuen Passwörtern zu sehen und neu gestartet. Ein Schritt, der ja durchaus sinnvoll ist. Dass der Computer nach dem Reboot allerdings zur Diva motiert und die Crew mit albernen Sprüchen nervt, das hätten wir nicht gebraucht.

Das beste kommt allerdings zum Schluß, es gibt nämlich auch einen sehr schönen Handlungsstrang in dieser Folge. Und damit meinen wir nicht Lenniers Gefühle für Delenn. Nein, es geht um einen anderen Mann, der eine (Vor)Liebe für geistige Getränke und Intriegen bei Hofe hat. Unser guter Londo hat nämlich Lord Refa auf die Station zitiert, um ihn mit beunruhigenden Frontberichten und Video-Beweisen von seiner Zusammenarbeit mit Mr Morden zu konfrontieren. Wieder mal Dialoge, die man so nehmen und einrahmen möchte. Und Refa per Giftanschlag dazu zu bringen, sich von seinem Schatten zu lösen, ist ein echt cooler move, alter!

Ansonsten gibt es nicht wirklich viele Highlights diese Folge. Man muss ihr allerdings anrechnen, dass sie nach dem Dreiteiler nur abfallen konnte und dass sie zumindest wieder zeigt, dass eben nicht alles Eitel sonnenschwein ist, sondern noch sinistre Gestalten auf der Station rumlungern und das Lossagen von der Erde nicht einfach so mit einer Rede auf dem Zoccalo erledigt ist. Ansich schöne Ideen, die allerdings alles andere als subtil umgesetzt sind.

Trotz Londos Einsatz entlockt uns diese Folge nicht mehr als

2,5 von 6 Penissen

Aber das war ja nur der erste Teil dieser Folge. Wenn wir einmal auf dem Gipfel sind, um Bergfest zu feiern, bleiben wir natürlich auch noch ne Weile da oben sitzen und plaudern über Gott und die Welt. Weitere Themen im Überblick:

Erstseher Alex und seine Eindrücke vom Dreiteiler
Babylon 5 auf Amazon Prime
JMS sagt: Das bringt neue Fans
JMS sagt auch: Eine HD Variante von Babylon 5 wäre möglich

Und wir sagen: DANKE!

Denn kurz vor unserer Livesendung zum Bergfest haben wir das Fundingziel erreicht. Ihr habt die Babylon 5 Convention im November möglich gemacht!

Und inzwischen ist auch Ziel Nummer 2 gefallen: Es gibt was zu Essen!

Wer noch keine hat: Am besten noch schnell Karten sichern!

Spock Junior sagt: Jeder nur ein magnetisches Kreuz!

Kommen wir nun zu einem Gleichnis gar biblischen Ausmaßes: Wir lernen Bruder Edward (ohne Scherenhände) kennen und mögen, denn er ist einfach eine Seele von Mensch, wie uns hier recht superschwellig um die Ohren gehauen wird. Stellt sich aber heraus: Die Seele ist gar nicht seine. Sondern gehört Edward 2.0, der neu auf die geistige Festplatte aufgespielt wurde, weil sich die erste Version des geistigen Betriebssystems sagen wir als etwas unrund erwiesen hat.
Stellt sich (für uns schon relativ früh und offensichtlich) heraus: Der gute Edward war früher mal der böse James, der in billigen Kulissen diverse Frauen gemeuchelt hat. Deshalb hat man sein Gedächtnis gelöscht und ihm eine neue Persona verpasst. Was wiederum den Familien seiner Opfer so gar nicht passt. Weil ihrer Ansicht nach der Mörder noch frei rumläuft. Sie haben also weder Kosten noch Centauri-Telepathen gescheut, um in Edward erst die Erinnerung an sein frühes LasterLeben zu wecken und dann als durchgeknallte Racheengel vorm Mönch zu stehen.
Tja, da hängt er nun, der Edward und weil das Rote Kreuz auf der Station deutlich uneffektiver ist, als das von seinen Häschern eiligst improvisierte, macht er in den Armen von Bruder Theo seinen letzten Atemzug. In der Gewissheit, dass er die Kraft hatte, sich seinem Schicksal zu stellen. Und ebenfalls in dem Wissen, dass er nun sowohl die Sünden seines aktuellen als auch seines vorherigen Lebens büßen konnte. Und sein Mörder? Den ereilt – welch Überraschung – die gleiche Strafe wie sein Opfer und kommt als nicht minder creepy guckender (diesmal aus anderen Gründen) Mönch verwandelt zurück auf die Station, was Sheridans große Worte von Vergebung ein wenig auf die Probe stellt.

