Willkommen beim Grauen Rat - DEM deutschsprachigen Babylon 5 Podcast

Hier die neusten Episoden:

Shallalla-Sheridan, Mimimi-Minbari und potentieller Penisneid

So, eins sei vorweg gesagt:

Sascha:
„Ihr könnt die Folge auslassen und einfach nur diesen Cast hören, denn hier passieren illustre Wortspiele.“
Raphael:
„Mehr hab ich nicht. Tut mir leid.“

Tja. Nicht mal auf  Wortspiele aus der Hölle ist Verlass. Nun denn, machen wirs kurz und fangen mit der langweiligeren Handlung der heutigen Episode an. Denn wer uns kennt und hasst weiß, wir können mit den Knochenköppen nicht wirklich viel anfangen. Pech, dass weite Teile dieser Folge auf einem Minbari-Schiff spielen, dass nicht nur einen eklatanten Mangel an Türen aufweist, sondern auch durch äußerst ungeschmackvolle Inneneinrichtungen ins Auge fällt
Stellt sich raus: Die jeweiligen Kasten finden es nicht so knorke, dass ihre Chefs so gemütlich beisammen sitzen und schmieden jeweils Attentatspläne. Denn auf einem Minbarischiff ein tödliches Gas in die Luftsysteme zu leiten ist offenbar einfacher als einem Baby einen Lutscher zu klauen. Schnell, Smithers, klauen Sie diesem Baby da seinen Lutscher! Dummerweise für die Verschwörer und glücklicherweise für die Zuschauer hat auch Lennier an einer nichtvorhandenen Tür gelauscht und macht erstmal nix. Um dann in letzter Sekunde in die Jeffries-Röhre zu kriechen.

Auch die Storyline auf der Station wirkt, als wäre sie von einem maximal 13jährigen Fanfiction-Autor erdacht worden. Es geht schon am frühen morgen los. Sheridan sitzt albern kichernd und selbstgesprächeführend am Frühstückstisch. Und wir drehen schon den Finger an unserer Schläfe und trällern: „Verrüüühüüückt!“
Ums kurz zu machen: Sheridan will psychounlogisch vorgehen und durch Kindergartenküchenpsychologie die anderen Rassen dazu bringen, sich die Ranger frei Haus zu holen und dabei auch noch das Gefühl zu haben, es wirklich zu wollen. Der Plan geht auf: Londo streitet jede Zusammenarbeit ab und beleidigt noch die Penisgrößen der anderen Botschafter, die durch ein paar gezielte Schüsse auf Asteroiden und Nachfragen nach Blutkonserven den ziemlich offensichtlichen Köder schlucken. Dafür dass das alles DiplomatInnen mit allerlei Erfahrungen in politischen Winkelzügen sein sollten, kommen die Aliens hier ausgesprochen dumm weg.

Kurz gesagt: Die ganze Story funktioniert eigentlich nur, wenn man nicht allzusehr darüber nachdenkt. Und zwar beide Storys: Sheridan agiert so überdreht und gibt so absurde Befehle, dass man sich eigentlich nur fragen muss, warum Ivannova und Franklin ihn nicht abgesetzt haben. Wenn Garibaldi noch dagewesen wäre, hätte er seinen Chef vermutlich in eine Ausnüchterungszelle gesteckt. Warum weiht er seinen Führungsstab nicht in seine Pläne ein? Und wie können die anderen wirklich so dämlich sein, den Köder zu schlucken?

Von der B-Handlung um Delenn wollen wir erst gar nicht anfangen: Die religiöse Kaste ist eine Ansammlung voll intriganter Idioten, die Kriegerkaste besteht offenbar nur aus grimmig guckenden Arschlöchern. Und nur 2 von allen wurden für Sprechrollen bezahlt. Lennier ist weiter auf dem dunklen Pfad richtung Unsympath und Delenn..naja, ist Delenn.

