Im Kern ist ein Verein doch fein

Heute geht es um das Thema BabCon2020. Lange Zeit kam aus unserer Richtung ja nur ein mehr oder weniger genervtes Stöhnen über ominöse Verwaltungsakte und Behördengänge und das leise Geräusch drehender Däumchen, während wir auf grünes Licht aus verschiedenen Ämtern warteten. Das ist nun endlich erstrahlt und auch unsere Gesichter! Wie hier schon so richtig erraten wurde, haben wir im letzten Jahr einen Verein gegründet und unser erster Vorsitzender war gemeinsam mit dem Kassenwart in einem Kölner Notarbüro, um in einem historischen Gemäuer eine nicht minder historische Unterschrift zu leisten.
Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Wir sind ein eingetragener Verein. Und damit haben wir auch endlich ein Konto. Und können im Shop jetzt auch Überweisungen anbieten. Und jetzt kommt der Hammer: Wir sind in der Vorprüfung als gemeinnützig eingestuft. Wenn alles klappt, können wir also auch Spendenquittungen ausfüllen. Wer uns also bei Patreon unterstützt könnte also eventuell vielleicht auf die klassische Deutsche Unterstützungsart der Fördermitgliedschaft umsatteln oder einen Dauerauftrag einrichten. Hat den Reiz, dass da keine gesichtslosen Plattformen die Hand aufhalten und Gebühren kassieren.
Die Rechtsform heißt aber auch, dass wir jetzt endlich mündliche Absprachen zu Verträgen machen können. Heißt: Auch der/die ein oder andere GastIn kann jetzt angekündigt werden. Und wir starten gleich mal mit Claudia Kern.
Claudia Kern ist Autorin, Journalistin, Übersetzerin, Bloggerin, Computerspielentwicklerin, Kolumnistin und eigentlich Hans Dampf in allen Gassen. Und der größte Fan von Byron und der fünften Staffel, der auf Erden wandelt. Okay. Eins der Statements ist gelogen. 🙂 Für die „Space view“ war sie von Anfang an als Redakteurin tätig. Eine Zeitschrift von der sie sagt: „Die Space View sollte das B5 der SF-Magazine werden, minus der fünften Staffel.“ Sie war am Set von „Babylon 5″und bringt auch immer wieder Anspielungen auf die Serie in ihrer Kolumne „Kernspaltereien“ unter, die seit der Einstellung der „Space view“ in der „Geek!“ erscheint. Freut Euch auf spannende Anekdoten von Hinter den Kulissen und erfahrt, warum sie fast von Set von „DS9“ geflogen wäre.

Wir sind eins – außer die Drecks-Drazi

Der Stift ist gespitzt, die Muse geküsst und der Ratssaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Heute wird Geschichte geschrieben. Und zwar Leistungskurs. Leider kommt der Shownotesschreiber recht unvorbereitet in die Klausur, weil er die eigentliche Arbeit Gregor und dem guten Dia überlassen hat, der unbedingt mal bei uns über Byron lästern wollte. Und dann lobt er ihn in einer Tour…sowas. Lediglich an seiner  Rumlungerei vorm Ratssaal hat er etwas auszusetzen

Dia:
„Kann dieser Asyltelepath eigentlich in jedem diplomatischen Bereich herumhüpfen?!“

Aber das fällt ja in den Zuständigkeitsbereich des gewohnt-kompetenten Sicherheitschef Garibaldi, der sich ja dank guter Beziehungen zum Chef zum Geheimdienstboss der Allianz hochgeschlafwandelt hat. Immerhin hat er festgestellt, dass so ein Geheimdienst mit ihm allein als einzigen Mitarbeiter schon ein bißchen albern ist und will Personal. Am liebsten welches, das nicht nur in dunklen Ecken herumlungern kann, sondern auch in den Köpfen der zu bespitzelnden. Aber da ist er an den falschen Telepathen geraten und handelt sich von Byron eine Abfuhr ein.