Lyta hat erst ne Weile an der Grenze der Vorlonen und dann bei den Vorlonen abgehangen und hat neben einer gesundheitlichen Generalüberholung eine Honoraranstellung als freie Mitarbeiterin des Botschafts abgestaubt. Das und die Tatsache, dass vorher noch niemand einfach so zu den Vorlonen spaziert und wieder zurückgekommen ist, macht Garibaldi natürlich stutzig.
Welch ein Glück, dass sie grade auf die Station zurück gekehrt war, um an der Aufklärung des Falls mitzuwirken. Hätte sie auch dem Erste-Hilfe-Team vielleicht gesagt, wo Edward ist, und nicht nur Garibaldi, hätte man den Mönch natürlich vielleicht noch retten können. Aber wir wollen nicht päpstlicher sein, als der Papst.

Auch diese Folge fühlt sich irgendwie merkwürdig an, punktet aber dadurch, dass hier moralische Themen zwar angerissen werden, es aber am Ende nicht die „Guckt mal Kinder, DAS ist die richtige Meinung“ Lösung gab, sondern man sich als Zuschauer durchaus seine eigenen Gedanken machen darf und muss. Kritikpunkte gibt es allerdings für die zeitweise belanglose Regie. Da hätten wir uns bei dem Namen etwas Anderes erwartet.

Davon ab und trotz des ziemlich überstürzten Endes machen wir keine drei Kreuze, dass die Folge endlich vorbei ist, sondern hätten uns im Gegenteil etwas mehr Zeit gewünscht, um die Apekte der Folge mehr zur Wirkung zu bringen. Aber auch so hinterlässt die Episode drei zufriedene Ratsmitglieder, die insgesamt

4 von 6 Penissen

Der zeternde Centauri und die attributlose Anwältin im Schrank

Ihr kennt das: Ihr geht nichtsahnend durch einen Korridor und werdet aus heiterem Himmel von einem Minbari angegriffen, den ihr glücklicherweise mit einem zufällig herumliegenden Blaster schachmatt setzen könnt. Das passiert UNS jedenfalls genauso fast jeden Tag und kommt uns daher auch gaaar nicht verdächtig eingefädelt vor.

Willkommen zu einer weiteren Folge von
Garibaldi ermittelt!

Heute:
Garibaldis Chef John hat ein Problem: Soll er doch völlig grundlos einen wehrlosen Minbari erschossen haben. Mit einer angeblich zufällig herumliegenden Waffe. Alle Indizien sprechen gegen ihn: Die Spuren am Tatort, die Zeugenaussagen und die eher unglaubwürdig klingende Tatbeschreibung des Beschuldigten. Zu allem Überfluss mischt sich der fleißige aber auch geheimnisvolle Botschaftsattache Lennier in Garibaldis Ermittlungen ein! Wird es ihm trotzdem gelingen, Johns Unschuld zu beweisen?
Doch tatsächlich wiegt sich der Hauptbelastungszeugen dermaßen in Sicherheit, dass er den Fehler jedes Superschurken macht: Er erzählt noch einmal Brühwarm seinen kompletten Plan, während die Zuschauenden schon ahnen, dass sich irgendwo ein Aufnahmegerät verbirgt. Bzw in unserem Fall die komplette Stationsbesatzung in Lenniers Schrank (i shit yo not, my friend!)

Alex:
„Wie aber auch einfach alle Beteiligten aus diesem Schrank rauskommen:
Sheridan, Garibaldi, Delenn, die Anwältin, sind alle mit dabei.“
Sascha:
„Botschafter Kosh…“
Alex:
„Es hätte mich nicht gewundert, wenn die alle rausgekommen wären
und dann wäre noch Botschafter Kosh rausgerollt.“
Gregor:
„Pass auf: Und 6 Clowns! Aber Kosh wäre echt gut gewesen“
Sascha:
“ ‚Was machen Sie denn hier?‘ – ‚Ich bin schon immer hier gewesen‘ “
Gregor:
“ ‚Kann ich ein neues Quartier haben?‘ – ‚Nein.‘ “