Trotz allem ist das ganze – obwohl es über weite Teile bei der langweiligsten Rasse des Universums spielt – erstaunlicherweise recht kurzweilig. Wir haben uns unterhalten gefühlt und vergeben deshalb

3 von 6 Penissen

Ziemlich tolle Sch(r)eibe

Bevor wir uns in der kommenden Folge den *seufz* Minbari und ihren spannenden Kastenkriegen widmen, wollen wir vorher über ein besonders Kästchen reden: Es ist etwa 12,5 mal 14 Zentimeter groß, gut 6 mm dick und enthält satte 1076 Minuten pure Unterhaltung auf 2 Scheiben: Richtig! Die DVD zur Babcon, der Jubiläumsveranstaltung zu 25 Jahren Babylon 5 ist endlich fertig geworden.
Wenn wir die DVD einmal in der Hand haben führt uns unser Gespräch auch gleich zu physischen Datenträgern im allgemeinem, wir reden über Cyberfilme der 90er und wandeln über kleinere Seitenpfade wie die richtige Datensicherung und Unterhaltungselektronik am Strand.

Raphael:
„Es gibt Sachen, die vertragen sich nicht. Ich schlepp ja auch keine Häschen und Käfer in mein Wohnzimmer.“

Was wir aber gerne in unseren Bücherschrank stellen würden, wäre ein Sammelband mit Babylon 5 Fanfiction. Idealerweise solche, in der die ProtagonistInnen ihre Hosen anlassen. Wir würden gerne zeigen, dass das deutschsprachige Babylon 5-Fandom nicht nur konsumieren kann, sondern auch sehr kreativ ist. Dass Fiver Uniformen schneidern und Raumschiffe aus Lego bauen können wissen wir. Aber wie gut sind sie im Umgang mit Stift und Papier, Schreibmaschine und TipEx, Tastatur und OpenOffice?

Kurz: Wir wollen Fangeschichten aus dem Babylon 5 Universum sammeln und auf die ein oder andere Art veröffentlichen. Kurze, lange Texte, Comics, Fanart, alles ist gerne gesehen! Und als Anreiz (wie mans nicht macht) kramen wir sogar ein frühes Werk von Sascha aus den 90ern hervor. Ja, wir waren jung und hatten kein Geld.

Also dann: Raus aus den Federn und ran an die Stifte. Wir freuen uns über zahlreiche Zusendungen.

Der Franz(l)ose Bruce will es doch auch

Ein ganz normaler Tag an der Arbeit für Garibaldi: Erst eine nette Familienzusammenführung, dann geht es über in den gemütlichen Teil mit einem Dutzend Verstöße gegen die Stationsbestimmungen hier, ein paar Leichen schießwütiger Telepathen dort, garniert durch den Besuch der Ex. Aber der Reihe nach. Unser Ex-Sicherheitschef betreibt sein Gewerbe weiterhin vom Bistrotisch aus und muss sich mit den alltäglichen Problemen der Selbständigkeit auseinandersetzen.
Doch die schnulz… äh, schöne Szene dauert nicht an, denn Garibaldi steht weiterhin unter der Beobachtung des dubiosen Silberlöckchen Wade, der den episodentitelgebenden Job für ihn plant. Das Ganze so unauffällig, dass es sich mittlerweile sogar bis zum alten Chef herumgesprochen hat, denn Sheridan ordnet nun an, Garibaldi endlich mal Dienstwaffe und -ausweis abzunehmen, weil ihm dieser zu sehr mit dem falschen Freunden herumhängt. Das ärgert den guten John nämlich so sehr, dass er sämtliche Lichter ausgemacht hat und grüblerisch den Blick aus dem Fenster schweifen lässt.

Gregor:
“Ist das einfach nur Atmosphäre, dass er da im dunklen Büro steht?”

Oder liegt es vielleicht daran, das Susan derzeit jedes bisschen Strom für die “Stimme des Widerstandes” braucht? Denn in einer kurzen (aber auch kurzweiligen) Nebenhandlung erfahren wir nun noch, dass eben jene ohne zusätzlichen Saft doch etwas zu schwach auf der Brust ist. Auf ärztlichen Rat macht Ivanova nun also kurzerhand einen Abstecher zu Epsilon 3, um zu schauen, ob man nicht an Draals großer Maschine noch etwas abzapfen könnte. Da Draal persönlich unabkömmlich ist, ergibt sich hier ein sehr launiger, wenn auch völlig bescheuerter Dialog mit Zathras, dem Bruder von Zathras aus der Familie Zathras – die feinen Nuancen der Aussprache gehen leider in Schriftform verloren.
Währenddessen in der Haupthandlung: Ein schmollender Garibaldi tröstet sich mit Daffy Duck und einer guten Malzeit über den Verlust seiner Lieblings-PPG hinweg. Der perfekte Moment für Wade, um ihm mit wenig Detailinformation in zwielichtige Aktionen einzuspannen.
Es soll eine Geschäftsverhandlung auf der Station stattfinden und dazu jemand diskret an der Sicherheit vorbeigeschleust werden – doch schon bei Schritt eins kommt es zur Überraschung: Der steinreiche Tycoon William Edgars, der eigentlich angekündigt war hat stattdessen seine Frau geschickt. Und die ist für Michael wahrlich keine unbekannte, sondern seine alte Flamme Lise, die sich nach zerütteter erster Ehe nun neu verbandelt hat.