Aber zum Glück kann unser Wash&Go-Dauerabo-Bezieher ein Auge auf Lyta geworfen und der kleine Schwenker über selbige führt dann doch zum Erfolg. Und zeigt wieder mal, wie scheiße die komplette Crew diese Frau behandelt. Die ja weiterhin ihr Quartier bezahlen muss, während die Schampoo-Schar gratis Kost und Logie zugesichert bekommen hat. SO geht man nicht mit Mitarbeitenden um!

Kein Wunder also, dass es auf Whitestarschiffen Personalmangel zu geben scheint, denn der sterbende Ranger ist offenbar nicht in der Lage gewesen, seine wichtige Botschaft irgendwem anderen auf dem Schiff mitzuteilen. Von Blackboxen oder Logbüchern hat er auch noch nie was gehört.

Gregor:
„Mein Gott, er hätte einfach einen Zettel schreiben können!“
Dia:
„Er hat seine Arbeit nicht sauber erfüllt. Einfach so als Heiland aufzutauchen datt reicht nicht. Man muss auch ein bißchen watt arbeiten.“

So muss Lyta im Kopf des Rangers herumwandeln und mit ansehen, wie er durch ein schlecht animiertes Himmelsportal schlendert.

Am Ende fügt sich alles zusammen und man hat die doppelte Quelle: Die Drazi spielen ein doppeltes Spiel und scheinen offenbar in der Lage zu sein, mit ihrer doch technologisch eher rückständigen Flotte das komplette Arsenal an whitestars auszulöschen. Egal. Wird ja eh nix draus, denn unter ziemlichem Tumult wird dem Drazi-Botschafter im Parlament der Kopf gewaschen

Gregor:
„Es hat mich an Videos aus dem Italinischen Parlament erinnert“

Und am Ende unterschreiben dann doch alle die Deklaration der Prinzipien. Ein moralisches Regelwerk, das man am liebsten zwangsweise allen Leuten vor den Kopf nageln möchte.

War sonst noch was? Achja: Wir sind in Folge 3 der neuen Staffel und in 2 von 3 Folgen hat der neu eingeführte Captain keinen Auftritt gehabt. Merkwürdige Entscheidung.

Eine Folge, die die Besprecher etwas ratlos zurücklässt: Großartige Szenen reihen sich hier neben Belanglosigkeiten und ziemliche Fragwürdigkeiten. Überdurchschnittlich ist das Endergebnis trotzdem und wir vergeben
4 von 6 Penissen

Mit der Kraft der zwei Herzen

Hallo, Ihr Herzchen!

Gregor
„Es geht eigentlich darum, seinem Herzen zu folgen“

Ganz besonders für den guten(?) Londo. Denn der hat sich im Laufe seiner Leber eine Menge Schuld aufs Herz geladen. Und das sagt einfach mal eines Tages: Nö, mit mir nicht, ich kündige! Dabei wollte der künftige Imperator doch mitnichten aus den Latschen, sondern sich einen hinter die Binde kippen.
Der Verdacht der überraschend kompetent agierenden Sicherheit fällt daher auch recht schnell auf ein Gift-Attentat, aber weit gefehlt: Das linke Herz macht schlapp. Vielleicht eine Allegorie auf die gesellschaftlichen Verhältnisse im Jahr 2020.

Zwar werden naheliegende Lösungen – wie ein Centauri-Arzt, ein Spenderorgan, ein Kunstherz und sogar Nano-Sonden – angesprochen, aber so richtig umsetzbar ist nix davon und deshalb muss Londo in sich selbst auf die Suche nach sich selbst gehen und trifft dabei in schräger Kulisse (das ist wörtlich zu nehmen!) so manche Gestalt aus seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Gregor:
„In dieser Folge sind unglaublich viele Figuren, die ich gefühlt ein halbes Jahr nicht gesehen habe. Da habe ich gemerkt, wie sehr sie mir gefehlt haben. Bis auf Lennier.“