Apropos Kosh: Der hat sich in der letzten Folge ja bereit erklärt (wenn wir ihn richtig verstanden haben, so genau weiß man das nie) Sheridans Lehrer zu werden. Und weil er ein strenger Lehrer ist, läßt er ein: „Ich weiß nicht, ob ich morgen noch meinen Posten habe, weil ich unter Mordanklage stehe.“ nicht als Ausrede gelten.
Gegen Vorlage des Dienstausweises erhält der Captain eine Kostprobe gregorianischen Gossen-Gospels. Genial. Vielleicht nicht ganz der Augenblick perfekter Schönheit, den Kosh ihm versprochen hat, aber immerhin ganz nett und vor allem: Unerwartet.

Unerwartet kommt auch ein Anruf für unseren Lieblings-Centauri-Botschafts-Assistenten. Zu Hause hat man nämlich erkannt, dass – ob Londos neuer Macht – der Posten als Centauri-Botschafts-Assistent auf Babylon 5 vielleicht doch nicht ganz so unbedeutend ist, wie man dachte und will dort jemanden einsetzen, der diese Rolle ausfüllen kann (und dabei reden wir hier noch nichtmal vom „Strich in der Landschaft“-Vir aus Staffel 4) Aber nur über Londos Leiche! Und Virs Schnappsleiche
Und wie wir es von unserem Lieblingsgespann kennen, entspinnen sich einfach wunderschön gespielte und ebenso gut geschriebene Szenen

Sascha:
„Weite Teile des Drehbuches kann man auf Leinwand drucken und
ins Wohnzimmer hängen, was die Dialoge betrifft.“

Als wäre die Sorge um seinen Assistenten (und Freund) nicht schon Kummer genug für Londo muss er ausserdem feststellen, dass er kastriert wurde. Moralisch. Von einer Puppe. Offenbar legt man bei den Centauri größten Wert auf die anatomisch korrekte Darstellung von Puppen. Was vermutlich für interessante Szenen und Gespräche im Centauri-Kinderzimmer sorgen dürfte. Apropos Kinderzimmer. Wir fühlen uns wie im selbigen:
Auf der Station hat nämlich ein Babylon 5 Fanshop eröffnet und auch unsere Freunde aus dem Aliensektor hauen hier nicht nur ihr Geld auf den Kopp.

Die Premisse, dass Minbari niemals nie lügen wirkt doch ziemlich an den nicht vorhandenen Haaren herbeigezogen. Und die Tatsache, dass Sheridan diese Mär tatsächich bedingungslos zu schlucken scheint

Gregor:
„Du darfst niemals lügen! Niemals!….es sei denn es geht um die Ehre.
… oder Gerechtigkeit….oder unangenehme Situationen…
oder Einladungen, auf die Du keinen Bock hast.“
Alex:
„Das heißt Wenn eine Minbarifrau fragt: ‚Seh ich in dem Kleid fett aus?‘
Dann dürfen Minbari lügen, weil das wär ja sonst ehrverletzend.“´
Sascha:
„Ich muss weg. Der…Botschafter hat angerufen!“

Zumal wir ja im Verlauf der Serie schon mindestens einen lügenden Minbari gesehen haben. Ohne, dass er sich anschließend rituell ausgepeitscht hätte. Dieses ständige gequatsche von Ehre und Familienclans hat uns ausserdem unangenehmst an die Klingonenfolgen bei Star Trek erinnert, die ein halbwegs interessantes Konzept dermaßen zu tode geritten haben, dass selbst unser Gagh nur noch müde zuckt. Gut, das kann man Babylon 5 eigentlich fairerweise nicht anlasten, weil es deutlich vor der 20ten DS9 Folge über die verlorene Ehre der Worferina B. gedreht wurde. Aber wir machen es trotzdem. 🙂

Die unfreiwillig komische Auflösung des Plots mit der Schrankparty hat das ganze natürlich rausgerissen. Auch wenn wir uns immer noch fragen, was denn jetzt die Nummer mit der Anwältin eigentlich sollte, die exakt Null zur Handlung beigetragen hat. Aber wir haben unsere Lieblings-Na’Toth-Darstellerin nochmal wiedergesehen, immerhin.