Die Ereignisse der turbulenten letzten Jahre müssen nun selbstverständlich erstmal im Expositions-Privatgespräch aufgearbeitet werden: Das Scheitern der ersten Ehe, die “In dubio pro geo”-Mentalität marsianischer Scheidungsrichter, das Anbandeln mit dem Neuen, Garibaldis Abkehr vom Alkohol, der Verlust seiner Haare. Alles wichtige Themen für die nur wenige Minuten Zeit bleibt, weil schon Wade und das Meeting vor der Tür stehen.

Denn nun geht es endlich an den Verhandlungstisch – der wieder einmal ein kleiner Bistrotisch in aller Öffentlichkeit zu sein scheint – und dort dann direkt ans ans Eingemachte: Konkret an nicht näher beschriebenes Genmaterial, eingemacht im Hochsicherheitskristall.
So oder so scheint, was auch immer dort auf den Tisch kam in der Tat gefährliche Ware zu sein, denn eine Schießerei lässt nicht lange auf sich warten. Bleibt nur die Flucht, natürlich stilecht durch Lüftungsschächte, damit der gute Garibaldi entlich mal so richtig den Bruce Willis heraushängen lassen kann.
Während er dann einem der Verfolger Auge in Auge gegenüber steht (oder eher hockt) setzt sein messerscharfer Ermittlersinn ein und er kommt zur Erkenntnis, dass es sich bei den feuerfreudigen Herrschaften nur um Telepathen handeln kann. Da hilft nur eins: Schnell durch gezielte Gedanken an Laderampe 3 die Telepathen in die Falle locken, wohin man dann hurtig Zack und die Sicherheit als Begrüßungskommitee schickt. Dass die gelackmeierten ihrer Sache so treu ergeben sind, dass sie dort erstmal ihre Zyanid-Kapseln knuspern lässt Garibaldi eher kalt – im Gegensatz zu Sheridan, der über die jüngste Spitze in der Leichenstatistik der Station wenig erfreut ist.
Übermäßig erfreut waren auch wir nicht, richtig verärgert aber auch nicht. Die anhaltende “Scheiß‘ drauf”-Einstellung Garibaldis lässt weiterhin Fragen offen und so zücken wir trotz einiger sehr schöner Szenen aus den Nebenhandlungen dieses Mal durchschnittliche

3 von 6 Penisse

Es wird geschluckt, was in den Mund kommt

Bier auf dem Tisch

Und, meine Güte, hatten wir zu schlucken. Denn Tim hat reichlich astra, Würste diverser nationaler Herkünfte und atomar aufeplusterte Hänchenbrüste auf bzw neben den Grill gelegt. Es war wieder Grau-Rat-Sommergrillen auf Tims Terrasse. Jetzt neu mit Lounge-Möblierung und Bienenparadies.
Dabei wanderte natürlich auch das ein oder andere Zoom über den Tisch und fing das ein oder andere Gespräch auf. Die Graurätler diskutierten allerdings weniger über Raumstationen, als über Raumsituationen und Häuser, in die man im Keller betritt und im ersten Stock wieder verlässt, da der Keller das Erdgeschoss ist.
Und natürlich wurde auch noch mal die Fedcon Revue passieren gelassen. Und unser Auftritt auf der selbigen.

Gregor:
„Es muss echt großartig gewesen sein, noch heute werden Lieder darüber gesungen.“
Alex:
„Ich glaube, ich hatte einfach glück, dass ich noch so jung bin und schnell Texte lesen und einen Buzzer drücken kann.“

Sei dabei, wie (pseudo)live im Cast das gewonnene Star Trek Risiko-Spiel aus- und sofort wieder eingepackt wird, weil niemand so recht Lust auf Spielen hatte. Lieber saufen und sabbeln. In mehreren Etappen. Deshalb wird das ein oder andere gleich mehrfach erzählt, denn zwischen den einzelnen Segmenten liegen etwas Zeit und deutlich mehr Alkohol. Dafür kannst Du uns beim graduellen Betrunkenwerden lauschen und beim anschließenden Katerfrühstück mit blick auf ein original italienisch-irisches Internetcafé, wie man sie eigentlich nur noch in Köln findet.