Dabei spielt nicht nur Delenn ihre Tarot-Karten aus, sondern auch Regisseur David Eagle, so alles, was Budget und Inszinierung hergeben. Zum Beispiel wird in Windeseile ein Set leergeräumt, Londo bekommt eine Kamera umgeschnallt und selbige wird in seltsamen Winkeln gehalten. Sehr schön auch das schnitttechnische Wechselspiel zwischen Londo, der Elektroschläge bekommt und äh..Londo, der Elektroschläge bekommt. Aber diesmal in der Krankenstation. Von Dr Franklin und seinen berühmt-berüchtigten drahtlosen Bügeleisen.

gregor:
„Man sieht förmlich, wie die Macher von Raumpatroille Orion reingekommen sind und gesagt haben: Das brauchen wir nicht mehr, vielleicht kannst DU es benutzen.“

Und man sieht sogar die berühmten Centauri-Penisse, die unserem Bewertungssystem erst den richtigen Kick verleihen. Story topp, Inszenierung topp, Katsulas und Jurasik laufen zu Höchstform auf. Und die Folge kratzt nur knapp an der Höchstnote vorbei. Wir vergeben

5 von 6 Centauripenissen

Warum nicht 6? Ganz einfach: Gibt noch ne Nebenhandlung. Lennier hat endlich erkannt, dass er das fünfte Rad am Wagen ist, schmalzt Delenn noch eine Ladung Flarn an die Backe und schließt sich der Fremdenlegion an. Eine Mischung aus „Gähn“ und „Hurra, endlich isser weg“.

Simon sagt: Attentöter agieren allzeit aggressiv

Die neue Chefin hat sich angekündigt und statt Empfangskomitee und militärische Ehren erwartet sie ein erstaunlich redefreudiger Lt Corwin im Hangar, der zwar eigentlich nix zu sagen hat, das aber sehr ausführlich tut. Ist halt kein anderer da, alle haben was Besseres zu tun.
Die neue zeigt jedenfalls erstmal wo’s langgeht und steckt ihren Claim ab. Auch Garibaldi gegenüber, dem sie erstmal die nicht mehr vorhandenen Haare auf dem Kopf wäscht. Aber der muss ja gerade dafür sorgen, dass bei der Vereidigung des neuen Präsidenten auch ja nichts schief geht. Aber was soll schon passieren? Denn wenn JMS nichts einfällt, dann macht er irgendwas mit einem Attentäter. Und auch hier. Und wir bekommen Pilotfilm-vibes. Aber der gute Nicht-Del-Varner kann ja quasi alles: Sich in Sheridans Computer hacken, unbemerkt auf die Station schleichen, brutal und unbemerkt Botschafterinnen töten UND auch noch Starfury fliegen
Warum genau er jetzt Sheridan töten will? Und woher er die ganzen technischen und organisatorischen Raffinessen so geschickt beherrscht? Egal. Und was soll das mit dieser dämlichen Spieluhr? Hier ist halt viel show und wenig tell. Sinnbildlich dafür steht die ziemlich alberne Aktion mit dem Ranger..
Am Ende kann man den Attentöter dank Garibaldis Ermittlungen(!) recht schnell ins Jenseits befördern und Garibaldi zum neuen Geheimdienstchef der Allianz. Wie im wahren Leben wird für den Kumpel eben noch schnell ein hochdotiertes Pöstchen geschaffen. Und auch die dahergelaufene Gruppe Telepathen darf sich auch noch ansiedeln, schließlich hat man ja Sheridans Leben gerettet.
Wer? Was? Wie? Telepathen? Ja, da ist noch wer auf die Station gekommen. Byron *seufz* ist endlich zur Serie gestossen und hat eine erstaunlich gepflegte Schar notleidender Gedankenwanderer mitgebracht
Und wir ahnen schon: Auf der Station ein klein-Israel einzurichten, wird bestimmt nicht nur Wohlwollen auslösen.
Apropos Wohlwollen: Wie kommt dat Janze denn bei uns so an? Nun:
Es fühlt sich ein bißchen an wie „The Gathering reloaded“ nur besser gemacht: Die Exposition für die Neuzuschauenden nach dem Wechsel zu TNT ist deutlich subtiler eingewoben, als damals und auch die Optik weiß zu gefallen. Aber es tun sich einfach zu viele Lücken im Drehbuch auf und das wieder mal ein Attentäter auf der Station vorbeischießt fühlt sich an wie bereits viermal aufgewärmter Drehbuchbrei. Tja, das kommt halt raus, wenn man plötzlich nach dem Finale noch ne Staffel bekommt. Und von uns bekommt diese Folge
3,5 von 6 Penissen