Zum Glück passiert in der Folge noch so dermaßen viel anderes (4 Handlungsstränge in einer Folge, macht das erstmal nach, andere Serien aus den 90gern!) dass wir uns geistig nicht lange mit Minbari-Mimositäten rumquälen müssen sondern uns voll und ganz auf den Rest konzentrieren können. Und der ist groß-ar-tig. Super geschrieben, super gespielt und selbst die billigen Gags zünden immer noch. Und wir sagen nur: Maskenszene!

Im Gegensatz zu DC Fontana versteht Peter David, wie man ein Drehbuch für Babylon 5 schreibt. Bleibt uns nur zu sagen: Wir wollen mehr B5-Merch und vergeben fast unisono

4 von 6 Penissen

Schmutzige Sexspielchen und falsche Freunde

Hach, was eine schöne Folge, über Freundschaft, Loyalität und enttäuschte Erwartungen. Aber sie ist nur wegen einer einzigen Szene in die Analen(höhö) der Babylon 5 Geschichte eingegangen.
Naja. An der scheiden(höhö) sich die Geister. Die einen finden sie zum brüllen komisch, die anderen zum im Stuhlversinken peinlich. Spoiler: einer der beiden Podcaster gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Und da es derjenige ist, der die Shownotes schreibt, wird sie in dieser Besprechung nicht allzu gut wegkommen… 🙂
Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit einem gemütlichen Dia-Abend unter Feinden. G’Kar versucht verzweifelt, die Erde und Minbar (Minbar mit „N“, liebe PosterInnen der B5-Facebook-Gruppen, isses denn so schwer?!?) in den Narn-Centauri-Krieg zu ziehen, denn et sieht nicht gut aus für die Narren, die ja eigentlich eher Bauern als Kriegsherren waren und zwar Jahrzehntelang den Centauri gerne mal mit dem Säbel unter der Nase herumgefummelt haben, sich aber jetzt mehr als eine blutige derselbigen geholt haben. Nein, das sieht wirklich nicht gut aus. Und da hilft es auch nicht, daß sich die Narn auf der Station gegenseitig an die Gurgel gohn..äh..gehn.
G’Kars Machtstellung innerhalb der Narn gerät gefährlich ins Schwanken. Die habens nämlich satt, sich beim Feierabend-Brakiri dumme Sprüche von den Centauri anhören zu müssen. Das ist ja noch vieeeel schlimmer als bei den Kollegen an der Front, deren Schiffe untert Centauri-Beschuss in Massen platzen. Ihnen (also den Stations-Narn) platzt der Kragen und reißt der Geduldsfaden und sie erleutern einem Centauri mal ganz praktisch die Schnittmenge eines Körpers mithilfe eines formschönen Säbels. G’Kar reißt daraufhin der Geduldsfaden und er maßregelt seine Landsleute und erklärt ihnen, dass Stillhalten und Kooperation der Schlüssel zum Sieg sind, denn nur dann kommen die Menschen und Minbari mit zum Spielen in den Sandkasten. Dementsprechend vorfreudig geht er auch in sein Treffen mit Sheridan und Delenn, die aber nicht viel mehr machen können, als ein bißchen humanitäre (narnitäre?) Hilfe anzubieten und betreten ihr Gesicht abzuwenden
Londo dagegen plagen andere Sorgen: Sein plötzlicher Ruhm lockt Schmeißfliegen aller Kolör an und die Bittsteller stehen Schlange bis zum grauen Sektor um ihm um Gefallen diverserster Art zu bitten im Austausch gegen Drogen aller Art. Trotz der Aussicht auf Gratis-Tripps schwirrt dem armen Botschafter jetzt schon der Kopf.
Dabei wünscht sich Londo nichts sehnlicher als einen Drink. Aber keinen der üblichen 20, die er am Tag zu sich zu nehmen pflegt, sondern den einen ganz besonderen mit dem ganz besonderen Menschen. Ja, Menschen. Londo wünscht sich nichts sehnlicher als einen richtigen Freund und den vermutet er in Misterrr Garribaldi! Der sagt auch erst einem (alkohlfreien) Schlummertrunk zu, verschläft aber die Verabredung.
Am Ende finden sie doch noch zusammen. Und Obwohl Londo unserem Sicherheitschef inzwischen rechtschaffen unheimlich geworden ist, einigt man sich im Ende darauf, dass das Universum manchmal nach einen Freund verlangt. Und sei es nur ein Freund für kurze Zeit. Darauf einen Kurzen!
Susan hat derweil eher mit einem Langen ein Problem. Denn ein Botschafter-Pärchen winkt mit einer lukrativen Allianz für die Erde, kommt aber recht überheblich daher. Es hilft bei der Verständigung auch nicht unbedingt, dass der Lange sich beharrlich weigert, mit Menschen zu reden, die Drecksarbeit dem kleinen dicken überläßt und sich selber lieber Susans Unterwäsche widmet.
Und als wäre der Gag mit dem geklauten Negligee nicht schon lustig genug folgt nun auch noch oben zitiere Sexszene. Über die wir hier einfach mal das Mäntelchen des Schweigens hüllen. Apropos Mäntelchen. Der Botschafter hinterläßt Ivanova noch ein Abschiedsgeschenk:

Während sich der Comic-Relief Teil um Susans sexuelle Sensationen plakativ in den Vordergrund drängt hat die Folge doch erstaunlich viel Tiefgang zu bieten. Die Szenen um den einsamen Londo sind absolute Spitze und auf den Punkt geschrieben. Ein Mann, der was größeres werden wollte und nun merkt, dass ihm die Schuhe mindestens eine Nummer zu groß sind. Einfach toll. Ebenso G’Kars Klammern an jeden Strohalm und sein Nervenzusammenbruch im Gang nach dem Gespräch mit Sheridan und Delenn. Diese Folge hat einfach viel mehr zu bieten als die plakativen „Haha, Sex, höhö!“-Szenen, auf die sie leider zu oft reduziert wird.

Wäre diese peinliche Sexszene nicht gewesen, hätte die Folge locker im 5er Bereich mitspielen können, so gibts leider einen Schmuddelpunkt Abzug und wir einigen uns auf

4 von 6 Penissen

Im Hyperraum hört Dich niemand stöhnen

Zum Glück. Denn gestöhnt wurde viel bei der Aufnahme. Und zwar nicht vor Lust, sondern eher vor Frust.
Gregor: „Das ist alles so beliebig“
Sascha: „Ja, in der Tat“
Tim: „Wir sind schon direkt richtig positiv, nicht?“
Aber der größte Stinker dieser Folge ist wohl eindeutig „Stinky“, oder wie Sascha ihn gerne nennt: „Tim Curry für ganz Arme“ Denn ähnlich wie sein großes Vorbild trägt Stinky ein permanentes debiles Grinsen spazieren, im Gegensatz zu seinem großen Vorbild allerdings egal ob es zu Situation passt oder nicht. Was in manchen Szenen zu einem Grinswettbewerb zwischen den beiden Captains ausartet
Also machen wir die Sache kurz und schmerzlos: Stinky ist ein „alter“ Mentor von Sheridan und kommt auf die Station um Proviant zu tanken und Sheridan ein schlechtes Gewissen zu machen. Denn die echten Abenteuer, die erlebt man ja nur „da draussen“ und unser Captain Nichtsinclair (hehe) ist eben nicht Sinclair und nicht zum Sesselpuper geboren. Der Angesprochene bekommt daraufhin Selbstzweifel und läßt seinen sonst so ordentlichen Schreibtisch regelrecht verlottern. Schlümm!
Nachdem er also lange genug auf der Station rumgenervt hat, macht er sich auf den Weg in den Hyperraum. Weil…deshalb. Und dann explodiert der Antrieb. Weil….Technobabbel. Und die Cortez droht im Hyperraum verloren zu gehen. Weil…is so.
Sheridan kann dann doch noch erst den Tag und dann seinen Freund retten, aber leider nicht das Leben des Quotenschwarzen, dessen baldiger Tod nach drei Zeilen Dialog extrem offensichtlich ins Gesicht geschrieben war…
Am Ende hat Sheridan seinen Seelenfrieden gefunden und offenbar auch den Papierkorb in seinem Büro und sein Schreibtisch ist plakativ aufgeräumt. Was uns auch gleich nochmal verbal um die Ohren gehauen wird, damit es auch der Zuschauer kapiert, der zwischenzeitlich mal weggenickt ist.
Ungefähr ebenso subtil wird die Frage in den Raum geworfen, ob da irgendwas im Hyperraum existiert. Spoiler: Ja!
War sonst noch was: Achja, in einer „lustigen“ Nebenhandlung verordnet Doctor Franklin dem Führungsstab eine Diät.
Am Ende können wir froh sein, beim Griff in die Hose nicht vollends mit leeren Händen dazustehen und vergeben – mit viel gutem Willen! –