Graf Drakh reist jetzt nach Oberbayern

Willkommen am südlichsten Nordpol der Welt, der Stadt, aus der Minbari, die fliegen nicht laufen wollen! Willkommen zu einer Geschichte des gelebten unteren Mittelmaßes! Denn wir begleiten (leider) heute über weite Teile unsere ungeliebten Knochenköppe auf einer internen Außenmission im Kapf gegen Powerrangers-Bösewichte.
Stellt sich nämlich raus: Es ist was Faul im Staate Minbar und eine geheimnisvolle Macht ™ macht sich an den Grenzen zu schaffen. Und: Der frettchenhafte jüngere Bruder von Lennier, der dessen Klamotten auftragen muss, ist mit den sinistren Drakh im selben Boot, weil er sich von diesen Hilfe verspricht, im zu erwartenden Kampf gegen die Kriegerkaste.
Mithilfe von Batmanesker Schlaumeierlogik stellen Lennier und Delenn recht schnell fest: Die Drakh sind jene finstren Gesellen, die damals Hals über Kopf von Z’Ha’Dum geflüchtet sind. Und sie erkennen natürlich NICHT das Schiff, das auf Vorlonentechnologie basiert, sondern Delenns Namen. DAS muss man sich erstmal ausdenken. Delenn darf zum Badass mutieren und die feindlichen Schiffe unter Aufbietung ihrer letzten Schauspielkünste aus dem All zu blasen
Zu Hause sieht auch nix mehr aus, wie vorher. Denn was macht Mann, wenn die Frau auf Raumkampf ist und der Pornokanal immer noch gesperrt? Richtig? Den ersten Offizier aus dem Bett klingeln und die Station umdekorieren.

Gregor:
„Sheridan und Ivanova beschließen einen Podcast zu machen. Übrigens auch ein guter Name für einen Podcast: Die Stimme des Widerstands“

Im künftigen Sendestudio gibt es aber vorher noch einen der seltsamsten Dialoge, die wir je gehört haben und den keiner von uns beiden so richtig verstanden hat. Denn was anfängt wie das übliche „Lass uns Freunde bleiben“ Trennungsgespräch endet in einem gemeinsamen Abendessen mit verkrampftem Armeinhaken.

Was MACHT Franklin eigentlich? In einer nicht sehr überzeugenden Rede mal innerhalb von 5 Minuten den kompletten Widerstand übernehmen.
UNS hätte das nicht überzeugt. Und uns widert auch die Art an, mit der Franklin meint, der Leiterin der Widerstandsbewegung beiseite springen zu müssen, weil die Frau das alleine ja nicht hinkriegt. Gut, den Halbsatz haben wir dazugedichtet, aber das schwingt so richtig machohaft mit. Und es wirkt. Am Ende landet Franklin ja schließlich mit Nummer 1 im Bett, während der arme Marcus draussen dem Koitus drinnen an der Tür lauscht und alleine an seinem Stab rumspielt….

Puh. Machen wirs kurz: Die Folge ist eine Aneinanderreihung kunfuser Dialoge, billigen Gags und konfusen Raumkämpfen. Mit Ach und Krach vergeben wir:

3 von 6 Penissen

Stirb langsam in Picards Redshirt

Nanu? So ein trekiger Titel in diesem Babylon 5 Podcast? Das hat seinen Grund. Denn die FedCon in Bonn ist ja irgendwann mal eine Star Trek Convention gewesen. Inzwischen gibt es sie in der 28. Iteration und erstmalig mit dem grauen Rat vor Ort. Was nicht nur an den beiden Gaststars Bruxe Boxleitner und Mira Furlan liegt, sondern auch daran, dass wir bei unserer Ehre gepackt wurden (wer hat da „Eier“ gerufen?). Denn die KollegInnen von Nerdizismus hatten uns dazu erkoren, das Discovery Panel beim traditionellen Nerdquiz, quasi dem Battle of the Podcasts, herauszufordern. Und Herausforderungen stellen wir uns doch gerne.