Advent, Advent, der livebot pennt

Hohoho! Da sind wir! Wie versprochen kurz vor Weihnachten noch die große bunte Staffelschau und wir sind alle mit dabei. Naja, fast alle. Und die eine muss babybedingt irgendwann weg und der andere um noch eine andere Podcastjubiläumsfolge fertig zu stellen. Aber wir haben hohen Besuch: Niemand geringeres als Botschafter Kosh hat sich eingefunden, um mit uns die vierte Staffel Revue passieren zu lassen. Und nicht nur wir, denn wir haben zwar nicht viele, aber dafür umso längere Einspieler bekommen.
Eigentlich sollten unsere Patrone ja live im Chat dabei sein, das waren sie auch. Aber wir nicht. Denn der Stream ging aus unerfindlichen Gründen leider nicht…
Und – als hätte sie uns trotzdem am Sonntag Abend live jammern hören, dass sich so gut wie niemand an unserem Geschichtenwettbewerb beteiligt – es erreichte uns heute noch eine weitere Kurzgeschichte. So dass wir jetzt stolze 2 (in Worten ZWEI) haben. Aus dem angedachten Storyband wird dann wohl nix, aber zur Geburtstagsgala werden wir wohl die Gewinne unter den beiden Einsendenden aufteilen 🙂

Wir sind am 6. Januar wieder da mit Staffel 5 und wünschen Dir so lange ein besinnliches Weihnachtsfest und fürs kommende Jahr vor allem Gesundheit, denn die ist das Wichtigste!

Der doppelte Jesus und das Archiv des Schauens

JMS Stinkefingerbotschaft

Was macht man, wenn man sich eigentlich drauf eingestellt hat, dass der Sender die eigene Serie abgesetzt hat, das Finale bereits im Kasten ist und plötzlich ein anderer Sender mit einem Vertrag für eine weitere Staffel an die Tür klopft? Richtig: Dem alten Sender mal so richtig den Stinkefinger zeigen.
Blöd nur: Gabs schon vorher kein Geld für die Serie, gibts jetzt mal so richtig kein Geld. Mit dreimarkfuffzig und 4 Seiten Drehbuch in der Tasche muss halt was gezaubert werden.
Aber wir wissen ja schon aus Erfahrung: Not macht manchmal sehr erfinderisch und meine Güte, hat der gute JMS da weit ausgeholt und erzählt den episch…äh…minimalistischen Handlungsbogen von der Hochzeit der Sheridans (Heißt Delenn jetzt eigentlich Sheridan mit Nachnamen? Und welches Familiengericht ist für eventuelle Sorgerechtstreitigkeiten zuständig?) bis zum Ende des Univer….unserer Sonne.
Und während man in der Hochzeitsnacht darüber sinniert, ob das tausendjährige Reich wenigstens dieses Mal länger hält als 12 Jahre bekommen wir auch schon die Auflösung: Ja. 100 Jahre Frieden (abgesehen von irgendwelchen Drakh-Seuchen, Telepathenkriegen und einem Kampf um Centauri Prime) liegen hinter uns. In nicht vorhanden Kulissen diskutieren also Studierende des soundsovielten Jahrhunderts bedeutungsschwanger über Sheridan und Delenn, als selbige höchstpersönlich erscheint, um das Mikro zu greifen und selbiges nach ein paar nichtssagenden Worten demonstratitv zu droppen.