1,5 von 6 Penisse

Frauen frisch frisiert – Telepathischer TussenTerror

Im grauen Rat herrscht eine geradezu – Achtung! – Babylonische Sprachverwirrung, denn ein zweiter Sascha mischt die Runde auf.
Das sorgt für kurzzeitige Konfusion bei unserer nackten Frauenbeaufragten, die dann aber ihrem Ruf alle Ehre macht und die Damenwelt auf B5 ganz kritisch unter die Lupe nimmt. Besonders Susan und ihre von Szene zu Szene wechselnde Haarpracht haben uns die Augen verdreht.
Langer Subplot kurzer Unsinn: Susan möchte nicht, dass das Psicorps ein telepathisch begabtes Mädel in die Finger bekommt, Talia lobt dagegen die Corps-Benefits wie modische Handschuhe, Spaziergänge in anderleuts Gedanken und Getränkeflatrate. Schnell stellt sich allerdings heraus: Die gute wiehießsienoch hat eher Interesse an Geschmeide und schicken Klamotten. WER ihr die kauft ist ihr eigentlich egal. Und da wir alle wissen, wer auf der Station die fetzigsten Fummel trägt, entscheidet sich die Telepathentrulla am Ende für einen Tripp nach Minbar. Und wir sind alle froh, dass wir das nervige Gör nie wieder sehen.
Aber das war ja eigentlich nur die B-Handlung, die aber zufälligerweise zur Auflösung der A-Handlung beiträgt so zufällig, wie ständig die gerade benötigten Protagonisten genau um die Ecke kommen, an denen die Autorin sie braucht, um die Handlung voranzubringen. Da haben wir von der guten DC Fontana schon deulich besseres gelesen und sogar gesehen. Die Haupthandlung ist nämlich auch schnell erklärt: Berühmter Minbari-Mufti ist tot und soll auf Wunsch der Kriegerkaste auf B5 aufgebahrt werden, sehr zum Mißfallen von Sinclair, der gegen den Typen an der Front gekämpft hat und Delenn, die den Typen gekannt und hat und weiß, dass er sich eine ruhige Beerdigung gewünscht hat. Bei der Leichenschau gucken alle dumm aus der Wäsche, denn der Leichnam ist weg (weg! Und ich bin wieder allein, allein!)
Überraschenderweise laufen Garibaldis Ermittlungen ins Leere, bis durch Zufall (ich schaue in Ihre Richtung, Frau Fontana!) die Telepathin aus der B-Handlung Delenn als die Schuldige entlarvt. Die hat den Minbari nämlich inzwischen (wie auch immer) unbemerkt(!) einäschern(!) lassen und will die Urne jetzt von der Station schmuggeln.
Am Ende wird noch mal schnell der Deus ex GrauRat (kein Witz, das ist wirklich so!) herausgekramt und die Tatsache, dass Delenn beinahe einen intergalaktischen Krieg verursacht hätte, obwohl sie von Anfang an ihre Macht-Karte hätte ausspielen können, nonchalant unter den Stehtisch von Sinclair gekehrt, wo ein hysterischer Händedruck das Verständnis zwischen Menschen und Minbari….ach weißt Du was, mir reichts. Kommen wir zur Wertung:
Die fällt ausgesprochen unterschiedlich aus. Zwar müssen wir alle anerkennen, dass die Folge ein bißchen was an Hintergrund über die Minbari und auch das Verhältnis (*zwinkerzwinker*) zwischen Susan und Talia nach vorn gebracht hat. Aber alles in allem war das mit der berühmten medizinischen Plexiklastange von Dr Kyle und in einer sowas von faulen Schreibe, dass wir sagen müssen: Frau Fontana, bleiben Sie bitte im Star Trek Universum, aber lassen Sie unsere Serie in Ruhe!
Diese Aussage würden 2 von 3 Podcaster unterschreiben und nur dank Saschas (also der neue Sascha!) astronomisch hohen Wertung fährt diese Folge
3 von 6 Penissen
ein. Danke, Merkel!