Am Ende stand allerdings nicht blamieren sondern kassieren auf dem Programm, denn – wir können es leider kaum anders formulieren – wir haben haushoch gewonnen. Auch an neuen Freundschaften.
Die Fedcon war nämlich auch ein Stelldichein der der deutschsprachigen Nerd-Podcasts. Oder sollen wir lieber sagen ein „Saufdichklein“? Wenn wir nicht mit anderen Podcastern gequatscht haben, haben wir diverse Panels be- und natürlich das Gespräch GEsucht: Mit Babylon 5-Fans, die sich zu Hauf in Schale geschmissen haben. Und wir uns mit Mikros und Fotoapparat in Ihren Weg.

Leider konnten wir keinen der begehrten Interviewtermine mit den Stars ergattern, aber freuen uns über zahlreiche tolle Gespräche mit noch viel tolleren Menschen (und Aliens) an einem tollen Wochenende. Darunter eine abendliche Begegnung mit dem echten C3PO

.
Wir vergeben unserer Fedconpremiere

6 von 6 Penisse

Die Schwarzmarkt-Päpstin aus Sheridans Pornokanal

Sheridan hat heute einen harten…..Tag. Es fängt damit an, dass ihn Susan mehr oder weniger aus seinem eigenen Büro wirft: Rebellion, Planeten sprengen, sterben, wieder auferstehen, zwei Uralte Völker aus der Galaxis jagen, Interviews geben, aus Sheridans Überstundenzettel ist ein Wälzer geworden, wie er im Buche steht. Deshalb soll er jetzt mal richtig schön Urlaub nehmen. Also rein in den Freizeitanzug und vor die Glotze. Aber es sieht so aus, als hätte John die Gebühren für den Pornokanal nicht bezahlt…
Weil halt nix anderes in der Glotze läuft, sucht Sheridan das Gespräch mit Garibaldi, was sagen wir mal nicht ganz optimal läuft. Und das gleich zweimal. Der verbale Schlagabtausch wird da zu einer handfesten Prügelei. Der Twist..äh…Zwist zwischen Sheridan und seinem ehemaligen Sicherheitsfachangestellten bleibt nicht unbeobachtet und in einem dunklen Gang (wo auch sonst) lauern die plötzlich zu vier mutierten drei Stooges unserem Garibaldi auf, um ihm ein Angebot zu machen, dass er nicht ablehnen kann.
Delenn bietet John an, ein bißchen *hust* Druck abzubauen *hust* natürlich streng nach Minbari-Regeln. 6 Minbari singen und tanzen im Vorraum, während der gute John Delenns Vergnügungszonen ertastet und vice versa.
Auch Susan bekommt unmoralische Angebote, aber sie hat ja auch ziemlich kräftig in den Wald hineingeschrien. Weil langsam aber sicher die Waren des täglichen Bedarfs auszugehen drohen, hat Ivannova kurzerhand mal die Chrome de la Chrome des örtlichen Schmuggelgewerbes zu einer kleinen Konferenz geladen. Und alle sindse gekommen: Der Vampir aus Buffy, die Frau mit dem Chakotay-Gedächtnistatoo, der Albino mit der Hackfresse, ein namenloser Klinone und Klausi Beimer.
Und wir erleben noch die verrückten Abenteuer unseres ungleichen Paars: Franklin und Marcus sind auf den Weg zum Mars und haben sich nix zum lesen und nur Snickers eingepackt. Dementsprechend müssen sie ihre Zeit mit Kistenzählen verbringen und mit neidisch auf das Essen des Mitreisenden starren. Nach einem kurzen Gespräch über Mars der Mobil macht und einen Schattenkrieg, den niemand mitbekommen hat, treten sie dann aus dem Schatten: Nummer 1 und Nummer 2
Oh mann. Was sollen wir dazu sagen? Umgehauen hat uns die Folge nicht gerade. Die Szene mit Ivannova und den SchmugglerInnen ist wirklich gut, aber die Sache mit Sheridan und Delenn ist eher so naja. Prinzipiell muss man JMS ja anrechnen, dass in seinem Universum egalwiegeschlechtliche Ehen offenbar völlig normal sind.  Doch bei den peinlichen Pennäler-Schwulenwitzchen von Marcus krümmt sich uns der Magen. Nett ist auch der Einfall, dass der Papst eigentlich eine Päpstin ist. Und dass in einem Nebensatz geklärt wird, wo Garibaldis Haare hin verschwunden ist. Allerdings ist eben auch jedwege Subtilität geschwunden. Und Captain Jack ist irgendwie verschenkt. Das ist ein Charakter, der eigentlich über ein paar Folgen hätte aufgebaut werden können. Insgesamt haut uns das alles nicht vom Hocker und wir vergeben
3 von 6 Penissen