Und weiter geht die wilde Fahrt durch Zeit und Raum. Und zwar zu künftigen Space-Nazis. Der Dackelkrawattenträgernachfolger besinnt sich auf Tradition und will für den bösen Zweck ein paar gute Fakten schaffen. Unter zuhilfenahme modernster Holo-Videoschnitttechnik.
Garibaldi beobachtet das Ganze von der Bande und lässt sich vom Standartenführer (Ja, er wurde zwischenzeitlich befördert. Und nein, wir mussten die Dienstgrade erstmal nachlesen und haben die nicht im Kopf) der Space-SS erst in seine Pläne einweihen um den Rechten dann zu linken.
Treppenwitz der Menscheitsgeschichte ist quasi, dass Garibaldi damit den Krieg ausgelöst hat, der die Erde fast vollständig vernichtet. Insofern passts wieder.

500 Jahre später sehen wir das Ergebnis von Garibaldis Verhandlungskunst: Glühende Landschaften und eine Infrastruktur, als hätten die Verantwortllichen der deutschen Bahn das Kommando gehabt. Nämlich nicht vorhanden. Bis auf ein kleines unbeugsames Kloster. Und das Leben ist nicht leicht für die römischen Missionare, die als Besetzung in den befestigten Lagern Blablarum, Aqualium, Laberium und Kleinbudgetum liegen.

Am Ende stellt sich sogar die komplette Folge als einziger Dia-Abend heraus. Der Mensch als Proto-Vorlone hat offenbar (genau wie Raphael während der Folge) Probleme mit der DSL Leitung und muss deshalb persönlich (oder besser: Energetisch) zur alten Heimat rollern, um dem Backup-Rechner einen Tritt zu verpassen. Quasi so wie 90% unserer Generation zu Weihnachten zur Geburtsstätte zurückkehert, um die heimischen IT-Probleme der Eltern zu lösen. Apropos. Dem Rechner, der den Menschen 3.0 gerendet hat, hätte man vielleicht einen RAM-Riegel mehr spendieren können. Denn da war offenbar wieder kein Geld da und wir fühlen uns bei dem Anblick an Musik-Videos der 90er Jahre erinnert.

Die Folge schreit quasi aus jeder Faser „Geldmangel!“ und die vom neuen Sender gekürzte Drehzeit tut auch ihr Übriges. Sie ist schon im Rahmen der 5ten Staffel entstanden und irgendein zwischending aus nix halbem und nix ganzem. So wie ein Doctor Who Neujahrsspecial nur mit einem 100tel des Budgets. Aber obwohl die Folge größtenteils aus Leuten besteht, die in mäßig belichteten Kulissen mäßig sinnstiftende Dinge sagen (Kleiner Tipp: Hör Dir auf der DVD mal den Audiokommentar zur Folge an. Da stellen die Produzenten mehrfach selber fest, dass jetzt wieder geredet wird) bewundern wir doch die Selbstsicherheit, in der das Ganze präsentiert wird. Und man sieht den Mangel rechts und links der Straße so sehr, dass man das ein oder andere Schlagloch verzeiht und unter „rustikaler Charme“ verbucht.

Raphael vergibt sogar seinen „Fetisch-Penis“, sein „ganz eigenes Ding“ wie er sagt. Und was immer er damit meint. Wir wissen, dass sich an dieser Folge die Geister scheiden, aber wir können nicht anders, als

4,5 von 6 Penissen

zu vergeben.