Gut getarnt durch Hut und Hemd

Heute gehts vor allem um Garibaldi. Hilft nix, da müssen wir jetzt durch. 🙂
Unser geliebter Sicherheitschef bekommt nämlich Besuch. Vom Präsidenten. Oder besser gesagt: Dessen Sicherheitsbeauftragten. Und wir merken schnell: Die beiden verbindet eine gemeinsame (dunkle) Vergangenheit.
Die Situation wird erst – im wahrsten Sinne des Wortes – explosiv und spitzt sich dann sogar noch zu, als Garibaldi vom Ermittelnden zum Beschuldigten mutiert. Dass in seinem Quartier Centauri-Dukaten entdeckt werden, ist der Unschuldsvermutung nicht sonderlich zuträglich. Kurz: Gaaribaldi muss untertauchen und Uniform gegen Zivilkleidung eintauschen. Dabei beweist er – wie bei seinen Ermittlungen – absolut unbestechliche Ziel- und Stilsicherheit. Hemd gabs für ömme und vom verärgerten Klienten eins auf die Omme. Aber dafür lässt sich Londo nicht – achtung! – lumpen und legt gleich noch ein bisschen Taschengeld obendrauf. Das Garibaldi gleich dort anlegt, wos die meisten Prozente gibt: In der Bar. Nachdem Garibaldi erstmal einen (oder zwanzig) hat sacken lasen, wird er selbst eingesackt und dann sackt bei allen die Erkenntnis, dass der unsympathische Wichtigtuer in Wahrheit hinter dem Ganzen steckt und beim Besuch des Präsidenten ein etwas größeres Feuerwerk zünden will. Das kann durch einen weiteren Faustkampf und einen klischeehaften in der letzten Sekunde gestoppten Countdown verhindert werden. No boom today.
Apropos: Ivanova verhält sich unserer Meinung nach ausgesprochen suspekt! Und sie wirkt in manchen Szenen ein klein wenig grünlich
Aber es gab auch einiges was uns gefallen hat und zwar nicht nur Garibaldis Kopfbedeckung, die einen augenblicklich für Fahnder unsichtbar macht. Und so erhält die Folge von uns
3 von 6 Penissen

Tödlicher Telepathen-Terror

Wir bekommen Besuch. Vom Psi-Corps. Genauer gesagt von zwei zwielichtig zwinkernden Zivilfahndern des Corps. Pavel Checkov hat vernommen, dass es angeblich einen noch inkompetenteren Sicherheitschef als ihn geben soll und hat sich sofort ingognito nach Babylon 5 begeben. Getarnt als hochstufiger Psi-Polizist. Und so schleichen Alfred Bester und seine Gehülfin im ständigen Wechsel in den Köpfen diverser Leute und auf der Station herum, um einen entflohenen Telepathen zu suchen. Wenn sie nicht gerade Babys überm Feuer jonglieren. Denn der Versuch, einen Telepathen ohne langwieriges grinden direkt leveln zu lassen (mann, wir haben den Jargon der jungen Leute echt noch drauf!) ging, nunja, nicht direkt nach hinten, sondern eher zu weit nach vorne los. Am Ende winkt uns Jason Engelsgleich als Polygonmasse aus dem Computer entgegen und schenkt Talia zum Abschied noch ein Level up. Und mit diesem Anti-Höhepunkt könnte die Folge jetzt eigentlich vorbei sein und die Wertung im niedrigen Einserbereich dahindümpeln. Doch da war noch was. Genau! Sinclairs Freundin, deren Namen wir uns wohl nie merken werden, macht sich auf den Sprung (höhö), um in einem verlassenen Sektor ein Sprungtor bauen zu lassen. Oder so ähnlich. Aber nach einem Kontakt mit einer Weltraumqualle fühlt sich ihr Raumschiff seltsam antriebslos und droht auf den Planeten zu stürzen. G’Kar rettet nicht nur Schiff und Pilotin sondern auch die Folge mit einem tollen Monolog über die Wunder des Universums. Und dank G’Kars Einführung in die kleine Space-Ameisenkunde fährt diese Folge dann doch noch mit Ach und Krach: 2,5 / 6 Centauripenissen