Total vernebelt: Minbarti in der Kammer des Schleckens

Oder wie Raphael sagen würde:“Ich nenne diese Folge, nachdem ich sie heute gesehen habe, Gorillas im Nebel“

Gut, Gorillas bekommen wir heute nicht, dafür einen massiven Auflauf an Knochenköpfen. Während die Chefin offenbar rattig ist, hat der Assistent verdächtig gute Laune, hat er doch schon läuten hören, das Delenn zurück nach Minbar muss, wo ihr eine Kopfwäsche in Haus steht. Dann schlonzt sich der verliebte Adjutant auch noch erst mit an Bord und dann sogar noch mit in die Minbari Dampfsauna.
Tatsächlich weitet sich durch die THC-Nebelschwaden das Bewusstsein und Delenn geht auf einen heißen Trip durch Zeit und (T)Raum. Jedenfalls stellt sich im Laufe der Folge raus: Jesus hatte ein Kind mit Maria Magdalena und die Blutlinie muss geschützt werden. Oder so ähnlich. Eigentlich eine bahnbrechende Erkenntnis, die allerdings irgendwie recht bedeutungslos verpufft.
Mary:“Zack, hier ist das Dokument, das alles beweist. Daraus hätte Dan Brown drei Kinofilme gemacht.“

Wir sind alle keine besonders großen Freunde von Mibari-Episoden. Nach zweihundertdrölfzig Klingonen-Folgen, die noch die hintersten Paragrafen aus dem Ehrenkodex der Stirnfaltenträger beleuchtet haben, kommen da immer recht unangenehme Erinnerungen hoch. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Von allen Völkern des Babylon 5 Universums sind die Minbari tatsächlich die uninteressantesten. Wieviel Spaß hatten wir schon mit den Centauri und den Narn gehabt? Wer mit Londo feiern und Imperatoren killen kann, der will doch nicht schnarchfüssige Rituale über sich ergehen lassen mit den Knochenkränzen, die zum Lachen in den Keller gehen. Puh. Dass Valen Nachfolger hinterlassen hat und Delen die Urururururururururur(12 Stunden später)urururgroßnichte von Sinclair ist, das war eigentlich schon ein Hammer. Wie gesagt: Eigentlich. Aber ähnlich wie weiland die Erkenntnis, dass man Schattenschiffe mit Telpathen blockieren kann im unterträglichen Singsang von Franklins Schnackseljunkietante unterging, verschwindet diese Tatsache genauso schnell im Nebel, wie sie erschienen ist. Das haben wir bei Babylon 5 alles schonmal besser gesehen. Am Ende bleibt eine durchschnittliche Episode, für die wir 3 von 6 Penissen vergeben.

Der Randall-Report: Was Erdler nicht mal ahnen

Ungeschminkt und unzensiert geht es heute zur Sache, denn wir decken auf, was Erdlern den Schlaf raubt. Getreu der Journalisten-Regel Numero Uno: Vergiss beim Dreh die Liebe nicht! Denn die Presse(tm) hat sich angekündigt. Oder eben nicht. Stattdessen steht schlagartig der schmierige Sensationsreporter stets selbstüberschätzend im Sicherheitsbereich und salbeiert herum. Weil er sein Gepäck nicht öffnen möchte. Was uns wieder einmal über die laxen Stationssicherheitsvorschriften wundern lässt. Denn Privatsphäre gibt man ja heutzutage gleich am Kofferband des Flughafens mit ab.
Gehen wir also wieder in die 90er, als Terrorwahn, Überwachungsstaat und Neofaschismus tatsächlich noch Zukunftsmusik waren. Wir sehen also das, was momentan in so jedem Staat auf der Welt passiert: Politische Wirrköpfe übernehmen die Kontrolle über die Medien und wer nicht spurt, findet sich zwar vor der Kamera wieder, aber als unfreiwilliger Protagonist einer Propaganda-Schau