Wir machen den (Leichen)Sack zu

Herzlich willkommen zur letzten Folge Babylon 5. Was ein Serienabschluss. Ja, die vorletzte Folge der 4. Staffel hätte die letzte sein können. Und das merkt man ihr auch an. Ganz hektisch versucht JMS alle Handlungslöcher zu stopfen und greift dabei auch mal zur ganz dicken (und stumpfen) Nadel. Und wir tun es ihm gleich und lösen etwas auf, was wir ganz am Anfang dieses Projektes angeteasert haben. Erinnert sich noch wer daran, dass dieser Podcast mal als „Transatlantischer Podcast“ gestartet ist bzw geplant war? Das liegt an unserem special Guest, die einerseits Gründungsmitglied des grauen Rates ist, anderseits nie im Cast zu hören war. Denn persönliche und berufliche Unwägbarkeiten haben Anne leider daran gehindert, sich aktiv am Rat zu beteiligen. Umso schöner, dass sie es kurz vor Schluss dann doch noch geschafft hat. Und wir hoffen, sie bald wieder zu hören.
Und wir sitzen/stehen/und liegen eine Menge herum und reden. Oder gucken anderen dabei zu. Und eigentlich enden alle am Ende irgendwie in der Kiste. Marcus allerdings in der aus Vollholz in 3 Meter Tiefe. Was zu einer absolut toll inszenierten und geschauspielerten Trauerszene mit Susan führt. Allerdings stellen wir uns bei all der schauspielerisch-optisch-inszenatorischen Schönheit der Szene doch die entscheidende Frage: Sind Marcus und Susan wirklich DAS Traumpaar? Darüber wird heiß diskutiert.
Unglaublich viele offene Handlungsstränge werden zwischen Tür und Angel in Schnellbesohlung zusammengeknöpelt, und sei es, indem das virtuelle Fernsehen drüber berichtet. Und alle wichtigen (und unwichtigen) Nebenfiguren kommen John nochmal besichtigen: Bester darf noch schnell die Sache mit den Tiefkühl-Telepathen und Edgars erzählen, so nebenbei wird Sheridan zum Präsidenten des Universums und der Papa springt auch nochmal kurz aus dem Flurwandschrank

Raphael:
„Der wird einmal in die Szenerie gefahren, darf kurz winken und wird sofort wieder rausgeschoben.“

Und die Hochzeit von Delenn und Sheridan? Ja, die fand im off statt, keine Zeit, die zu zeigen. Es ist schon ein bißchen das Gegenteil vom gespielten Witz, was uns hier präsentiert wird, nämlich die erzählte Handlung. Obwohl, es gibt schon eine Witzeinlage: Die vermutlich Garibaldesqueske Befreiungsaktion aller Zeiten, die auch aus Monty Python oder Sketchup stammen könnte.

Ein Teil des Rates hätte die Unnerbüx bestimmt durchnässt, nachdem Delenn ihre Ansprache vor der versammelten Erdbevölkerung gehalten hat, unterlegt mit dem Donnern tausender Kriegsschiffe über den Regierungssitz der Erde. Die gehen natürlich wieder, wenn die Erde das so wünscht. Aber wir würden *dringend* empfehlen, sie zum Bleiben einzuladen. Es könnten sonst…Unglücke…passieren. Jetzt mal im Ernst: War DAS nicht genau das, wovor Clark immer gewarnt hat: Sheridan kommt mit einer Alienflotte und will die Erde unterwerfen. Und verdammt noch mal, genau das passiert hier gerade. Wenn man nicht gerade total blauäugig auf der Seite der Babylonier steht, kommt diese Ansprache nebst Überflug verdammt bedrohlich rüber.

Diese Folge hat viele unglaublich tolle Szenen und Dialoge und wirkt gleichzeitig unglaublich vollgestopft, überladen und überhastet. Wenn man mit dem Finger drauf zeigen müsste, woran die vierte Staffel „Babylon 5“ krankt, dann müsste der Zeigefinger unweigerlich auf diese Folge deuten. Denn nirgends anders wird so krass deutlich, dass hier eiligst alles noch zusammengefegt werden musste, was eigentlich in Ruhe hätte aufgebaut werden müssen. Und das ist schade. Denn gleichzeitig wird auch deutlich, dass im Gegensatz zu anderen Serien *hust*AkteX*hust*Lost*hust* tatsächlich von Anfang an ein Konzept da war, alle Handlungsfäden zusammenzuknoten. Und besonders hier wünscht man sich, JMS hätte die Zeit gehabt, die mitlerweile beachtilichen Pflänzchen noch weiter zu gießen, hier und da noch ein Blättchen wegzuschneiden und den ein oder anderen Ast noch stärker wachsen zu lassen. Statt dessen war er gezwungen mit der Kettensäge durch die Botanik zu holzen und plötzlich doch aus Baumstümpfen wieder einen Wald wachsen lassen zu müssen.

Wir vergeben

4 von 6 Penissen

Hausmeister-Report: Flotter Dreier mit Flyer

Hausmeister-Report: Flotter Dreier mit Flyer

Liebe Showgemeinde, es ist wieder Zeit für Hausmeisterei. Denn es gibt ordentlich was zu erzählen. Wie wir in einem der letzten Casts schon #superschwellig angedeutet haben: Es wird in kommenden Jahr wieder eine Babylon 5 Convention geben. Alle Einzelheiten finden sich unter babcon-event.de

Gut, zugegeben, es sind momentan noch nicht sehr viele Einzelheiten. Aber wir reden über die Location und deren Möglichkeiten, mögliche Goodies und Eintrittspreise, geheimnisvolle Gespräche hinter den Kulissen und warum der Shop doch noch nicht – wie ursprünglich verkündet – am 7.11. online geht, sondern einen Monat später. Das hat organisatorische und technische Gründe. Es soll ja auch funktionieren und Du ein gutes Gefühl beim Einkaufen haben.
Soviel schon vorweg: Es wird ein Frühbucherpaket geben und die gewünschten Tassen.
Und jede Menge Platz in und am Planetarium, für jede Menge Möglichkeiten. Vielleicht bringt Peter ja auch seinen LEGO(tm) Omega-Destroyer mit.

Bild von Peters Destroyer

Ansonsten singen wir ein Loblied auf Lars. Der uns nicht nur einen Einspieler geschickt hat, sondern auch schon einen zur nahenden Staffelgala. Des weiteren kommentiert er wie wild in unserem Blog, er hat sich bereits auf unserer HörerInnenwand verewigt UND sogar schon eine Geschichte für unseren Kurzgeschichtenwettbewerb eingereicht. Der Mann hats drauf! Sei ein bißchen wie Lars!

Denn wir würden uns tatsächlich über Einsundungen für unsere Staffelgala freuen. Wie fandest Du die vierte Staffel und freust Du Dich schon auf *seufz* Byron? Schreib uns! Es muss auch nicht in Audioform sein. Wir lesen alles vor (sofern wir es lesen können). Ganz besonders gerne Postkarten #superschwellig

Und am Wettberb G’Quans Erben teilzunehmen lohnt sich gewaltig.

So. Wir halten Dich auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten zur Babcon2020 gibt. Ansonsten hören wir uns regulär kommende Woche wieder.

Doctor Franklin, klau ne Maschine für mich!

Wo waren wir? Achja: Auf dem Mars. Wo die Verladequeen (Young and sweet, Only seventeen, Verladequeen, feel the beat from the tambourine, oh yeah) dabei geholfen hat, die Erdflotte auszuschalten.Dass die Ladung aus Telepathen besteht („Menschen! Die Ladung ist Menschen!“) DAMIT hat sie ein paar Probleme, die Franklin ihr (und auch den Zuschauenden) aber gleich mal ausquatschen kann. Der Heftzweck heiligt eben Manchmal das Frostmittel.
Lyta darf jetzt vor die Tür, ausgestattet mit Maske und Zauberhelm. Denn die 1,5 Meter Beton überm Kopf, die würden die telapathischen Signale zu den 10tausenden Kilometer entfertnen dick gepanzerten Raumschiffen schon erheblich stören. Jetzt geht die Post ab, denn Sheridans Befreiungsflotte ist da und die Telepathen leisten ganze Arbeit, um die Verteidigung lahmzulegen. Im Wesentlichen, indem sie sich – untermalt durch Franklins sonore Stimme – in Lankabel hüllen.