Trotz alledem kauft Sheridan dem angereisten Journalisten seine Räuberpistole, man könne doch die Wahrheit(tm) in kleinen Häppchen zwischen die beauftragte Lügengeschichte einbauen und trifft medientechnisch so jede Fehlentscheidung, die man nur treffen kann. Die Idee, das Kameradrohnenteam nicht unbeaufsichtigt auf der Station herumschleichen zu lassen, ist prinzipiell schonmal ganz gut. Aber dem mit allen Wassern gewaschenen Randall ausgerechnet den naiven Klosterjungen Lennier zur Seite zu stellen, der
a) nicht lügen kann
b) einer Rasse angehört, gegen die auf der Erde gerade massiv Stimmung gemacht wird
ist sagen wir mal ungewöhnlich. Wir bemängeln an dieser Stelle erneut das Fehlen eines Pressoffiziers (m/w/n) an Bord und hätten an Sheridans Stelle die gute Lyta mitgeschickt. Statt dessen sehen wir, wie Lennier das vorurteilsbeladene Team nahezu als erstes nach Down Below führt, das laute Geräusch waren zwei Köpfe im Rheinland und der Lausitz, die vor Verzweiflung auf die Tischplatten knallten.

Und die Reihe an Fehlentscheidungen setzt sich fort, denn dass das Interview mit Freund Schmierlapp in die Hose gehen und jedes Wort im Mund umgedreht werden wird, das war doch mit Ansage. Bekommen Führungskräfte der Erdstreitkräfte nicht wenigstens eine Grundschulung in Sachen Umgang mit Medien?

Der Einzige, der halbwegs Ansätze von (Medien)Kompetenz zeigt ist ausgerechnet Garibaldi, der sichtbar damit hadert, dem Schmierlapp ein Interview zu geben, weil er sich als einziger der Konsequenz bewusst ist. Apropos Garibaldi. Der hat inzwischen im Café seines geringsten Misstrauens ein Büro eingerichtet und empfängt dort einen Klienten, bei dem wir nicht so recht wissen, was wir von ihm halten sollen.

Was Randale-Randall aus dem gesammelten Material zusammenschnippelt hat am Ende mit der Wahrheit(tm) so wenig zu tun wie gutes Schreiben mit „Discovery“. Dafür ist es ein Lehrstück, welche wirksame Mittel skrupellosen Medienschaffenden zur Verfügung stehen und wie man jedes Interview so schneiden kann, dass am Ende das Gegenteil des Gesagten bei herauskommt. Selbst, wenn sich alle Beteiligten deutlich cleverer angestellt hätten als unsere doch sehr naive Gurkentruppe der Stationsleitung. Und zum Abschluss gibt es noch den endgültigen Schlag in die Magengrube: Wir erfahren, dass die Farm von Sheridans Vater abgebrannt ist und selbiger als vermisst gilt.

Die Folge fällt irgendwie aus dem Rahmen, aber auch nur halb. Während die „36 Stunden auf Babylon 5“ komplett als Dokumentation über die Station gedreht ist, ist „Lügenpropaganda“ wortwörtlich zweigeteilt. Wir sehen unseren Enthüllungstschurnalisten bei der Arbeit und das Ergebnis selbiger im zweiten Teil der Folge. Und es ist schon ein kleines Vergnügen, dem Typen bei der Arbeit zuzugucken und dann zu vergleichen, was er aufgenommen und was gesendet hat. Grade für Mary und Sascha, die ja beide „Was mit Medien“ machen. Als Parabel, wie Medien missbraucht werden können, funktioniert die Folge daher großartig, passt aber irgendwie nur so halb ins Gesamtgefüge der Serie. Man sollte diese Folge eigentlich viel öfter zeigen, gerne auch an Schulen. Und wieder mal tut „Babylon 5“ weh beim Gucken. Aber nicht, weil es schlecht gemacht ist, sondern weil die Dystonie aus den 90ern wieder mal schneller Wirklichkeit geworden ist, als uns lieb ist.

Und so vergeben wir am Ende

4,5 von 6 Penissen

Achtung: Ein Nachwuchs-Podcaster hat sich in die Aufnahme geschlichen, meldet sich durch Glucksen, quengeln und gelegentliches Pupsen im Laufe der Aufnahme mehrfach zu Wort, was den Süßheitsfaktor natürlich ins Unermessliche steigert.