Der Weg zur Erde ist also frei und Sheridan darf wieder eine seiner Reden halten.
Bleibt nur ein wönziges Probläm: Der Föhre…Präsident Clark will die Erde brennen sehen. Und das wortwörtlich. Indem er nicht nur eine Waffe auf sich selbst gerichtet hat, sondern das unglaublich langsame planetare Verteidigungssystem einfach mal gleich mit. Und – wer hätte das gedacht – die Agamen…Aggame..Agha…Sheridans Schiff ist NATÜRLICH das einzige Schiff, dass die letzte entscheidende Plattform abschießen könnte, aber NATÜRLICH funktionieren die Waffensysteme nicht mehr. Und während Christopher Franke uns alles an die Ohren schmeißt, was das Berliner Fernsehorchester zu bieten hat, steuert Sheridan auf seinen letzten heroischen Akt zu. Nur, um im letzten Augenblick seinen Allerwertesten gerettet zu bekommen. Aber nicht ohne noch einmal dramatisch durch die Explosion zu fliegen

Marcus ist ein wenig neben der Spur und hat während der Entscheidungsschlacht nix besseres zu tun, als nach einer Heilung für Susan zu googeln. Stellt sich raus: es gibt eine Heilungsmöglichkeit, aber die ist unglaublich gefährlich. Total schön, dass hier auf eine Folge aus der ersten Staffel zurückgegriffen wird, die eigentlich als Monster of the week abgehakt wurde, aber drei Staffeln später noch relevant wird. SO MACHT MAN DAS, CHIBNALL!
Marcus setzt sich also samt Patientin auf die Station ab, mischt selbige mal ordentlich auf und schließt beide an die Lebensenergietransfusion an.
Hach, wie romantisch. Die beiden werden bestimmt ein tolles Paar!

Apropos Paar: Wir haben ein paar Penisse zu vergeben. Und doch ein paar mehr. Stellenweise ist die Folge dermaßen pathetisch, dann hätten wir uns wie so oft in Staffel 4 einfach mehr Zeit gewünscht: Gleich 2 Planeten in einer Folge erobert und der Staffelbösewicht gibt doch recht unspektakulär den Löffel ab. Aber alles in allem weiß die Folge zu gefallen und wir vergeben

5,5 Centauripenisse

Ansichtskarte aus Kasslingen

Flyer auf Tisch

Der graue Rat war wieder mal on tour. Denn, wenn die timelash ruft, dann schnappen sich die Mitglieder des Rates ihre TARDIS, loggen die die Koordinaten ein, landen irgendwo im Stadtzentrum von Kassel und tapsen die sanften Steigungen bis zum Kulturbahnhof hinauf. Diesmal nicht mit leeren Mägen UND Händen. Nein, sie hatten eine Überraschung für alle Babylon 5 Fans (und wir wissen ja: JEDER ist Babylon 5 Fan, manche kennen nur die Serie noch nicht) unter den anwesenden Whovians im Gepäck: Flyer, die #superschwellig unters Convolk geschmissen wurden.

Wir wollen es nochmal wissen und veranstalten im kommenden Jahr eine kleine aber feine Babylon 5 Convention zu 25 Jahre Babylon 5 in Deutschland. Ein paar Insights aus den Planungen gibt es in dieser Folge zu hören. Wir halten Dich hier natürlich auf dem Laufenden und auch auf der Homepage der Babcon.
Wir bedanken uns noch einmal bei den OrganisatorInnen der Timelash, dass wir ihre Veranstaltung kapern durften, raten allen, die Timelas VI im Oktober 2020 zu besuchen und freuen uns, DICH am 7. November 2020 in Solingen zu sehen. Auch ohne Ansichtskarte 🙂